16.09.2021 Perissa

Im Vorfeld unseres Urlaubs hatten wir schon gegoogelt: schönster Strand Santorini. Ergebnis: 1. Kamari, 2. Perissa.
Perissa Beach wollten wir nun heute kennenlernen.
Bevor wir mit dem Bus nach Fira fuhren, schauten wir erst einmal wieder zur Caldera. Das war schon fast so etwas wie ein tägliches Ritual.

Wir nahmen dann den Bus nach Fira, dort mußten wir uns wieder in dem Chaos zurechtfinden, fanden dann aber doch relativ schnell den Bus nach Perissa.

Was wir nicht wußten, als wir uns Perissa näherten: Perissa hat mehrere Bushaltestellen. Wir stiegen am ersten Bus Stop, dem Perivolos Bus Stop aus ( 36°20’38.1″N 25°27’43.1″E ), gingen noch etwas links die Uferstraße runter und beschlossen, bei Filippos Restaurant zu bleiben. An allen Strandabschnitten gibt es Tavernen und Hotels und jedem dieser Tavernen/Hotels, ist auf der anderen Seite der Uferstraße ein Strandabschnitt zugeordnet. Bei Filippos blieben wir also und bezogen eine Liege. Sogleich kam eine junge Frau und ich fragte Sie, wieviel die Liege pro Tag kostet. Antwort:” Nichts, wenn ihr etwas essen oder trinken wollt, hier ist die Speisekarte.” Das war ja klasse, wechselt an allen Stränden aber ab. Es gibt einige Tavernen die nehmen 10€ oder 15€ für 2 Liegen und Sonnenschirm, anderen nehmen nichts und verdienen durch die Bewirtung.

Der Berg, der unten Bild zu sehen ist, ist wieder der Mesa Vuono. Kamari liegt von hier aus gesehen, hinter dem Berg. Trotzdem ist der Strand anders. Keine groben Kiesel, sondern, schwarzer, sehr feiner Split, oder anders ausgedrückt, sehr grober schwarzer Sand. Dadurch das der Strand schwarz ist, heizt sich der Strand in der Mittagssonneganz schön auf und wer empfindlich ist, kommt barfuß kaum noch zum Wasser, so heiß ist der schwarze Sand. Da lohnt sich die Anschaffung von Schwimmschuhen, die wir sowieso dabei hatten. Auch in Perissa ist das Wasser kristallklar und man kann bis zum Grund in ca. 2 Meter Tiefe schauen. Wahnsinn!
Ich habe im Internet Bilder von dem schwarzen Sand gesehen, angelich aus Perissa, die aber eindäutig eher Kamari zuzuordnen sind! Es gibt hier in Perissen keine Kiesel!

Für Kleinkinder sind, was das Baden betrifft, sowohl Kamari, wie auch Perissa, nicht so gut geeignet, da der Meeresboden sehr schnell abfällt und ich, mit 188cm Länge, nach wenigen Metern schon nicht mehr stehen konnte.

Die Strandpromenade ist nicht so schön wie die von Kamari. Man merkt deutlich, dass Kamari jünger ist und beim Bau, touristisch gesehen, alles richtig gemacht wurde. In Perissa führt eine Staße am Strand entlang, die zwar zu bestimmten Zeiten durch Schranken verkehrsberuhigt wird, trotzdem ist die Strandpromenade in Kamari wesentlich schöner – aber hier in Perissa war es definitiv unbeschwerter.

Noch ein Vorteil: In Perissa ist es selten windig. Während auf ganz Santorin ganzjährig immer ein leichter Wind weht, hier ist es meistens windstill. Den Meltimi hatte ich ja schon erwähnt. Er weht hauptsächlich aus Nordwest-, Nord- und Nordost. Und genau im Norden von Perisse befindet sich der knapp 360m hohe Mesa Vouno. Auf Grund dieser wingeschützte Lage am Berg ist es in Perissa weniger windig.

Angefangen am Berg Mesa Vouno, ist der 7 km lange Starnd in folgende Beaches eingeteilt: Paralia Perissa, Perivolos, Mera Beach, Paralia Perivolos, Paralia Agios Georgios

Neben Filippos Restaurant, aber noch am Perivolos Beach, befindet sich die Bar/Restaurant Wet Stories, die sich sogar einen DJ leisten, der tolle Musik auflegte. Wir lagen ja nicht weit davon entfernt und morgens drehte der DJ auch nicht so auf, aber gegen Mittag wurde die Musik lauter. Das was der DJ spielte, war jetzt nicht House, Rave oder 80er Disco, aber irgendwie paßte die chillige Musik klasse zum Strandleben. Die Musik hatte es mir angetan und Shazam (Musikerkennung) lief ununterbrochen – bis der Handy Akku zur Neige ging.

Hier ein kleiner Auszug aus der Wet Stories Playlist:

Interpret Titel Youtube Link
Gabriel Balky La Luna https://youtu.be/5DhXf1EF9Tw
Cedric Salander Stanza https://youtu.be/hvGmFCY0CHU
Tuba Twooz Il Prossima Volta https://youtu.be/TrAU3Fvo7_0
Oliver Koletzki A Tribe Called Kotori https://youtu.be/_pu6Jpk5b1s
Kermesse Sunday Glide https://youtu.be/neiOY1kt1S8
Kermesse Marimba https://youtu.be/A5w-2XrI9ZM
Kermesse Castanias https://youtu.be/SPNQC-dg5o0
Paax (Tulum) El Teatro De Los Suenos https://youtu.be/VDhJFCfCoqA
Feathered Sun Get On (El Mundo & Zazou Remix) https://youtu.be/THqK2-8r-g4
Sinca Mancora https://youtu.be/0XLBHTzmzRc
Tim Green Coriolis https://youtu.be/65k2qHH5bkM
Davka & Kaio Batista Jardin D'ete https://youtu.be/FsGEwKfCl5c
Iman Hanzo Canario (Paax (Tulum)) https://youtu.be/6DEQz7lCg8g
Ray Mang Look Into My Eyes https://youtu.be/4ZBhFVTAUPA

Während in allen anderen Strandabschnitten Liegen standen, standen bei Wet Stories Sandsäcke (vielleicht auch mit einem anderen Materiel gefüllt) auf denen man lag (die Bilder zeigen nicht Wet Stories). Das Publikum war sehr jung und es wurde viel Alkohol verkonsumiert. In einem DLRG Kurs habe ich mal gelernt, dass Alkohol in praller Sonne und dann im Meer schwimmen, nicht ganz ungefährlich ist. Das spielte hier absolut keine Rolle. Hier brutzelte man, zwar unter Sonnenschirmen, bei 28°C in der Sonne, hatten viele, selbst Frauen, schon bis Mittag die erste Flasche Wein pro Person intus, und dann ging man im Meer baden. Passiert ist zwar nichts, ich hielt es aber für extrem unvernünftig. Keine Ausschweifungen und alle einfach nur gut drauf.
Meine Schilderungen aber bitte nicht mißverstehen: Hier war nicht saufen wie am Ballermann angesagt. Hier standen Wein, Champagner und Sektflaschen in Sektkühlern, wurden Longdrinks gereicht und zwischendurch wurde ein griechischer Salat oder eine Obstschale serviert.
Irgendwie riß uns das Ambiente, die Unbeschwertheit und Unbekümmertheit mit. Wir waren total begeistert und schauten ein wenig neidisch auf das Treiben nebenan.

Wet Stories
Perivolos 84700
GPS-Position: 36°20’43.7″N 25°27’50.4″E
https://wetstoriessantorini.gr/

Nachfolgend einige Bilder vom Perivolos Beach.

Am späten Nachmittag überlegten wir, wo man etwas zu Abend essen könnte und wann denn wohl der Bus fahren würde. Wir holten uns bei der nahegelegenen Eisdiele ein Eis, wanderten zurück zur Bushaltestelle und schätzten, wann der Local Bus kommen würde. Wie schon zuvor geschildert, waren auch hier wieder nur die Abfahtszeiten ab Fira und Perissa Ort ausgeschildert (was einem in Perivolos Beach natürlich so gut wie nichts nützt) und die Fahrtdauer. So schätzten wir, daß der Bus in Perissa Ort immer gegen 25 Minuten vor ankommen sollte. Geschätzt würde er dann gegen 17:35 Uhr, 18:35 Uhr, 19:35 Uhr, usw. in Perivolos Beach sein. Beruhigt kehrten wir zu unseren Liegen zurück.

Als die Schatten länger wurden, beschlossen wir zu Abend zu essen und da wir nicht so recht wußten wo, sind wir in der Nähe der Bushaltestelle geblieben und aßen bei Filippos. Das Essen haute uns nicht vom Hocker, war aber auch nicht schlecht. Wir hatten etwas mehr erwartet.

Filippos Restaurant
Perivolos 84700, Griechenland
http://www.filippossantorini.com/

Tripadvisor: ****

Als es zeitlich langsam knapp wurde, bezahlten wir und machten uns auf den Weg zur Bushaltestelle. Aus einiger Entfernung sahen wir, dass der Bus schon kam und fingen an zu laufen. Wir sahen von weitem wie einige Fahrgäste aus- und einstiegen, und sich die Bustüren sofort wieder schlossen. Einige Leute etwas weiter vor uns erreichten genau in diesem Moment den Bus und klopften gegen die Tür um sich bemerkbar zu machen. Obwohl der Bus noch stand, öffnete der Busfahrer die Tür nicht mehr und machte eine kreisende Bewegung mit der Hand. Für uns bedeutete das so viel wie: Fahre nur ne Runde und bin gleich wieder da. Denkste. Wir haben geschlagene 60 Minuten gewartet, bis der nächste Bus aus Fira kam. Es war ca. 19:30 Uhr und es war schon dunkel als wir in Richtung Fira fuhren. Ich hatte mir für diesen Bus ausgerechnet, dass wir bei normaler Fahrtdauer, den Anschlußbus in Fira zu der Haltestelle nahe bei unserem Hotel, fast noch bekommen müßten. Doch der Bus fuhr nun eine komplett andere Strecke als morgens und nahm alle Dörfer im Hinterland mit: Pyrgos, Mesaria und Karterádos. Er kam 20 Minuten später als ausgerechnet in Fira an, und der Anschlußbus war natürlich weg. Der nächste ging fast 1,5 Stunden später, um 21:30 Uhr und ob der Bus dann genau dort halten würde, wo wir hin wollten, konnte ja auch niemand sagen. Wir waren fertig mit den Nerven und beschlossen zu Fuß zu gehen. Aber ohne Karten in einem fremden Ort ist das schwer. Analoge Karten hatten wir nicht dabei und und die digitalen konnten wir auch nicht nutzen. Bei meinem Handy war ja der Akku leer und bei meiner Partnerin hatten wir den Datenverkehr im Ausland ausgeschaltet. Die Nerven lagen blank. Scheiß Bus! Nie wieder.
Ich habe dann den Datenverkehr wieder eingeschaltet, doch per Navi zu Fuß, da sind die Reaktionen wg. der langsamen Bewegung und der GPS Ungenauigkeit immer sehr verzögert. Als wir uns beruhigt hatten und konzentrierten fanden wir den richtigen Weg und brauchten ca. 20 Minuten bis zum Hotel. Der Weg führte zwar immer an der lauten, viel befahrenen Hauptstraße entlang, aber es gefiel uns trotzdem. Toller Ausblick bei Nacht auf die Caldera in der 2 Kreuzfahrtschiffe vor Anker lagen.

Als wir am Hotel ankamen und auf unserem Balkon saßen, resümierten wir, dass man diese Strecke ruhig öfter zu Fuß gehen könne, da gar nicht mal so weit und die Aussicht auf die Caldera klasse. Die Welt war wieder in Ordnung, als wir zu Bett gingen.

Info zu Perissa
Gründung: der griechische mathematiker Ptolemäus (ca. 80-160 n.Chr.) erwähnte eine antike Stadt Eleusis auf Santorin, die laut Beschreibung in der Nähe des heutigen Perissa gelegen haben muß. Tatsächlich wurden 1836 Teile einer antiken Stadt entdeckt.
Einwohner: ca. 500

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