Australien Reise, 14.08.2010, Undara - Silky Oaks Lodge, Mossman

Wir wachten von der Geräuschkulisse eines Urwaldes auf. Das kann man sich nicht vorstellen. Wahnsinn! Was für Tiere das wohl alles waren?
Ich hatte eine geführte Lava-Höhlen Tour gebucht und da wir anschließend weiter fahren wollten, bzw. mußten, hatte ich die erste Tour am Morgen gebucht – um 08:00 Uhr sollten wir an der Rezeption sein. Puuuuhh, im Urlaub so früh aufstehen, das ist ja nicht mein Ding.
Nachdem wir geduscht hatten ging es auch schon wieder ans Koffer packen, denn nach der Lava-Höhlen-Tour mußte es schnell gehen.



Der Koffer vor dem Wagon ist meiner.



Zu so früher Stunde ist im Restaurant-Bereich noch nicht viel los.



Ein Ranger nahm uns an der Rezeption in Empfang und fuhr uns dann zu den Lava Höhlen, die etwas abseits lagen.
Die Bilder sind leider etwas verwackelt, aber ich war wieder ohne Blitz unterwegs und mit langen Belichtungszeiten frei aus der Hand fotografiert funktiniert nicht. Ich hoffe aber aber, das man trotzdem einen Einblick bekommt, was Lava-Höhlen sind.
Wie entstehen solche Lava-Höhlen? Für das Entstehen gibt es mehrere Voraussetzzungen:
1. dünnflüssige Java
2. einen Vulkan mit einer Hangneigung von <= 5°
3. an diesem Hang eine größeren Rinne, in der die dünnflüssige Java fließt.
Diese Voraussetzungen findet man meistens bei Schildvulkanen.



Die dünnflüssige Lava fließt nun durch diese Rinne. An den Rändern und an der Oberfläche der Lava ist die Fließgeschwindigkeit und die Temperatur geringer. Dort erstarrt die Lava zuerst, während sie innen noch fließt. So bildet sich eine Art Dach über der Rinne. Versiegt der Vulkan und liefert keinen Lava-Nachschub mehr, fließt die Rinne mit dem Dach darüber leer, bzw. sinkt der Lava-Pegel in der Röhre. Wenn alles erstarrt und erkaltet ist bleibt ein Hohlraum bleibt zurück.



Die Breite einer Lavaröhre kann 30 m, die Höhe kann 15 m und die Länge schon mal 50 km betragen





Nach dem Besuch der Höhlen, fuhr uns der Ranger zur Undara Experience zurück. Dort aßen wir noch eine Kleinigkeit zum Frühstück….



….während wir den Papageien (Aras?) zuschauten.



Wo sieht man als Europäer so etwas in freier Natur ?



Noch einmal ein letzter Blick auf die Schlafwagen und wir fuhren weiter.



Unser nächstes Ziel war die Silky Oaks Lodge in Mossmann. Die teuerste Buchung dieses Urlaubs, doch dazu später mehr. Auf dem Weg dorthin, kann man noch die heißen Quellen Innot Hot Springs, den Wasserfall Rundkurs (Waterfall Circuit) bei Millaa Millaa mitnehmen und bei Yunga Burra den Curtain Fig Tree.
Die Tour sah wie folgt aus.
305km / 4std.45min



Innot Hot Springs
Innot Hot Springs ist ein kleines Dorf mit ca. 321 Einwohnern. Es liegt direkt am Kennedy Highway zwischen Mount Garnet und Ravenshoe. Die heißen Quellen erreicht man direkt am Kennedy Highway bei 17°39’59.4″S 145°14’20.0″E

Bei den Hot Springs handelt es sich um drei heiße Mineralquellen im Nettle Creek. Die Temperatur der drei Quellen liegt zwischen 73°C – 85°C.



Die Legende der Mamu Aborigines zu diesen Quellen lautet wie folgt: geschaffen wurden die Quellen in der Traumzeit, als eine große Meeresschildkröte einen heißen Stein verschlungen und im Bauch hatte. daraufhin eilte Sie aus dem Meer ins Landesinnere zu dieser Stelle, heute Innot Hot Springs, um das Wasser zu wärmen. Die Meeresschildkröte ordnete an, daß seit diesem Tag alle großen Schildkröten im Meer bleiben sollten, während die kleinen Schildkröten in den Süßwasserflüssen an Land leben dürften.

Europäer entdeckten die heißen Quellen erstmals 1870. Um diese Zeit war John Atherton auf der Suche nach Weidefläche. Er nutzte die Quellen jedoch nicht und man geht heute davon aus, dass sie bis 1885 total ignoriert wurden. In 1885 entdeckte dann Charles Overend Garbutt die Quellen und erfuhr von den Aborigines dass die Quellen heilende Eigenschaften haben sollten. Am 1. April 1886 pachtete der in Russland geborene Antonie Antonevic 10 ha rund um die Quellen, da er die kommerziellen Möglichkeiten der Quellen erkannt hatte. Die Pacht wechselte mehrfach und erst als(Neil) Charles Spranklin Ende der 1890er Jahre das Zepter übernahm wurden die Quellen erfolgreich genutzt.
Im Juli 1888 baute er ein zweistöckiges Haus mit Badehäuschen und im Februar 1891 wurde mit dem Bau eines Hotels begonnen, da der Andrang recht groß war.
Ein Problem war die hohe Temperatur des Wassers und so ließ man jeden Morgen um 6 Uhr morgens das heiße Quellwasser in die Badewannen und ließ es so lange abkühlen, bis die Gäste die Temperatur als angenehm empfanden und darin baden konnten. 1900 baute Spranklin noch einmal vier weitere neue Badezimmer, da diese dringend benötigt wurden.
In diesem Jahre baute Spranklin auch eine kleine Fabrik in der er das Wasser aus den Quellen in Flaschen abfüllen ließ. Diese wurden dann als Heilwasser nach Europa exportiert.
In der viktorianischen Ära wurde angenommen, dass das Baden im Wasser von Mineralquellen, oder das Trinken solchen Wassers einen heilenden Effekt hat.
Am 7. Oktober 1918, Spranklin war nicht im Hotel anwesend, wurden Teile der Anlage durch ein Feuer vernichtet.
Am 13. März 1929 starb Charles Spranklin im Alter von 75 Jahren nach langer Krankheit, doch sein Sohn, James Thomas Spranklin, der alles erbte und weiterführen wollte, überlebte ihn nicht lange. James Thomas Spranklin starb nur zwei Jahre später, im Januar 1931. Neue Besitzer des Hotels wurden Jack und Mabel McBride.


Im Millstream Falls Nationalpark
Der Millstream Falls Nationalpark befindet sich in den, zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden, Wet Tropics, im äußersten Norden von Queensland.



The Big Millstream Fall (Aboriginal: Yindinji)



Die Atherton Tablelands
Der Name der Tablelands geht auf John Atherton (weiter oben schon einmal erwähnt) zurück, der von 1837–1913 gelebt hat. Er war einer der ersten Siedler der hier Weideland für sein Vieh geschaffen hatte. Ursprünglich war die Gegend großflächig Regenwald und die Wuchsbedingungen waren klasse. Die Tablelands gehören zu den Tropen und gepaart mit dem feuchten Klima des relativ nahe gelegenen Meeres und mit dem Klima des Hochplateau bot tolle Bedingungen.



Die Siedler haben die meisten Regenwälder gerodet und das Holz zu Bauholz verarbeitet und Weideland angelegt. Einige wenige Regenwälder sind bis heute geblieben die vielen Tieren einen Lebensraum bieten, der Rest der Tablelands sieht, wie zu sehen, aus wie im Allgäu: große, saftig grüne Wiesen und ab und zu eine Windkraftanlage.



Da wir uns in der Undara Experience zu lange aufgehalten hatten, war es etwas spät geworden. Ich entschloss mich furzfristig den Curtin Fig Tree und den Waterfall Circuit auszulassen und zur Silky Oaks Lodge durchzufahren. Es wäre sonst viel zu spät geworden. Es bestand aber die Möglichkeit das als Abstecher nachzuholen, wenn wir einige Tage später von Cairns nach Townsville fahren würden.


Hinter Mount Molloy bogen wir auf den Highway 44 ab und fuhren auf der Mossmann Mount Molloy Road in Serpentinen hinab zur Küste.



Bei Mossmann erreichten wir die Silky Oaks Lodge. An der Rezeption erklärte ich dann meinen Mitreisenden, dass die Übernachtung sehr teuer sei, daß die Silky Oaks Lodge aber etwas besonderes ist.
Die Silky Oaks Lodge liegt am Rande des Regenwaldes. In diesem stehen mehrere kleine Hütten, in denen man übernachtet. Hütte klingt jetzt etwas geringschätzig, ist aber nicht so gemeint, denn die Hütten sind bestens ausgestattet. Mit gemütlichen, hochwertigen Betten, einem Bad mit Whirlpool-Badewanne und einem Balkon, von dem man aus ins dichte Grün schaut.
Der Empfang der Silky Oaks Lodge



Super gute Betten



Die Whirlpool-Badewanne



Blick auf den Balkon mit der üppigen Vegetation dahinter



Das Bad



Wenn man von der Hütte zum Abendbrot will, muß man über Holzbohlen durch Regenwald-Vegetation.


rueckwaerts vorwaerts
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