USA Westen Rundreise, 17.08.2009, Los Angeles - Santa Barbara - Solvang - Morro Bay

An diesem Tag sollte nun die eigentliche US Rundtour beginnen. Die erste Etappe führte uns über Santa Barbara und Solvang nach Morro Bay.
Die Erkältung wurde schlimmer.


Morgens haben wir erst einmal geschaut wie das Wetter wird. Denn der Highway 1 ist ein Erlebnis – aber nur bei schönem Wetter. Zunächst war es aber sehr verhangen und diesig.



Nach einem amerikanischen Frühstück bei Danny’s ging unsere Rundtour los, aber zuvor noch etwas zu den Mahlzeiten. Wenn man in den USA unterwegs ist, muß man sich auch auf amerikanische Essgewohnheiten umstellen. Das bedeutet, morgens und abends wird gut gegessen, mittags, wenn es warm ist, eher weniger, wenn nicht sogar gar nichts. Auch ein continental breakfast bekommt man nicht immer, geschweige denn deutsches Brot, Brötchen (oder Semmeln) und Marmelade. Die Umstellung dauert zwar etwas, aber sich in den USA “deutsch” ernähren zu wollen klappt definitiv nicht! Viele Touristen gehen dann zu Danny’s. Das ist eine (Schnell-)Restaurantkette wo man typisch amerikanisch frühstücken kann: Rührei aus drei Eiern mit Schinken (Bacon), Pfannkuchen (Pancakes) mit Ahornsirup, Toast, Würstchen (Sausages). Mein favorisiertes Gericht sollte das “All American Slam” werden. Wer sich einmal ein Bild davon machen möchte, kann das hier: https://www.dennys.com/food/slams/, aber keinen Schrecken bekommen :-). Im ersten Moment ist man entsetzt: So viel süßes Zeug! Aber es schmeckt, sättigt ganz schön und mittags verspürt man eigentlich gar keinen Hunger. Abends größer essen gehen ist nicht ganz billig. Die Preise für ein gutes Abendessen bewegen sich auf deutschem Niveau, doch dazu kommt dann noch der Tip – das Trinkgeld. Viele Ober bekommen kein Gehalt und das Verdienst setzt sich zu 100% aus dem Trinkgeld zusammen. Also sollte man unbedingt Trinkgeld geben. Das sollte so 10-15% des Rechnungsbetrages ausmachen und dann ist so ein Essen recht teuer. Also sind wir oft in die Supermärkte haben uns mit Brot, Wurst und Käse eingedeckt und haben dann abends meistens etwas auf die Hand gehabt. Brot in deutscher Qualität sucht man allerdings vergebens. Man bekommt überall nur Ziehharmonika-Brot (eine Namens-Kreation von mir) – es ist so 30-40 cm lang, es ist aber so locker, dass man es auch auf 5 cm zusammendrücken kann. Deutsches Weißbrot ist dagegen noch recht festes Brot. Es gibt auch dunkleres Ziehharmonika-Brot, doch das ist auch nicht besser, bzw. gesünder.


Von Los Angeles aus könnte man auf den relativ neuen Ventura Fwy. (101) fahren und käme super schnell vorwärts, doch deswegen waren wir ja nicht hier. Also sind wir auf dem alten Highway 1, dem Pacific Coast Highway, an der Küste entlang über Santa Monica und Malibu. Bei Ventura muß man etwas aufpassen, denn da laufen die beiden Highways fast parallel. Wir sind weiter auf dem alten Highway 1 geblieben. Nach ca. 160 km, bzw. 2 Stunden Fahrt erreichten wir Santa Barbara. Santa Barbara wird auch die Hauptstadt der „American Riviera“ genannt. Hier wohnen sehr viele Schauspieler. Kalifornien gehörte von 1821 bis 1846 zu Mexiko und diesen mexikanischen Einfluß in der Architektur sieht man noch heute und macht diesen Ort aus! Nach einem schweren Erdbeben waren weite Teile von Santa Barbara zerstört doch die Stadt beschloß, die Häuser originalgetreu wieder auf zu bauen, damit der Ort den mexikanischen Flair behält.
Santa Barbara hat ca. 100 000 Einwohner und durch diese geringe Größe, aber auch durch das mediterrane Flair, das Mittelmeerklima und die kurzen Entfernungen zu Los Angeles, haben sich hier extrem viele Promis niedergelassen, insbesondere im Örtchen Montecito. Andererseits hat die Promi-Dichte wiederum dazu geführt, das sich Santa Barbara zur teuersten Wohngegend der USA entwickelt hat. So kosten Häuser im Schnitt 1,2 Millionen Dollar. In Montecito wohnen so viele Promis dass es einer der reichsten Bezirke der gesamten USA geworden ist. Das Durchschnittseinkommen der Einwohner liegt bei ca. 70 000 US-Dollar, was mehr als dem dreifachen des Landesdurchschnittes entspricht.


Info Santa Barbara
Stadtgründung: 1847
Einwohner: ca. 100 000
Bevölkerungsdichte: 1 691 Einwohner/km2
Fläche: 111,6 km2
Höhenlage: 15 m
GPS: 34°25’12.7″N 119°41’55.5″W
Homepage: https://www.santabarbaraca.gov/


Skateboarder im Chase Palm Park.



Nicht weit vom Chase Palm Park ragt ein langer Pier ins Meer – Stearns Wharf. Stearns Wharf wurde 1872 fertiggestellt und war damals der längste Tiefwasser-Pier zwischen Los Angeles und San Francisco. Der Pier trägt den Namen seines Erbauers, dem Holzfäller John P. Stearns. Auf dem Pier gibt es auch ein sehr gutes Restaurant.
Der Pier ist mehrfach durch Feuer, Erdebeben und Sturmfluten beschädigt worden und war deshalb mehrfach für Jahre geschlossen, wurde aber jedes Mal wieder restauriert. Heute ist Stearns Wharf DAS Wahrzeichen von Santa Barbara.



Blick von Stearns Wharf auf Santa Barbara



Hinter Santa Barbara sollten sich die Santa Ynes Mountains erheben und die mediterran wirkende Stadt vor den grünen Hügeln ist ein tolles Bild, das ich bei meinem ersten USA-Urlaub erleben konnte. An diesem Mittag war es leider total verhangen und diesig.



Mal wieder ein Bild von mir selbst



der Santa Barbara Yachthafen



das Restaurant Moby Dick auf Stearns Wharf



Santa Barbara vor den Santa Ynes Mountains, die man an diesem Tag leider nicht sehen konnte.



Ein Pelikan



Nachdem wir uns umgeschaut hatten, im Moby Dick einkehren wollten wir nicht, fuhren wir weiter. In den Santa Ynes Mountains sollte die “Königin der Missionen”, die “Old Mission Santa Barbara” liegen, die wir auch sehr schnell fanden.


Die alte Mission Santa Barbara
Die Mission wurde im Jahre Jahres 1786 erbaut und zwar am 4. Dezember, dem Tag, an dem die Franziskaner das Fest der heiligen Barbara begingen. Ziel der Mission war es, den hier ansässigen Stamm der Chumash zum Christentum zu bekehren und es st die einzige Mission, die seit dem Tag ihrer Erbauung bis heute von Franziskanern geleitet wird.

Info Old Mission Santa Barbara
Originalname (übersetzt): Die Mission der Frau Barbara, Jungfrau und Märtyrerin.
heutiger Name: Mission Santa Barbara
Beiname: Königin der Missionen von Oberkalifornien
Ort: Santa Barbara (CA)
Gründungsdatum: 4. Dezember, 1786
Besitzer: römisch-katholische Kirche
Homepage: http://www.sbmission.org/
GPS: 34°26’18.2″N 119°42’47.0″W




Nachdem wir uns ein wenig umgeschaut hatten, ging die Tour weiter



Bei Las Cruces sind wir nicht auf den alten Highway 1 nach Lompoc abgebogen, sondern auf dem Highway 101 geblieben und bei Buellton auf den CA-246 Richtung Solvang abgebogen. Es ist ein kleiner Umweg nach Solvang, aber es wurde in Reiseführern dringend empfohlen.



Als ich das erste Mal den Highway 1 fuhr, vor gefühlten 30 Jahren, war von dem Örtchen Solvang noch nicht die Rede und es tauchte in keinem Reiseführer auf. Weshalb eigentlich nicht? In der Zwischenzeit hat sich Solvang zu einer richtig gut besuchten Touristenattraktion entwickelt.
Solvang wurde im Jahre 1911 von einer Gruppe dänischer Pädagogen gegründet. Zunächst errichteten sie eine Volksschule und später kam auch noch ein College hinzu. Der kleine Ort wuchs immer mehr, wobei man den dänischen Fachwerkhausstil immer beibehalten hat und heute gibt es dänische Bäckereien, Restaurants und Geschäfte. Man fühlt sich richtig nach Dänemark versetzt und so nennt man Solvang heute die „Dänische Hauptstadt von Amerika“. Der Name Solvang is natürlich dänisch und bedeutet so viel wie „Sonniges Feld“.
Hier ganz in der Nähe, wir verzichteten aber darauf dorthin zu fahren, liegt in Los Olivos in der Figueroa Mountain Rd. Haus Nr. 5225 die Neverland-Ranch von Michael Jackson. Die GPS Koordinaten sind: 34°44’29.3″N 120°05’33.8″W
Das Grundstück war damals schon scharf bewacht und man konnte es nicht besichtigen und so weit ich weiß, ist das heutzutage auch nicht möglich.
Nachfolgend einige Impressionen aus Solvang. Wir haben es nicht bereut, den kleinen Umweg gefahren zu sein.















Info Zusammenfassung Solvang
Bedeutung des Namens: sonniges Feld
Gründungsjahr: 1911
Einwohner: ca. 5500
Homepage: https://www.solvangusa.com/
Tourist Info und Segway Tours: 453 Atterdag Rd, Solvang, CA 93463, USA
GPS: 34°35’45.9″N 120°08’39.2″W


Wir haben uns noch etwas Süßes in der dänischen Bäckerei geholt und sind dann weiter gefahren, denn unser Ziel an diesem Tag, Morro Bay, war noch 138km/1,75 Std. entfernt.



Am Highway 1 findet man immer wieder Weinberge



Es sind keine Kopien der vorherigen Bilder. In diesem Bereich, vorbei an dem Ort Santa Maria und Pismo Beach, auch der große Militär-Stützpunkt Vandenberg ist nicht weit weg, verläuft der Highway 1 wenig spektakulär, durch das Landesinnere – lange, gerade Strecken und immer wieder Weinberge.





häufig sieht man auch pompöse Villen



Am späten Nachmittag erreichten wir unser heutiges Endziel, Morro Bay.
In Morro Bay hat es uns super gut gefallen. Der Ort hat etwas usprüngliches. Man sieht nur wenige Touristen, und wenn man in einen Pub geht, oder in einen Coffee Shop sitzt, sitzt man meistens mit Einheimischen zusammen.
Morro Bay wurde 1870 gegründet und ist mit ca. 10 000 Einwohnern auch nicht besonders groß. Das Wichtigste an Morro Bay ist sein kleiner Hafen, der zur Verschiffung von Milch- und Fleischprodukten dient.
Auch der Strand von Morro Bay ist recht schön, man hat aber direkt an der Küste in unmittelbarer Nähe ein großes Kraftwerk gebaut. Da mag man dann nicht mehr gerne ins Wasser gehen, aber wahrscheinlich rechnete man auch nicht mit Badegästen/Touristen, da das Wasser durch den Kalifornienstrom die meiste Zeit des Jahres extrem kalt ist.

Info Morro Bay
Gründung des Ortes: 1870
Einwohnerzahl: ca. 10 000
Fläche des Ortes: 26,3 km2
Bevölkerungsdichte: 763,7 Einwohner/km2
Homepage: http://www.morro-bay.ca.us/
GPS (am Morro Rock): 35°22’09.7″N 120°52’01.9″W
Wir fuhren zu unserem Motel 6 in der Atascadero Road um schon einmal die Koffer auszuladen.
Motel 6 Morro Bay
Adresse: 298 Atascadero Rd, Morro Bay, CA 93442, USA
Telefon: +1 805-979-9808
Homepage: https://www.motel6.com/en/motels.ca.morro-bay.4.html
Wir bekamen relativ schnell unsere Zimmer im Erdgeschoß und konnten, wie meistens bei Motels, mit dem Wagen bis vor das Fenster des gebuchten Raumes fahren. Wir luden unsere Koffer aus und mußten dann aber im Zimmer feststellen, daß die Betten voller Haare waren. Also waren sie sicherlich nicht neu bezogen worden. Igitt. Ich bin dann mit meiner Partnerin zur Rezeption wo wir uns beschwerten. Ohne den Manager der Anlage geht da in den USA aber meistens nichts. Die Angestellten entscheiden nicht selbstständig und in diesem Fall hatte der Manager schon Feierabend. Ein neues Zimmer wollte uns die Angestellte nicht geben, das dürfe sie nicht. Stattdessen entschuldigte sie sich vielmals und drückte uns einen Stapel frische Bettwäsche in die Hände. Das Personal zum Betten beziehen sei leider auch nicht mehr vor Ort und Betten beziehen könne sie nicht und dürfe sie auch nicht. Das mußten wir also selber machen. Einige Zeit später drückten wir ihr dann die dreckige Bettwäsche, die wir abgezogen hatten, in die Hände.


Wahrzeichen von Morro Bay ist der Morro Rock. Dabei handelt es sich um einen 176 Meter hohen Hügel, der direkt am Hafen liegt. Forscher haben festgestellt, dass der Morro Rock vulkanischer Herkunft ist.



Am Horizont wurde es dunkel. Es zog scheinbar ein Gewitter auf.



Eine leichte Nebelbildung, wie auch an diesem Abend, hat man an großen Teilen der US Westküste häufiger, da hier das sehr warme Landesinnere auf den kalten Kalifornienstrom trifft, der zu dieser Jahreszeit bei ungefähr 15°C liegt.



Langsam ging die Sonne unter.



Aber was tun? Der Ort schien ausgestorben, aber so früh auf das Motelzimmer? Wir haben uns umgeschaut wo man noch ein Bierchen trinken könnte und fanden direkt am Hafen den “The Libertine Pub” (801 Embarcadero, http://libertinebrewing.com/ ). Hier war es richtig urig und es gab gutes Bier, was in den USA nicht immer selbstverständlich ist. Ganz offensichtlich waren wir auch die einzigen Touristen in dem Pub. Wie sagt man immer so schön: Da wo die Einheimischen hin gehen, ist es am Besten. Es war Montag und da der Pub um 22:00 Uhr schließt, bezahlten wir und gingen wir dann noch einmal zum Morro Rock.


Dort stand eine einsame Laterne. Ohne Stativ im Dunkeln auf größere Entfernung (also ohne Blitz) ist das nicht ganz einfach und es ist auch etwas unscharf, aber ich fand das es ein sehr stimmungsvolles Bild ist und irgendwie erinnert es mich an das Lied von Lale Andersen (auch wenn es darin um eine Kaserne und nicht um einen Felsen geht 🙂 ):
……Stand eine Laterne und steht sie noch davor.
So wollen wir uns da wieder seh´n
Bei der Laterne wollen wir steh´n
wie einst Lili Marleen….

rueckwaerts vorwaerts

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