Mid-West USA Reise, 26.08.2012, West Yellowstone - Cody

Schweren Herzen mußten wir nun Abschied vom Yellowstone nehmen.
Wir hatten uns überlegt, daß man den Park eigentlich im Winter besuchen müßte, wenn die Bison sich an den heißen Quellen wärmen. Das müßte ein tolles Bild sein. Schade nur, daß viele der Straßen im Winter gesperrt sind und man eine Sondergenehmigung benötigt.
Wir packten mal wieder unsere Koffer und zum letzten Mal ging es durch den Yellowstone. Das nächste Ziel war die Stadt Cody die, wie zuvor erwähnt, von Buffallo Bill gegründet wurde. Für die Strecke von West Yellowstone nach Cody gibt es zwei Alternativen:
1. Über die US-20 von West Yellowstone am Yellowstone Lake vorbei direkt nach Cody.
Diese Strecke soll zwar landschaftlich schön sein, doch in erster Linie schnell.


2. Die landschaftlich schönere Strecke führt weiter nördlich über den Bear Tooth Pass Highway und den Chief Joseph Highway. Im Prinzip war das die richtige Entscheidung. Landschaftlich Atem beraubend, obwohl es auch an diesem Tag wieder total diesig war und man die Schönheit der Strecke nur erahnen konnte. Trotzdem – Spitze.
Für diese Strecke nutzt man den Nordost Ausgang des Yellowstone Parks und um dorthin zu kommen, kann man über Mammoth Hot Springs und das Roosevelt Country fahren, womit man die letzten wichtige Punkte im Yellowstone Park besucht hätte. Unsere Strecke sah in diesem Tag wie folgt aus:




Höhenprofil der Etappe:

Höhenprofil_WestYellowstone_Cody

Wir packten unsere Koffer, bezahlten an der Rezeption und fuhren wieder durch den Westeingang des Yellowstone in den Park.
Kurz hinter dem Eingang fiel uns gleich eine größere Ansammlung an Autos auf. Immer ein Anzeichen dafür daß man Tiere zu sehen bekommt. In diesem Fall waren es zwei Adler. Leider in einiger Entfernung, so daß ich schon mein Teleobjektiv nutzen mußte um die Bestätigung zu erhalten, daß es auch wirklich Adler sind.



Hier fließt der Madison River



Nach einiger Zeit fuhren wir weiter.
Am Beginn des linken oberen Teils der Acht besuchten wir das Norris Geyser Basin.



Norris Geyser Basin
Auf unserer Fahrt nach Mammoth Hot Springs machten wir noch einmal am Norris Geyser Basin Halt, das die mit Abstand heißesten Quellen/Geyser des Yellowstone hat und am nordwestlichen Rand der Caldera liegt.



Wie man auf dem Bild oben und unten sieht, gehen hier die Farben der Pools/Geyser eher ins Blaue. Der Grund hierfür ist, daß das Wasser im Norris Geyser Becken sauer ist, statt basisch wie bei den anderen Quellen. Es gibt sogar einige Geysire mit saurem Wasser (Echinus-Geysir: pH-Wert ca. 3,5), was weltweit sehr selten ist. Auf Grund des sauren Wassers leben hier im Wasser andere Bakterien – daher haben die Quellen hier andere Farben.


Im Norris-Geysir-Becken befindet sich der größte aktive Geysir der Welt – der Steamboat Geysir. Seine durchschnittliche Auswurfhöhe beträgt 90 Meter, es wurden jedoch auch schon 130 Meter gemessen.
Leider ist er, im Gegensatz zum Old Faithful, sehr unzuverlässig. So können zwischen zwei Auswürfen 4 Tage, aber auch schon mal 50 Jahre liegen. So lange wollten wir dann doch nicht warten.



Wieder vorbei am Roaring Mountain und am Obsidian Cliff erreichten wir die Kalkterrassen von Mammoth Hot Springs.


Aus heißen Quellen strömt hier ca. 70° warmes Wasser über sogenannte Sinterterrassen. Das Wasser besitzt einen überdurchschnittlich hohen Kalkanteil der sich am Quellaustritt in Form von Terrassen ablagert. Dabei entstehen auch flache Becken in denen sich Bakterien und Algen ansiedeln, die je nach Temperatur unterschiedliche Farben haben. Leider lassen sich seine Ausbrüche nicht vorhersagen. Zwischen zwei Ausbrüchen können 4 Tage aber auch 50 Jahre liegen.



Da man wegen des Wassers und der Terrassen nicht überall hin gekommen wäre, wurden von der Parkverwaltung Holzstege und Brücken gebaut auf denen man an den Terrassen vorbei geführt wird.



Der Wasserfluß ließ in den letzten Jahren sehr nach und hat sich bei ca. 1900 Litern/Minute eingependelt. Das Wasser lagert heutzutage bis zu 2 Tonnen Kalkstein/Tag ab.





Im Großen und Ganzen hat uns auch dieser Teil des Yellowstone Parks begeistert. Schade nur, daß die Quellen nicht mehr so viel Wasser liefern und so auch nur wenig Wasser über die Terrassen fließt.


Weiter ging es durch das Roosevelt Country. Dieser Teil des Parks wird von Touristen am Wenigsten besucht. Weshalb, verstehe ich selbst nicht, da man gerade hier viele Hirsche und Bison sehen kann. Der Park ist nach dem 26. Präsidenten der USA benannt, der in der Nähe gecampt haben soll.
Weit kamen wir auf unsere Fahrt nicht. Eine komplette Herde Bison setzte sich in Bewegung und marschierte über die Straße. Ich weiß nicht was die Bison an dieser Situation so klasse fanden, jedenfalls blieben Sie mitten auf der Fahrbahn stehen und bewegten sich nicht mehr. Was jetzt ??
Weiter hinten in der Schlange drehten einige Harley Fahrer auf, weil Sie meinten, der Lärm würde die Tiere verscheuchen. Doch Sie erreichten eher das Gegenteil. Die Tiere scheuten , wurden unruhig und nun bestand die Gefahr, daß sie auf die Fahrzeuge zu rannten. Immer wieder versuchten die Harley Fahrer mit dem Krach Ihrer Maschinen die Tiere zu vertreiben, doch Tiere die eben noch neben der Fahrbahn standen, liefen nun zu ihren Artgenossen auf die Fahrbahn.


Im Park sind sehr viele Harley Fahrer unterwegs, doch man fragt sich manches Mal weshalb. Keine Augen für die Tiere, Pflanzenwelt oder die vielen anderen Attraktionen des Parks. Hauptsache man kann mit seinem Hobel krachend durch die Gegend sausen.


Nach einiger Zeit kam eine Rangerin, aber auch die konnte nichts ausrichten und verharrte in Ihrem Wagen. Nach ca. 30 Minuten fuhren die vorderen Autofahrer im Stau mit Ihren Fahrzeugen sehr langsam auf die Herde zu und nun setzten Sie sich in Bewegung und es konnte tatsächlich weiter gehen.


Wir fuhren durch den Nordost-Eingang, dem Silver Gate, aus dem Yellowstone Parks. Es fing an zu regnen, hörte jedoch zum Glück bald wieder auf.



Wir fuhren nun über den Bear Tooth Pass Highway.Es war mal wieder sehr diesig, doch man konnte erahnen wie schön das hier bei klarer Sicht ist und ich kann diese Strecke nur jedem empfehlen.



Nach einiger Zeit bogen wir ab auf den Chief Joseph Highway. Nun ging es in Serpentinen an einem Ausläufer des Pat O’Hara Mountain hoch.





Am Ende erreichten wir Cody, jenen Ort der von Buffalo Bill gegründet wurde.
Hier bezogen wir eine Hütte im Cody Cowboy Village.



Hier gingen wir erst einmal einkaufen. Die Supermärkte in den USA sind meistens sehr großzügig gebaut.
So können ältere Menschen, oder Adipositas Geschädigte mit diesen Wagen durch die Gänge fahren. Ich habe es zwar noch nicht nötig :-), denke ich zumindest, wollte das aber mal demonstrieren.



Wir fuhren zurück zu unserer Hütte, von der wir eigentlich begeistert waren.



Neben dem Cowboy Village hatten wir schon, als wir in die Stadt fuhren, eine Halle gesehen. Nun wollten wir den Veranstaltungskalender der Halle erkunden. Wir stellten fest, daß dort ein Konzert der Cody Cattle Company stattfand. Dazu sollte es ein Buffett geben. Wir hörten die Country Music und waren so begeistert, das wir bezahlten. Klasse Musik und das Buffet war auch nicht schlecht.



Wer mal eine Kostprobe hören möchte, kann das hier tun: https://www.youtube.com/watch?v=gaCndL0ggyo


Doch nachdem die Band zwei Lieder gespielt hatte spielten Sie die amerikanische Nationalhymne und alle Gäste verließen den Saal. Es war ja noch früh am Abend und wir glaubten zunächst es wäre nur eine Pause, aber als der Chef der Halle kam war es gewiß, daß das Konzert zu Ende war.Er fragte uns, ob wir aus Deutschland seien, denn er habe Verwandte in Deutschland. Wir kamen ein wenig ins Gespräch , denn die meisten Amerikaner sind immer sehr wißbegierig. Er meinte wir sollten ordentlich zuschlagen, denn wir hätten ja dafür bezahlt. So saßen wir ganz alleine in dieser Halle und plünderten das Buffett.
Wir waren sehr enttäuscht, so wenig von dieser tollen Band gehört zu haben. Hatten wir dafür nicht auch bezahlt?? So waren wir der Meinung man hätte uns über den Tisch gezogen, doch als wir einige Tage später die Kreditkarten Rechnung kontrollierten, stellten wir fest, daß man uns nur das Buffett berechnet hatte, das Konzeret jedoch nicht. Ui, sehr, sehr fair!


Als wir satt waren gingen wir zu unsere Hütte und setzten uns mit einem guten amerikanischen Wein auf die Veranda unserer Hütte. Eine Katze leistete uns noch Gesellschaft.
So am Abend sah unsere Hütte sehr heimelig aus.


rueckwaerts vorwaerts
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