USA Westen Rundreise, 20.08.2009, San Francisco

Nach einer grausigen Nacht, ging es mir an diesem Morgen wesentlich besser. Welch eine Freude. Ich konnte sogar mit frühstücken. Da konnte ja dem San Francisco Stadtbummel nichts mehr im Wege stehen. Aber erst einmal gingen wir zum Frühstücksraum. Es gab das übliche amerikanische Frühstück: Sausages, Pancakes, Scrumbled Eggs, usw.. Im Prinzip eigentlich nicht schlecht, was uns jedoch sehr sauer aufstieß, war das Geschirr. Das Besteck aus Plastik und die Teller und Becher aus Styropor. Als der Tisch abgeräumt wurde, wanderte alles in einen riesigen Müllsack. Keinerlei Arbeit für die Küche, doch für die Umwelt eine Katastrophe! Die Bedienung wirkte lustlos – aber was soll es, das Frühstück war gut.


Als erstes besuchten wir in Berkeley die University of California (UC), die auf der selben Seite der Bucht lag wie unser Hotel.




Die “Doe Memorial Library”
Die Doe Memorial Library wurde 1911 im neoklassizistischen Stil erbaut und ist die Haupt-Bibliothek der Universität. Benannt ist sie nach Charles Franklin Doe der der Universität die entsprechenden Summen vermachte, um die Bibliothelk bauen zu können.



Der Sather Tower
Da er aussieht wie der Markusturm in Venedig, wird er auch Campanile genannt. Der Sather Turm wurde 1914 erbaut und ist nach der Stifterin
Jane K. Sather benannt. Er ist das Wahrzeichen der Universität. Die Besucherplatform in 61 meter Höhe erreicht man mit einem Fahrstuhl. Der Turm hat auch ein Glockenspiel, das aus 61 Glocken besteht. Es spielt an Wochentagen um 07:50, mittags und um 18:00 Uhr. Der Turm ist für Besucher immer wochentags von 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet.
Am 25. März 1982 wurde der Sather Tower als Baudenkmal in das National Register of Historic Places aufgenommen.



Die “South Hall”
Die South Hall ist das älteste Gebäude der Universität und das einzige erhaltene Gebäude der ursprünglichen Universität. Hier war ursprünglich das College für Landwirtschaft untergebracht. Die South Hall beheimatete 1879 das erste Physiklabor in den USA. Auf dem Dach der South Hall wurde die Dachszene in “Mary Poppins” gefilmt
1982 wurde die South Hall in das National Register of Historic Places aufgenommen.



Die Fakultät für “Materials Science and Engineering”



Es waren offensichtlich Semesterferien, denn es war nicht viel los auf dem Campus und in den Gebäuden. Nachdem wir uns alles angeschaut hatten, fuhren wir über den MacArthur Fwy auf die SF Oakland Bay Bridge zu





Auf dem oberen Stockwerk der Brücke fährt man auf fünf Spuren nach San Francisco rein.









Von der Brücke aus sieht man wieder den Financial District und noch davor, mit dem historischen Turm, das Ferry Building



Das Ferry Building, so wie es heute zu sehen ist, wurde von dem Architekten A. Page Brown entworfen und wurde 1898 eröffnet. Beim Turm hat sich der Architekt am Turm der Giralda, der Kathedrale von Sevilla aus dem 12. Jahrhundert orientiert. Die Turmuhr spielt zu jeder vollen und halben Stunde die Melodie “Westminster Quarters”.
Das Ferry Building überstand alle großen Erdbeben unbeschadet!
Bis zur Fertigstellung der Bay Brücken hielten hier allen Personenfähren der Bay und zwar in solchen Mengen, daß es seinerzeit der zweitgrößte Umschlagplatz der Welt war.
Mit dem Bau der Bay-Brücken ließ der Fähr-Verkehr nach und das Gebäude zerfiel im Innern immer mehr. Irgendwann entschloß man sich zur Renovierung und 2004 wurde es als Marketplace mit vielen Feinschmecker-Restaurants wiedereröffnet.



Die Straßen von San Francisco! (wer kennt noch die Krimi-Serie mit Karl Malden und Michael Douglas?)

Als man die Straßen von San Francisco angelegt hat, hat man das ganz strikt rechtwinklig getan. Es gibt in der Stadt 42 Hügel die über 35 Meter hoch sind (Hill genannt). Als man nun die Straßen so rechtwinklig angelegt hat, hat man auf diese Hügel keine Rücksicht genommen.
Serpentinen hat man lediglich bei den Twin Peaks angelegt und später bei der Lombard Street. Das hat dazu geführt, daß einige Straßen extrem steil sind. Einer der höchsten Hügel ist der Telegraph Hill mit einer Höhe von 83 Metern und die steilste Straße der Stadt ist die Filbert Street mit 31,5% Steigung (zwischen Hyde Street und Leavenworth Street). Selbst die berühmte Lombard Street kommt auf ein Gefälle von 27%. Sie ist damit zwar nicht die steilste Straße, gilt aber als die kurvenreichste der Welt. Dazu aber später mehr.



Blick vom Ferry Building auf die Willie L. Brown Jr. Bridge, den westlichen Teil der SF-Oakland Bay Bridge.



Blick von Pier 1 auf das Ferry Building



Der Platzmangel in solch einer großen Stadt und das Gefälle/Steigung der Straßen, führt zu seltsamen Bauten



Mit solch abenteuerlichem Gefährt kann man sowohl die Stadt auf Rädern besichtigen, als auch vom Wasser aus, da es auch als Schiff fungiert.



Zwei berühmte Gebäude der Stadt. Die Transamerica Pyramid (links) und der Columbus Tower (rechts) von 1907.
GPS der Aufnahme: 37°47’49.8″N 122°24’19.8″W

Tranamerica Pyramid: Das Gebäude war mit einer Höhe von 260 Metern und 48 Stockwerken bis Anfang 2018 das höchste Gebäude von San Francisco. Grundsteinlegung war 1969 und fertiggestellt wurde das Gebäude 1972. Die Bauweise soll angeblich die Erdbeben-Sicherheit gewährleisten.Das Gebäude dienbt als Bürokomplex und ist, bis auf die Lobby, für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Columbus Tower: das Gebäude wurde 1907 fertiggestellt. Man hatte vor dem großen Erdbeben mit dem Bau begonnen, doch durch das Erdbeben wurde die Baustelle stark beschädigt. So brauchte man ca. 1 Jahr für den Bau. Der Besitzer und der Name des Gebäudes wechselte in der Vergangenheit mehrfach. Neben “Columbus Tower” war ein weiterer Name “Sentinel Building”. Die Farbe des Gebäudes wird seit vielen Jahrzehnten ganz bewußt in Kupfer-Patina, also türkis, gehalten.
1970 wurde der Columbus Tower auf Platz 33 in die Liste der Wahrzeichen der Stadt San Francisco aufgenommen.



Die vollständige Liste der “San Francisco Designated Landmarks” finden Sie hier: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_San_Francisco_Designated_Landmarks
Ganz besonders hervorzuheben ist die Geburtsstätte San Franciscos, das älteste Gebäude der Stadt, die Mission Dolores!


Unser nächstes Ziel war China Town



Interessant was man alles so im chin. Pagodenstil designen kann. In diesem Fall eine Bank.



Eines der Stadttore von China Town



Wenn man schon einmal in Frisco ist, sollte man auch mit der Cable Car gefahren sein! Aber so richtig, das heißt, nicht drinnen sitzend, sondern draußen auf den Trittbrettern stehend. Aufpassen wenn dann ein Cable Car entgegen kommt!
Aber Achtung, es gibt Busse die dem Design der Cable Cars entsprechen und auf Rädern fahren – also Touristen-Nepp. Die echten Cable Cars fahren auf Schienen. Wie funktioniert das Ganze? Zwischen dem Schienenpaar verläuft in der Mitte in einem Graben ein Stahlseil, das permanenet angetrieben wird. Das “Powerhouse” Maschinenhaus dazu steht an der Kreuzung Mason Street – Washington Street und beinhaltet auch ein Museum zur Cable Car. In den unteren Hallen laufen vier Motoren mit einer Leistung von je 510 PS. Über große Antriebsräder wird das Stahlseil mit einer konstanten Geschwindigkeit von 15,3 km/h angetrieben. In den Cable Cars bedient der Gripman eine Art Klaue mit der er auf das Stahlseil zugreift und der Wagon wird mitgezogen. Will der Gripman bremsen muß er erst die Klaue vom Stahlseil lösen.
Das Ganze ist noch ein klein wenig komplizierter, weil sich die getriebenen Stahlseile auch kreuzen können, aber hier reicht es, wenn ich das Grundprinzip beschreibe. Somit fährt jeder Cable Car Wagon nur so schnell wie das angetriebene Stahlseil: 15,3 km/h
Der Vorteil dieser Technik: keine Oberleitungen und Masten die die Stadt verschandeln.
Ein Cable Car der Linie 59 Powell Str. – Market St.. Vorne zu sehen der “Gripman”



Eine Wendeplattform der Cable Car Linie Powell Str. – Market St. bei 37°47’04.9″N 122°24’27.6″W

Das Cable Car wird auf so eine Scheibe gefahren, die drehbar gelagert ist. Der sogenannte “Gripman” steigt aus, und drückt mit dem Rücken gegen eines dieser vorderen Schilder und bewegt somit die Scheibe.



Hier ganz in der Nähe war auch ein großes Bekleidungs-Geschäft und da San Francisco die Heimat der Levi’s Jeans ist, auch wenn hier nicht mehr produziert wird, kann man noch immer günstig Jeans einkaufen. Wir also in das Geschäft. Ich hatte mir einige Jeans ausgesucht und der Sohn meiner Partnerin ebenfalls. Wir also in die Umkleide. Meine Partnerin wartete vor den Umkleidekabinen, denn sie wollte dann schauen wie uns die Hosen stehen. Da kam eine Beschäftigte und hat ihr die Leviten gelesen. Was sie machen würde sei verboten! Frauen dürften sich nicht in der Nähe der Männer-Umkleide aufhalten und umgekehrt! Hallo, wie prüde ist das denn? Aber solche Erfahrungen habe ich in den USA schon öfter gemacht. Im TV brutalster Mord und Totschlag im Vorabendprogramm, aber wehe, wenn mal zu viel Haut zu sehen ist. Da drehen viele US Bürger durch.


Info Cable-Car
Start der Cable Cars: 1. September 1873
erste Linie: Clay-Street-Linie
1. vorübergehende Stilllegung: 1978 für 7 Monate wegen Únsicherheit
2. vorübergehende Stilllegung: 1982 für knapp 2 Jahre (Sanierung sämtliche Gleisanlagen und Kabelkanäle, neue Antriebsmaschinen, Restaurierung zund Anschaffung neuer Wagons.
Wiedereröffnung: 21. Juni 1984
Länge aller Linien zusammen: 17,160 km
Spurweite: 1067 mm
Stromsystem: 500 V =
Minimaler Radius: 13,106 m
Anzahl Gleise: durchgehend zweigleisig
Homepage (nicht offiziell): http://www.sfcablecar.com/routes.html
erhaltene Linien:
Powell-Hyde (Linie 60)
Powell-Mason (Linie 59)
California Street (Linie 61)
Von der Cable Car aus, wir hatten eine Fahrt gebucht, kann man die Einfahrt zur Lombard Street sehen. Im Hintergrund der Coit-Tower.



Die Cable Car Linie Hide Str. fuhr zum Hyde Street Pier in der Nähe von Fishermans Warf. Dort stiegen wir aus um uns an Fisherman’s Wharf umzusehen. Dazu gehört auch der Pier 39. Pier 39 war mal eine Bootsanlegestelle, doch irgendwann einmal hat man den Pier zum Rummel umfunktioniert. Es gibt Restaurants, Fahrgeschäfte, Souvenir-Läden, ein Aquarium und einen Erdbeben Simulator.




Ein Museum mit altertümlichen Schiffen gibt es ganz in der Nähe von Pier 39.


Die Balclutha
Die Balclutha ist ein Dreimasterund wurde 1886 in Schottland gebaut. Jetzt liegt sie als Museumsschiff im Maritime National Historical Park. Rechts davor die EPPLETON HALL. Die Eppleton Hall ist ein 1914 in England gebauter, von zwei Dampfkesseln getriebener, Stahlschlepper.



Über dieses maritime Museum kann man hier mehr erfahren: https://www.nps.gov/safr/index.htm


Die Gefängnis-Insel Alcatraz. Hier war einst Al Capone inhaftiert.



Im Vordergrund die USS Pampanito (SS-383)
dahinter, mit den vielen Auslegern, die SS Jeremiah O’Brien
All diese Schiffe sind Museumsschiffe und gehören zur San Francisco Maritime National Park Association.



eine weitere Attraktion und dazu auch noch kostenlos: Kalifornische Seelöwen
Nach dem Erdbeben am 17. Oktober 1989 musste die Steg-Anlage Dock K des Pier 39 umfangreich repariert werden und es durften keine Schiffe festmachen. In dieser Schiffs-freien Zeit siedelten die Seelöwen um vom Seal Rock (nördlich Ocean Beach) zur Steg-Anlage am Pier 39. Als der Pier wieder in Betrieb genommen werden sollte, war das nicht ganz ungefährlich – wenn die Seeleute an den Seelöwen vorbei mußten. Man beschloß den Pier den Seelöwen zu überlassen. Doch nun gab es ein weiteres Problem. Die 1000 Tiere die schon mal je 400-500 kg wiegen können, drückten den Pier unter Wasser was dazu führte, dass dieser mit der Zeit verrottete. Also hat man den Seelöwen Pantons zur Verfügung gestellt, auf denen sie heute noch liegen.


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