Australien Reise, 18.08.2010, Cairns - Townsville

Nun ging es weiter an der Küste entlang Richtung Sydney. Auf der Fahrt von Undara nach Silky Oaks hatte ich aber den sehenswerten Waterfall Circuit und den Curtain Fig Tree aus Zeitgründen ausgelassen. Das wollten wir nun nachholen und fuhren also wieder in Richtung des Allgäu von Australien – die Atherton Tablelands. Dazu mußten wir wieder in etlichen Serpentinen von der Küste kommend durch den Regenwald auf das Hochplateau fahren. Nach dem Waterfall Circuit bei Millaa Millaa würde es auf der Route 25, dem Palmerston Highway, wieder in Richtung Küste gehen und dann auf dem Highway 1, dem Bruce Highway, bis Townsville.
347km / 4,25 Std.



Hier kann man sehr schön sehen wie hoch es von der Küste zu den Atherton Tablelands hinauf geht. Irgendwo habe ich gelesen, dass es 1000m sind.



Wenn man den Gillies Highway (Hwy52) hinauf fährt, erreicht man kurz vor Yungaburra zwei Seen. Der erste See ist der Lake Barrine.


Lake Barrine
Der Lake Barrine ist ein sogenanntes Maar, das mit Wasser gefüllt ist.
Dieses Maar hat keinen Zulauf und wird nur durch Regenfälle gespeist. Wie ensteht ein Maar? Es entsteht durch die Explosion, wenn Lava in Kontakt mit Wasser kommt. Dabei entsteht Dampf, Gas und Druck und durch die Explosion entsteht ein tiefer Krater, der sich nach und nach, durch Regenfälle, mit Wasser füllt.

Den Weg zu dem Teehaus hat man wunderschön angelegt und die ganze Gegend wirkt paradiesisch. Alles erstrahlt in einem saftigen Grün und es blühen Pflanzen in freier Natur, die bei uns nur auf der Fensterbank im Wohnzimmer gedeihen. Im Eingang des Teehauses stand ein Stinger Tree – allerding rundherum von einem dicken Glasbehälter umgeben.

Info Lake Barrine
Art: Maar
Alter: ca. 17000Jahre
Höhe über dem Meeresspiegel: 730 m
Länge: 1,25 km
Umfang: 4,5 km
Mittlere Tiefe: 65 m
Touristische Informationen: Wanderwege, Bootstouren und Picknickplatz vorhanden, sowie ein Kiosk und Teehaus, das 1926 gebaut wurde.
Homepage: https://parks.des.qld.gov.au/parks/lake-barrine/
GPS Koordinaten: 17°14’42.7″S 145°38’20.3″E
Der zweite See ist der Lake Eacham.
Lake Eacham

Info Lake Eacham
Art: Maar
Alter: ca. 12000Jahre
Durchmesser: 300 m
Mittlere Tiefe: 65,5 m
Homepage: https://parks.des.qld.gov.au/parks/lake-eacham/
GPS Koordinaten: 17°17’08.2″S 145°37’46.8″E
Nach den beiden Seen war unser nächstes Ziel der Curtin Fig Tree


Der Curtain-Fig-Tree ist ein 2 km2 großer Natinalpark. Namensgeber ist, wie es der Name schon sagt eine Würgefeige.
Die ganze Gegend um den Nationalpark ist vor Millionen von Jahren durch Vulkane geprägt worden und wie man mal in der Schule gelernt hat, ist der Boden um Vulkane besonders fruchtbar, wenn er erodiert. Der fruchtbare Boden bildet mit den Niederschlägen der Tablelands optimale Wachstumsbedingungen.
Da die Gegend aber durchsetzt ist mit größeren Felsen, konnte man sie leider nicht landwirtschaftlich nutzen.



Der Curtain Fig Tree ist eine Würgefeige (Ficus virens). Durch Wind oder durch Vögel gelangen Samen der Feige in Astgabeln in Baukronen. Hier beginnt die Feige zu keimen und bildet Wurzeln, mit denen sie den Boden zu erreichen versucht. Ist der Boden erreicht beschleunigt sich das Wachstum extrem und die Luftwurzeln werden immer dicker. Nach hunderten von Jahren verrottet der Wirtsbaum im Innern dieses Luftwurzel-Geflechtes. Von da an wächst die Würgefeige alleine weiter.
Der Curtain Fig Tree hat 15 Meter lange Luftwurzeln die einen Vorhang bilden, was dadurch entstanden ist, daß der Wirtsbaum in dem langen Wachstumsprozeß der Würgefeige, umgestürzt ist. Die Würgefeige ist 50 m hoch und hat einen Stammumfang von 39 m, das Alter des Curtain Fig Tree wird auf 500 Jahre geschätzt.
Bei der Würgefeige handelt es sich aber nicht um einen Parasiten, der seinen Wirt abtötet, denn die Würgefeige versorgt sich ja mit Nährstoffen aus dem Boden und nicht mit Nährstoffen des Wirtsbaumes.

Zusammenfassung Curtain Fig Tree
Art: Ficus virens
Alter: 500 Jahre
Stammumfang: 39 m
Länge der Luftwurzeln: 15 m
Homepage: https://parks.des.qld.gov.au/parks/curtain-fig/about.html
GPS Koordinaten (am Parkplatz): 17°17’08.8″S 145°34’24.3″E


Über die Lake Barrine Road, die Malanda Millaa Millaa Rd. und die Theresa Creek Road ereeichten wir wenig später den ersten Wasserfall des Waterfall Circuit – die Millaa Millaa Falls.
Alle Wasserfälle heißen im Australischen “Falls”, also Mehrzahl. Das klingt dann etwas merkwürdig, wenn ich schreibe “der Ellinja Falls”.

Der Wasserfall “Millaa Millaa Falls” besticht jetzt nicht durch irgendwelche Superlativen. Der Wasserfall ist nicht hoch, nicht breit, keine besonders große Wassermengen, auch keine besondere Form, aber trotzdem ist es der meist fotografierte Wasserfall Australiens. Der Wasserfall ist einfach wunderschön von tropischem Regenwald umgeben und wenn die Sträucher ringsum blühen, dann hat es schon etwas paradiesisches.
Damals war es, meine ich mich zu erinnern, nicht erlaubt zu baden, doch ich habe gelesen, dass es mittlerweile erlaubt sein soll.


Der nächste Wasserfall auf dem Circuit war der Ellinjaa Falls.



Der dritte Wasserfall im Circuit waren die Zillie Falls, zu denen ich hier aber kein Bild zeige. Es gibt noch zwei andere Wasserfälle, doch die liegen etwas abseits und für diesen Tag waren es genug Wsserfälle.
Wer sich gerne über den Waterfall Circuit informieren möchte:

Informationen Waterfall Circuit


Der “Johnstone River Lookout Walk” am Palmerston Highway (Hwy 25) bei 17°36’43.9″S 145°47’38.9″E Hier hat man schon die Hälfte der Strecke zwischen Millaa Millaa (Atherton Tablelands) und dem Ort Innisfail (Küste) zurückgelegt und man gut sehen, wie hoch es immer noch ist.



Irgendwann mußten wir aber auch mal etwas essen und in solchen Dörfern wi Millaa Millaa such man ein halbwegs gutes Restaurant vergebens. So haben wir auf unseren Reisen häufig Proviant dabei und rasten dann unterwegs. Da es in vielen Ländern keine Rastanlagen gibt, wie wir sie kennen, muß dann auch mal der Kofferraumdeckel herhalten.



Kurz nach dem Picknick, es war gegen 17:00 Uhr oder 18:00 Uhr, erreichten wir Innisfail. Da bis zum Abend noch Zeit war, beschlossen wir, dem Johnstown River Crocodile Park einen Besuch abzustatten. Der Park hatte eine tolle Internetseite und so fuhren wir in Innisfail zur Flying Fish Point Rd, der Adresse des Parks. Man machte uns zwar darauf aufmerksam, dass sie gleich schließen würden, doch wir würden noch eingelassen. Wir haben es nicht bereut. Leider gibt es den Krokodilpark seit einigen Jahren nicht mehr. So wie ich im Internet irgendwo gelesen habe, war die letzte Saison 2010. Heute beschäftigt man sich mit Zucht für Krokodilleder. Schade. Am Eingang bekamen wir Futter für verschiedene Tiere, die im Park frei herum laufen wie z.B. Emus und Kängurus. Um uns die Scheu vor Tieren wie z.B. Schlangen und Krodile zu nehmen, bekam ich gleich eine Schlange umgehängt und meine Partnerin bekam ein kleines Baby-Krokodil auf die Arme, was sie erst nicht wollte. Irgendwann sah ich, dass man dem kleinen Krokodil das Maul dünn mit Tesa zugeklebt hatte, um jedes Risiko auszuschließen. Man denkt immer Schlangen seien schleimig, aber es fühlt sich an, so auch das Krokodil, wie Leder.
Wenig später sahen wir dann die Monster-Exemplare von Krokodilen in kleinen, umzäunten Becken liegen. So ein 6 m langes Krokodil ist schon sehr furchteinflößend, doch der Park-Guide erklärte uns, vor Krokodilen brauche man nicht so viel Angst haben, wie viele denken, denn Krokodile bewegen sich nur bei Aussicht auf Erfolg.
Wenn jemand von einer Brücke in einen Fluß springt, an dessen Ufer Krokodile liegen, werden sich die Krokodile nicht in Bewegung setzen. Zu weit weg und zu wenig Aussicht auf Erfolg. Das kann der Brückenspringer drei vier Tage so wiederholen, ohne dass sich die Krokodile bewegen. Doch am fünften Tag liegt das Krokodil unter der Brücke und wartet.
“Ich zeig ihnen das mal”. Der Guide hatte ein Hähnchen an einer langen Rute mit Faden. Er schwenkte nun das Hühnchen langsam über dem Becken von links nach rechts, von rechts nach links. Das wieder holte er einige Male, doch das Krokodil reagierte nicht, doch mit einem Schlag schnellte es blitzartig aus dem Wasser und verschlang das Hühnchen, so schnell hätte der Guide die Route nicht weg ziehen können. Wahnsinn. Was für ein Monster.


Als wir die Becken mit den Krokodilen passiert hatten kamen wir auf eine offene Wiese und hier kamen viele Kängurus und fraßen uns aus der Hand. Ein kleines Wallaby (Känguru-Art) war besonders dreist, aber es sah wahnsinnig süß aus. Mit einem der kurzen Vorderbeibeine hielt es den Arm meiner Partnerin fest, während es aus der Hand fraß. Es sah aus wie “Bitte geh nicht weg, bleib hier – ich halte Dich fest.

Anschließend ging der Guide in ein Gehege mit, so seine Bezeichnung, gefährlichen Wild-Hunden: Dingo. Wir blieben außerhalb des Gatters. Doch die ach so wilden Hunde gingen so liebevoll mit dem Guide um dass es eher wie Schoßhündchen aussah. Einer spielte besonders mit dem Guide und rekelte sich in dessen Armen, wie Hund und Herrchen die sich wie ein Herz und eine Seele verstehen.


Anschließend sahen wir noch ein Gehege mit einem sehr seltenen, flugunfähigen Vogel, einem Kasuar.


rueckwaerts vorwaerts
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