Hermannsdenkmal

Das Hermannsdenkmal bei Hiddesen/Detmold (41km / ca. 47 Minuten von Herford)

© hkama / Adobe Stock. Bild Nummer: 314769132

Vorweg: das Hermannsdenknmal zeigt den Cherusker-Fürsten Arminius, doch wieso heißt dann das Hermannsdenkmal “Hermanns”-Denkmal und nicht Arminiusdenkmal? Die Forschung geht heute davon aus, das selbst Arminius nicht sein richtiger Name war, sondern der, den ihm die Römer gegeben haben. Sein richtiger Name ist unbekannt. Den Namen Hermann verdankt Arminius Martin Luther. Arminius trug die lateinische Bezeichnung “dux belli” was soviel heißt wie Anführer im Krieg. Martin Luther übersetzte “dux belli” mit “Herr man” und so wurde aus Arminius Hermann.
Die Geschichte der Varus-Schlacht, in der Arminius (* um 17 v. Chr.; † um 21 n. Chr.) als Oberbefehlshaber der Germanen, drei römische Legionen unter Führung von Publius Quinctilius Varus (* 47/46 v. Chr. in Cremona; † 9 n. Chr. in Germanien) besiegte, kennen viele Geschichts-Interessierte in ganz Deutschland. Darüber wurde schon in vielen TV Sendungen berichtet. Sehr viele kennen auch den Streit darum, wo die Schlacht denn real stattgefunden hat: In Kalkriese bei Osnabrück, oder im Teutoburger Wald bei Detmold? Weit bevor die Ärchäologen die ersten Entdeckungen bei Kalkriese machten, hatte man allerlei römische Gegenstände im Teutoburger Wald bei Hiddesen/Detmold gefunden und so glaubten die Archäologen und eben auch der Bildhauer Ernst von Bandel an die Schlacht bei Detmold, und da Arminius von vielen Deutschen zum “ersten Deutschen” hochstilisiert wurde, wollte EvB Arminius unbedingt ein Denkmal setzen: Das Hermannsdenkmal.
Das Hermannsdenkmal ist in Ostwestfalen-Lippe eigentlich DAS Ausflugsziel Nr.1 und deutschlandweit, soweit ich weiß, die größte Kollossalstatue.
Doch ganz so, wie viele Deutsche oder auch Ernst von Bandel glaubten, hat sich die Geschichte nicht abgespielt. Arminius war nicht der heroische Germane der als Patriot zum Kampf gegen die Römer blies. Heute sieht die Forschung Arminius eher als den Anführer einer Revolte von germanischen Hilfstruppen in römischen Diensten.
Sowohl Arminius’ Vater als auch sein Onkel Inguiomer standen auf Seiten der Römer und waren unter den Cheruskern pro-römisch. Der Bruder Flavius, wie auch Arminius, dienten als Führer germanischer Verbände im römischen Heer und lernten so römische Kampf-Taktik kennen. Auf Grund seiner Verdienste erhielt er sogar das römische Bürgerrecht , sowie den Rang eines Ritters! Das war so um 4 n.Chr. – 6 n.Chr..
Um 7 n.Chr – 8 n.Chr. kehrte Arminius in das Stammesgebiet der Cherusker zurück. Er war jedoch nicht der alleinige Cherusker Führer – im Gegenteil – es gab viele erbitterte Auseinandersetzungen.
In dem Moment, 9 n.Chr., wo der Statthalter Publius Quinctilius Varus bis an die Weser vorrückken und Cherusker-Territorium einnehmen wollte, war für Arminius, im heutigen Sprachgebrauch, die rote Linie überschritten.
Wochen vor dem geplanten Einmarsch der Römer hielten sich Arminius und seine Gefolgsleute im Lager der Römer auf und tafelten auch mit den Römern und Varus. Zum einen erfuhren sie so vieles über die geplanten Aktionen der Römer, zum anderen konnten sie Falschmeldungen streuen, die die römischen Legionen beeinflußten. Im ersten Moment mag man denken, wie unvorsichtig von den Römern, doch Varus vertraute Arminius, denn der hatte immerhin das römische Bürgerrecht und war Ritter!
So streuten die Germanen das Gerücht von Unruhen in einem ganz bestimmten Gebiet. Der römische Fürst Segestes witterte Verrat, wollte Arminius in Ketten legen lassen und Varus von einer Schlacht diesem Gebiet abhalten, zumal sich die römischen Verbände auf unbekanntem Terrain bewegen würden. Doch Publius Quinctilius Varus lehnte ab. Er vertraute Arminius. So kam es, wie es kommen mußte.
Die Germanen lockten die römischen Truppen in unwegsames, sumpfiges Gelände. Dort kannten sich die Germanen aus, doch die römischen Truppen, die in geschlossener Formation agierten, hatten das Nachsehen.
Heute wird oftmals so getan, als sei das der Untergang des römischen Reiches gewesen, doch dem war nicht so. Es war nicht mehr als eine empfindliche Niederlage, doch es hielt die Römer ab, weiter in germanisches Gebiet vorzudringen.
Aber wo hatte nun die Schlacht stattgefunden? Man weiß es bis heute nicht genau. Auf Grund von Ausgrabungsfunden ging man vom Teutoburger Wald aus, doch viele Jahre später fand man Münzen und Rüstungsgegenstände in größeren Mengen bei Kalkriese und so nimmt man heute an, dass die Schlacht dort stattfand. Eine genaue Bestimmung könnte die Lage des Sommer- und Winterlagers der Römer liefern, da die Kämpfe nie weit entfernt dieser Lager stattfanden, doch auch die Position dieser Lager ist bis heute ungeklärt.
Was wurde aus den beiden Anführern? Varus beging noch auf dem Schlachtfeld Selbstmord und Arminius wurde, gerade mal 37 Jahre alt, 21 n.Chr. ermordet.

Eine interessante Seite hierzu: http://www.varusschlacht-im-teutoburger-wald.de/

Der Bildhauer Ernst von Bandel glaubte zwar an die Schlacht bei Detmold, doch der Standort des Denkmals gibt nicht den geglaubten Standort der Schlacht wieder. Vielmehr sollte das Denkmal von weitem sichtbar sein. Aus diesem Grund entschied man sich für den 386m hohen Berg Grotenburg und hier für einen Platz in einer Ringwallanlage, genannt Großer “Hünenring”. Diese Ringwallanlage wurde durch den Denkmalsbau weitestgehend zerstört. 1905 fanden Grabungen statt die Holzspuren zu Tage förderten , das auf 300 v.Chr. datiert wurde.

Jahr Tätigkeit
1838 Baubeginn des Denkmals
1846 Fertigstellung des Sockels
1848-1863 Pause wegen fehlender Gelder und politischer Unterstützung
Juni 1869 Besuch des Kaisers. Dadurch erwacht neues Interesse am Bau und die Arbeiten gehen weiter
1875 feierliche Einweihung
1876 Tod von Ernst von Bandel


Das Hermannsdenkmal ist untrennbar mit seinem Schöpfer verbunden, der zeitlebens daran arbeitete. Ernst von Bandel steckte sein ganzes Vermögen in das Denkmal und verzichtete auch noch auf ein Künstlerhonorar, weshalb die Baukosten des Denkmals “überschaubar” blieben. Gegen Bauende lebte er dauerhaft in einer kleinen Hütte unterhalb des Denkmals. Die Bandel-Hütte existiert noch heute und kann besichtigt werden.

Info Hermannsdenkmal
Gesamthöhe: 53 Meter
Höhe der Kupferstatue: 26,57Meter
Anzahl der Kupferplatten: 200
Gewicht der Statue inkl. Standplatte: 42,8 t
Höhe des Sandstein-Unterbaus: 26,89 m
Höhe des Sockels: 2,2m
Öffnungszeiten:
Eintrittspreis:
Homepage:
GPS-Position:

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