Australien Reise, 17.08.2010, Silky Oaks - Cairns (unterwegs Zugfahrt nach Kuranda)

ca. 83km / 1,5 Std. Fahrt


Diese Tagesetappe war nicht besonders lang, denn ich hatte einen Tagesausflug nach Kuranda geplant. Das wird überall als Highlight empfohlen, denn Kuranda ist ein Touristenort, liegt in der Great Dividing Range auf ca. 350m Höhe, und sollte, so die Empfehlung , mittels Eisenbahn angefahren werden – der Kuranda Scenic Railway. Zurück nach Cairns kann man auch wieder per Eisenbahn, allerdings hat man auch die Möglichkeit mit einer Seilbahn, über dem Regenwald schwebend, ins Tal zu gelangen. Genau so hatten wir es auch gebucht:



Wir mußten wieder sehr früh aufstehen, denn die Kuranda Scenic Railway startete um 08:30 Uhr und wir mußten ja von Mossman kommend zum Bahnhof Cairns fahren was, wie oben schon vermerkt, eine Strecke von 83km ist. Zum Glück wurde das Frühstücks-Buffet gerade hergerichtet und so bekamen wir auch schon etwas zu essen. Die Silky Oaks Lodge hat eine riesengroße, überdachte Veranda die zum Regenwald und dem Mossman River hin offen ist und so sitz man am Frühstückstisch und schaut in die wilde Natur.
Nach einem guten Frühstück fuhren wir los und kamen zeitig am Bahnhof in Cairns an, kauften unsere Karten für die Scenic Railway, suchten uns einen guten Platz und schon wenig später ging es los. Wie weiter unten beschrieben, wurde die Strecke beim Bau in drei Segmente unterteilt. Das erste Teilstück ging relativ eben durch Cairns.


Schon wenig später ging es ganz schön steil bergan und auf dem Bild sieht man, wie hoch sich die kleine Lok bereits gekämpft hatte.



Die Regenzeit des Jahres 1882 viel derart schlimm aus, das Zinnminen-Arbeiter im kleinen Ort Herberton nicht mehr mit Vorräten versorgt werden konnten. Es gab zwar eine Strasse von Port Douglas ins Landesinnere, doch die war so sumpfig, dass sie nicht mehr nutzbar war, und so bahnte sich Hungersnot an. Die Stimmen wurden immer lauter , die eine Eisenbahn vom Landesinneren an die Küste forderten.
Die Parlamentswahlen führten dazu, dass immer mehr Politiker eine Eisenbahn versprachen und so kam es, dass der Minister für Bau und Bergbau, John Macrossan (1832 – 30 March 1891), im März 1882 die Suche nach einer Eisenbahnroute von den Atherton Tablelands zur Küste ankündigte und beauftragte den erfahrenen Buschmann Christie Palmerston damit, einen geeigneten Streckenverlauf zu finden.



Port Douglas, Cairns und Innisfail gründeten Eisenbahngesellschaften und standen in Konkurrenz zueinander wer den Zuschlag für die Strecke bekommen würde.
1882 hatte Palmerston mehrere Routen ausgearbeitet: entlang des Mossman River, dem Barron Valley von Cairns und dem Mulgrave Valley. Cairns und die Strecke „Barron Falls“ bekamen den Zuschlag. Am 10. Mai 1886 tätigte der damalige Premierminister von Queensland, Sir Samuel Griffith, den ersten Spatenstich mit einem silbernen Spaten.



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Die Strecke wurde in drei Teilstücke mit folgenden Längen aufgeteilt: 13,2 km, 24,5 km und 37,4 km. Die gesamte Strecke hat eine Länge von 75,1 km. Am einfachsten zu realisieren waren die Streckenabschnitte 1 und 3, doch Abschnitt 2 hatte es in sich, da äußerst anstrengend und gefährlich. Es waren sehr steile Stufen und dichter Urwald zu überwinden und viele Ureinwohner, die ihr Territorium verteidigten. Der Abschnitt begann in Redlynch 5,5 m über dem Meeresspiegel und führte bis zum Gipfel von Myola mit einer Höhe von 327,1m. Es mussten 15 Tunnel, 93 Kurven und Dutzende schwieriger Brücken gebaut werden, die Schluchten und Wasserfälle überspannten.
Die Erdarbeiten erwiesen sich als besonders schwierig. So wurden z.B. über 2,3 Millionen Kubikmetern Erde bewegt, die zu überwindenden Neigungen lagen durchschnittlich bei 45 Grad und die gesamte Oberfläche war mit einer 4,6 m – 7,60 m dicken Schicht aus unzusammenhängendem Gestein, verrottender Vegetation, Schimmel und Erde bedeckt.
Doch nach 5 Jahren Bauzeit, am 15. Juni 1891, war es so weit und der damalige Eisenbahnkommissar Johnstone eröffnete die Eisenbahnlinie für den Güterverkehr, nur zehn Tage später wurde die Cairns-Kuranda-Eisenbahnlinie für Passagierreisen geöffnet.

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Der Bahnhof der Scenic Railway in Kuranda



Nachdem wir durch Kuranda gelaufen waren und den Zoo besucht hatte, haben wir uns noch etwas an den Barron River gesetzt, der direkt unterhalb des Bahnhof/der Seilbahn fließt.



Da es nicht mehr viel zu sehen gab, sind wir gegen 16:00 Uhr zur Seilbahn-Station, die uns zurück nach Cairns bringen sollte. Das ist nicht ganz richtig, denn die Seilbahn bringt einen zur Smithfield Station, die weit außerhalb von Cairns liegt, doch es gibt einen Shuttle-Service, der einen nach Cairns zum Auto bringt.
https://www.skyrail.com.au
In der “Skyrail Rainforest Cableway” schweb man dicht über den Regenwald hinweg.






Wie in der Karte oben zu sehen, gibt es bei der Seilbahn zwei Umsteigestationen – genau genommen sind es also drei Seilbahnen. Wie hier zu sehen, liegen diese Umstiege im Regenwald und man schaut direkt ins dichte Grün des Regenwaldes.
Die beiden Zwischenstationen heißen Barron Falls Station und Red Peak Station.



Das letzte Stück Seilbahn.
Die Küste und Cairns waren schon zu sehen.



Zusammenfassung: Von Kuranda selbst waren wir eher enttäuscht, denn mit einem kleinen, idyllischen Bergdorf hatte das nicht mehr viel zu tun. An der Hauptstraße reihte sich Touri-Shop an Touri-Shop und selbst der kleine Zoo hatte nichts besonderes und die Koalas und Känguruhs wirkten eher verwahrlost. Wenn man Kuranda nicht gesehen hat, hat man nichts verpaßt.
ABER: die Fahrt dorthin mit der Kuranda Scenic Railway und die Fahrt zurück mit der Seilbahn über dem Regenwals schwebend ist klasse und kann ich uneingeschränkt empfehlen.


Den Abend haben wir dann noch in Cairns verbracht. Nachfolgende Bilder sind in Cairns fofografiert.







rueckwaerts vorwaerts
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