USA Westen Rundreise, 28.08.2009, Las Vegas - Williams

Heute ging es schon wieder weiter, obwohl es uns in Las Vegas super gefallen hat, aber wir würden ja noch einmal eine Nacht hier verbringen. Ganz bestimmt ist es auch nicht das letzte Mal, dass wir in Las Vegas sind. Man mag zu dem Trubel stehen wie man will, aber die Stadt ist einfach faszinierend!
Doch bevor wir weiter fahren konnten, mußten wir ja noch nach Alamo. Die Warn-Anzeige hatte auch im Death Valley die ganze Zeit aufgeleuchtet. Ein Techniker schaute sich das an und schlug uns vor, den Wagen zu tauschen. Wir ließen den Toyota Rav 4 stehen und bekamen, die Marke weiß ich nicht mehr, einen Hybrid SUV. Das Ganze ging unkompliziert und schnell vonstatten und so konnten wir schon nach kurzer Zeit weiter fahren.
Wenn man auf Las Vegas zu- oder raus fährt stellt man sich unweigerlich die Frage, was jemanden dazu verleitet hat, hier diese Stadt zu gründen. Ringsum nur Wüste und mittendrin diese 600000 Einwohner Stadt. Nun, Las Vegas ist spanisch und bedeutet “Die Auen”, denn hier gab es artesische Quellen die Wasser lieferten, was in dieser Wüstenregion für die Handelskarawanen sehr wichtig war. Der erste Europäer in dieser Gegend war 1829 Raphael Rivera, auf der Suche nach Alternativ-Routen für die Handelskarawanen. Er war es, der Las Vegas seinen Namen gab, als er die Quellen entdeckte. 25 Jahre späte entstand eine erste, kleine Siedlung, doch Las Vegas erlebte seinen richtig großen Boom 1931. 1931 wurde mit dem Bau des Hoover Damm (60 km entfernt) begonnen und irgendwo mußten die 5000 Arbeiter ja untergebracht und auch unterhalten/amüsiert werden. Dazu kam, daß 1931 in Nevada das Glücksspiel legalisiert wurde. Beides führte dazu, daß die Bevölkerungszahl explodierte.
Heute sollte es nun über den zuvor genannten Hoover Damm nach Kingman gehen, von dort auf eines der best erhaltenen Route 66 Teilstücke bis kurz vor den Ort Ash Fork nahe Williams. Dieses ist die beste Übernachtungs-Location nahe dem Grand Canyon.
Doch erste Station war der Hoover Damm. Heute, 2018, kann man über den Great Basin Hwy./ Hoover Dam Bypass und die Mike O’Callaghan-Pat Tillman Memorial Bridge fahren und hat evt. von weitem einen Ausblick auf den Damm. 1996 existierte dieser Bypass und die Brücke noch nicht und man mußte über den Damm fahren (Hoover Dam Access Road). Zufahrt zur Access Road über die Nevada State Route 172 (NV-172). In allerlei Foren munkelte man, der Damm sei in Folge des World Trade Center Anschlags nicht mehr befahrbar, da ein Anschlagsziel. Wir kamen aber noch darüber und sollte der Damm heute noch befahrbar sein, würde ich dazu raten, denn es ist schon ein imposantes Bauwerk – mit einer Höhe von 221 Metern und einer Kronenbreite von etwa 14 Metern immerhin bis 1961 die größte Talsperre der Welt.
Der Hoover Damm, zu Beginn des Projektes wg. des Boulder Canyons auch Boulder Damm genannt, staut den Colorado zum Lake Mead auf, der eine Länge von rund 170 km hat und an der tiefsten Stelle 180 Meter misst.



Die Oberfläche des Lake Mead mißt 69.000 Hektar und das Speichervolumen des Hoover Damm beträgt 35 Milliarden Kubikmeter. Der Lake Mead ist der größte Stausee der USA. Als ich vor vielen Jahren das erste Mal hier war, war der Stausee randvoll, doch nun konnte man an den Rändern deutlich sehen, daß der Wasserspiegel rasant gesunken ist. Verantwortlich dafür sind einige sehr trockene Jahre, aber auch der hohe Wasserverbrauch der nahegelegene großen Städte. Mittlerweile wird man in allen Hotels der Westküste per Flyer gebeten Wasser zu sparen, denn Wasser sei knapp. Merkwürdig nur, daß viele Amerikaner ihren Rasen wässern und selbst die Grünflächen neben den Highways werden gewässert und sind selbst bei größter Trockenheit immer saftig grün. Das verstehe wer will.



Interessant ist auch, wie man den Damm gebaut hat, denn er ist ja schon ein etwas älteres Bauwerk (gebaut 1931 – 1935). Die Staumauer besteht aus 2,6 Millionen Kubikmeter Beton und 43500 Tonnen Stahl. Hätte man die Staumauer in einem Stück gegossen, hätte der Auskühlungsprozes über 100 Jahre gebraucht und wäre heute, 2018, noch nicht abgeschlossen! Nein, man hat 1,5 Meter hohe, trapazförmige Blöcke gegossen und in diese Blöcke 1″ Wasserleitungen eingebunden, in denen Wasser zirkulierte. So hat man die Hydrationswärme reduziert.
Doch was hat man während des Damm-Baus mit dem Colorado gemacht? Auf jeder Seite des Colorado hat man große Tunnel durch den Fels gehauen, die einen Durchmesser von je 17 Meter und eine Länge von 1200 Meter hatten. Durch diese Tunnel wurde der Colorado abgeleitet und die Baustelle entwässert.

Der Bau des Hoover Damm kostete 49 Millionen Dollar, 16000 Menschen waren an dem Gesamtprojekt beteiligt, 5000 am Damm selbst, von denen 96 auf der Baustelle ihr Leben ließen. Am 26. Oktober 1936 ging der erste Generator in Betrieb.


Der Neubau der oben erwähnten Great Basin Hwy./ Hoover Dam Bypass und Mike O’Callaghan-Pat Tillman Memorial Bridge.









Direkt auf der gegenüber liegenden Seite des Staudammes steht schon das Schild der Landesgrenze. Man betritt nun Arizona, den Grand Canyon State.


Achten Sie auf eine eventuelle Zeitumstellung! Anders als in Kalifornien, gilt in Arizona die Mountain Standard Time (MST) (UTC/GMT-7) und es gibt keine Umstellung auf eine Sommerzeit.



Auf dem Weg nach Kingman sollte man sich ferner überlegen, ob man den Grand Canyon Sky Walk sehen möchte, denn der liegt nicht am eigentlichen, touristischen Zentrum des NP Grand Canyon. Dann muß man nämlich auf der US-93 bei 35°32’02.8″N 114°21’20.6″W abbiegen. Das ist ein Umweg von ca. 2 Stunden (82 km hin zum Sky Walk und 82 km zurück). Wir haben uns dagegen entschieden. Erst einmal war, zumindest damals, der Sky Walk Eintritt sehr teuer, leichte Höhenangst habe ich auch und wir waren spät dran. Ein Umweg von zwei Stunden war kaum machbar. Deshalb sind wir daran vorbei gefahren. Später, wieder in Deutschland, haben wir im TV mal einen Bericht über den Sky Walk gesehen und haben uns geärgert, es nicht wahrgenommen zu haben.
Bei 35°11’23.2″N 114°03’38.2″W fuhren wir auf die W Historic Rte 66



Viele Wracks am Straßenrand und historische Tankstellen zeugen von der glorreichen Zeit der Route 66.



Weshalb ist die Route 66 so legendär? Die Route 66 war, neben dem Lincoln Highway, eine der ersten durchgehend befestigten Straßenverbindungen zwischen Ost- und Westküste. Sie wurde 1926 eröffnet, verband Chicago (Illinois) mit Santa Monica/LA (CA) und war zu ihrer Eröffnung 3945 Kilometer lang.



Wir erreichten Williams. Untergebracht waren wir etwas ausserhalb im Motel 6 East – im Prinzip nichts besonderes, aber günstig und sauber!
Motel 6 East Williams
Adresse: 710 West Route 66, Williams, AZ 86046, USA
Telefon: +1 928-635-4464
Homepage: Motel 6 Williams East


Nachdem wir eingecheckt hatten, wollten wir schnell in die Innenstadt, wobei man bei vielen US Städten nicht weiß, was die Innenstadt ist, denn Fussgängerzonen gibt es keine. Meistens ist die Innenstadt eine sehr breite Hauptstraße und da, wo die meisten Läden an dieser Hauptstarße sind, ist die Innenstadt.
Wir hatten es eilig, da es eine kleine Wildwest-Show geben sollte. Schon auf dem Weg in die Innenstadt gab es erste Einwohner in Nordstaaten-Uniform.



Die Hauptstarße auf der wir in die Innenstadt gingen war wieder die W Historic Route 66 und wir kamen an Pete’s Route 66 Gas Station Museum vorbei. Wen es interessiert:
101 E Rte 66, Williams, AZ 86046, USA
7R27+C4 Williams, Arizona, USA
Tel.: +1 928-635-2675



Die Tankstelle ist historisch und der Wagen davor ebenfalls. Das mußte erst einmal in Augenschein genommen werden. Für historische Autos habe ich ein Faible.



Die Schießerei fand dann auch noch statt. Nichts besonderes, aber nett gemacht.



Da wir lange nichts gegessen hatten, kehrten wir dann noch ein. Der Sohn meiner Partnerin wollte unbedingt einmal BBQ ausprobieren, und so sind wir an der Hauptstraße in Cruiser’s Route 66 Cafe eingekehrt. Dort hatten sie einen riesigen Grill draußen und es gab so etwas wie Spare Ribs.
Cruiser’s Route 66 Cafe
233 Historic Route 66
Willams, AZ 86046
https://www.cruisers66.com/
BBQ, zumindest die Soße hier, schmeckte etwas süßlich. Das Fleisch war klasse, doch die Soße war jetzt eher nicht unser Ding. Trotzdem, wer es mag, empfehlen kann man das Lokal trotzdem!

rueckwaerts vorwaerts

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