Australien Reise, 13.08.2010, Charters Towers - Undara

An diesem Morgen wollten wir uns erst einmal Charters Towers anschauen.
Charters Towers war, bzw. ist ein Goldgräberstädtchen und man kann an vielen prächtigen Häusern noch heute sehen, wie reich die Stadt und ihre Bewohner mal waren. Charters Towers entstand mit besagtem Goldrausch Ende des 19. Jahrhunderts. In der Hoch-Zeit des Goldrausches hatte Charters Towers 27000 Einwohner und war damit, nach Brisbane, die zweitgrößte Stadt in Queensland. Charters Towers hatte sogar eine eigene Börse – das hatten sonst nur Hauptstädte in Australien,
Bis ca. 1918 förderte man 200 Tonnen Gold und damit war die Goldader in Charters Towers die ergiebigste in Australien. Danach mußte man jedoch immer tiefer buddeln und damit wurde die Mine immer unprofitabler. Trotzdem geht man heute davon aus, das noch einmal soviel Gold im Boden ist, wie man bisher gefördert hat. Heute hat Charters Towers aber nur noch 8000 Einwohner.


Die Australian Bank of Commerce, 86 Mosman Street. Das Gebäude wurde 1891 erbaut und am 21. Oktober 1992 in das Queensland Heritage Register aufgenommen.



Die Stock Exchange Arkaden, 76 Mosman Street.
Das Gebäude wurde ursprünglich für den Bürgermeister Alexander Malcolm entworfen und 1888 erbaut. 1890 belegt die Börse einige Büros in dem Gebäude.



Die Charters Towers City Hall



Das Charters Towers Post Office und Telegraph Station (17 Gill Street)
In der Hoch-Zeit des Goldrausches wurde 1879-80 ein erstes Postamt erbaut. Dieses erste Postamt wurde 1892 durch den heutigen Bau ersetzt. 1898 fügte man noch den Glockenturm hinzu. Das Gebäude beherbergte ebenfalls die Telegraphenstation



Die Hauptverkehrsstraße von Charters Towers, die Gill Street.



Die Bank of New South Wales (34-36 Gill Street)
Das Gebäude wird auch Wherry House benannt. Es wurde 1889 von Eyre & Munro entworfen und von Kelleher erbaut.
Aufnahme in das Queensland Heritage Register: 9. November 2012.



Nun wollten wir aber auch mal solch eine Goldmine sehen, der Charters Towers seinen Reichtum verdankte.
Wir sind auf dem Flinders Hwy (A6) weiter Richtung Küste gefahren und bei 19°52’25.3″S 146°38’27.8″E auf die Burdekin Falls Dam Road Richtung Ravenswood abgebogen, das man bei 20°06’02.5″S 146°53’23.6″E erreicht hat.
Viele Häuser stehen in Ravenswood nicht mehr, doch was war das? Vor uns tauchte ein großes Gebäude auf, das nicht verfallen war.



Es ist das Imperial Hotel, das 1901 erbaut wurde. Das Imperial Hotel wurde 1901 für James Delaney erbaut und wurde das gesamte zwanzigste Jahrhundert von Mitgliedern der Familie Delaney geführt. Wenn man sich vorstellt, dass das Hotel so schon 1901 ausgesehen hat, dann kann man sich ungefähr vorstellen, wie hochherrschaftlich das damals gewesen sein muß. Am 21. Oktober 1992 wurde das Hotel in das Queensland Heritage Register aufgenommen.



Überall in Ravenswood findet man historisches Arbeitsgerät der Goldgräber.









Nachdem wir uns in Ravenwood umgesehen hatten, fuhren wir zum Sarsfield Pit Lookout ( 20°06’01.5″S 146°53’46.6″E )
Von hier hat man einen tollen Ausblick auf die Grube, die damals eine der tiefsten Goldgruben weltweit war. Wenn man heute bei Google Bilder von der Mine sucht, sieht man, dass man die Grube mittlerweile mit Wasser gefüllt hat.



Nun fuhren wir zurück nach Charters Towers. Da wir im Motel schon ausgecheckt hatten, fuhren wir jetzt zum Centenary Park ( 20°03’58.2″S 146°15’37.4″E ) aßen dort etwas im Schatten der Bäume und fuhren dann weiter.
Unser nächstes Ziel war der Undara Volcanic Park. Bei diesem Park handelt es sich um riesige Höhlen, die durch Lava entstanden sind (einfach ausgedrückt).
Im Centenary Park gibt es einen kleinen Bachlauf mit einem Denkmal, das den Goldschürfern gewidmet ist.



Gegen Mittag fuhren wir dann weiter zum Undara-Volcanic-Nationalpark – 386km / 5Std.51min.



Zuerst fährt man auf dem Lynd, bzw. Gregory Highway gegen Norden. Wie sich in Australien ein Highway definiert, ist mir nicht ganz klar. Die Straße war derart schmal, da darf Dir kein anderes Fahrzeug entgegen kommen. Bei 18°52’40.4″S 144°33’42.6″E muss man dann auf den Kennedy Highway, wird auch Kennedy Developmental Road genannt, abbiegen.


Auch dieser Highway ist quasi einspurig, hat aber immerhin geschotterte Randstreifen, damit man aneinander vorbei kommt, sollte einem ein anderer Wagen entgegenkommen.



Kommt einem aber ein Road Train entgegen, heißt es Platz machen und auf den geschotterten Randstreifen ausweichen. Wenn man etwas über 100 km/h gefahren ist und bei dieser Geschwindigkeit von befestigter Fahrbahn auf Schotter ausweicht, ist das nicht ganz ungefährlich. Wir hatten uns angewöhnt schon abzubremsen, wenn wir einen Roadtrain in weiter Entfernung sahen, langsam den Road Train passieren zu lassen, und dann wieder zu beschleunigen.



Info Road Train
Bezeichnung Road Train: ab einer LKW Länge von 36,50 Metern
Kennzeichnung: Warnschild Road Train muß am Heck angebracht sein
Maximale Länge: 53,50 Meter
maximales Fahrzeuggewicht: bis 132 Tonnen ohne Zugwagen
maximale Höhe: 4,60 Metern
Höchstgeschwindigkeit: 90/100 km/h (je nach Bundesland)
Mindesleistung der Zugmaschine: 370 kW (500 PS)
So brauchten wir für die ca. 386 km nicht die kalkulierten knapp 6 Std., sondern über 8 Stunden. Es war bereits stockfinster, als wir bei 18°08’14.1″S 144°39’02.9″E in die Undara Road einbogen. Diese war dann noch einmal 13,6 km lang zu fahren, bis wir die Undara Experience erreicht hatten. Die kleine, schmale Straße hatte keine Beleuchtung und dann im stockfinstern befahren. Man muß in der Wildnis immer aufpassen, dass kein Tier vor das Auto läuft.
Wir waren ziemlich geschafft, doch das nächste Ärgernis wartete schon. Das besondere an der Undara Experience sind nicht nur die Lava-Höhlen, es ist auch die Art der Übernachtung. Mitten in der Wildnis stehen etliche Eisenbahn Wagons, in denen man dann schläft. Das ist richtig urig, wenn man denn jemanden findet, der einem mitteilt, welcher Wagon einem bei der Buchung zugewiesen wurde. Die Rezeption war nicht besetzt und wir hatten keine Lust noch lange zu suchen. Irgendeine Angestellte meinte, nehmen sie doch den und den Wagon, der ist frei, bzw. nicht gebucht.
Wir haben uns dann den besagten Wagon angeschaut, mußten jedoch feststellen, dass der keine Dusche hatte. Ich war mir ganz sicher, einen inkl. Dusche gebucht zu haben. Wieder zur Chaos-Verwaltung zurück? Nein! Wir stellten fest, dass der Wagon neben dem, in dem wir geraden standen, eine Dusche hatte und noch frei war. Da wir uns sicher waren, daß um diese Uhrzeit niemand mehr kommen würde, sind wir ohne zu fragen umgezogen. Wir gingen noch im Restaurant der Undara Experience etwas essen und gingen anschließend schlafen. Mitten in der Wildnis in einem Eisenahn-Wagon zu schlafen – das hat was!

rueckwaerts vorwaerts
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