Mid-West USA Reise, 30.08.2012, Rapid City (SD) - Mt. Rushmore – Crazy Horse - Torrington (Wyoming)

Der Urlaub näherte sich dem Ende. Die vorletzte Etappe war angesagt und ein Ziel am heutigen Tag war der Mount Rushmore, wohl eines DER Reiseziele schlechthin in South Dakota. Die geplante Route sah wie folgt aus:




Höhenprofil der Etappe:

Höhenprofil: Rapid City – Torrington



Bevor wir weiter fuhren sind wir noch einmal nach Rapid City rein um zu frühstücken. Rapid City ist die zweitgrößte Stadt in South Dakota und hat etwas weniger als 70000 Einwohner. Um den Touristen etwas zu bieten, hat man Bronzestatuen aller 43 US-Präsidenten in Lebensgröße aufgestellt (leider habe ich versäumt Fotos zu machen).





Man findet die Statuen an den Kreuzungen entlang der Main Street und der Saint Joseph Street. Im “President’s Information Center” an der Main Street / Ecke 7th StreetInformationen kann man sich Infos zum Rundgang holen: https://www.visitrapidcity.com/things-to-do/city-presidents


Blick vom Main Street Square auf die Kreuzung Main St. – 6th St.



“Amerikanische Verkabelung”
Was würde wohl der VDE zu dieser Art der Verkabelung sagen? Da wundert es einen nicht, wenn man von Stromausfällen in amerikanischen Städten liest.



Nach einem opulenten amerikanischen Frühstück sind wir dann weiter gefahren und haben nach 37 km und 34 Minuten Fahrtzeit das Mount Rushmore National Memorial erreicht.




Vom Eingang aus geht man über eine lange Allee an deren Seiten Granitsäulen stehen. An den Granitsäulen wehen Fahnen aller 50 Bundesstaaten.



…und dann hatten wir sie erreicht, die vier in den Fels gehauenen Präsidenten-Köpfe die schon in so berühmten Hitchcock Filmen wie “Der unsichtbare Dritte” eine Rolle spielten.
Von links nach rechts sieht man: George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln.



Unterhalb der Präsidentenköpfe führt ein kleiner Wanderweg, der Presidential Trail, vorbei und an Punkten, wo man Aussicht auf einen bestimmten Präsidenten hat, steht eine Tafel mit einer berühmten Rede zu diesem einen Präsidenten.


Der Wanderweg führt zu einem kleinen Museum, die “Hall of Records”. Hier erfuhren wir, daß die einzelnen Statuen viel größer geplant waren. Am Modell konnte man sehen, daß die Oberkörper ursprünglich auch aus dem Fels gehauen werden sollten.



Die Idee zu solch einem, in den Fels gehauenen Monument, kam ursprünglich von dem Historiker Doane Robinson (1856–1946), der damit den Tourismus in der Region ankurbeln wollte. Seine erste Idee war aber, Helden des Westens darzustellen, wie z.B. Buffalo Bill, an dessen Grab wir ja auch schon standen. Auch ein anderer Standort war vorgesehen, doch auf Grund der schlechten Fels-Qualität und dem Widerstand der Ur-Einwohner wurde die Auswahl des ursprünglichen Standorts fallen gelassen.
Als sich dann der South Dakota Senator Peter Norbeck (1870–1936) für das Projekt engagierte und eine Finanzierung durch den Bundeshaushalt erreichte, bekam das Projekt einen erheblichen Schub nach vorne.
Das es letztendlich vier Köpfe der Präsidenten wurden, die am wichtigsten für die USA waren, war die Idee von John Gutzon de la Mothe Borglum (1867–1941), dem Bildhauer selbst.
1924 begann Gutzon Borglum die Köpfe in den Granit zu sprengen, zu hauen und zu meißeln.
Mit den einzelnen Bildnissen wurde wie folgt begonnen:
1930: George Washington
1936: Thomas Jefferson (rechts neben Wasington)
1937: Abraham Lincoln
1939: Theodore Roosevelt
Gutzon Borglum wurde bei seinen Tätigkeiten von ca. 400 Arbeitern unterstützt.
Am 6. März 1941, verstarb G. Borglum in Chicago, so daß das Kunstwerk von seinem Sohn weiter geführt werden mußte. Doch nach einigen Monaten war das Geld zu Ende und das Denkmal wurde am 31. Oktober 1941 für unvollendet erklärt. In diesem unvollendeten Zustand sehen es heute die jährlich mehr als 2 Millionen Besucher. Die Erweiterung der Köpfe auf den Oberkörper wurde nie wieder in Angriff genommen.


Thomas Jefferson, der dritte Präsident (1801-1809) und einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten. Er gilt als der hauptsächliche Verfasser der Unabhängigkeitserklärung.



Auf der Fahrt zu unserem nächsten Ziel begegneten wir wieder einem der selten gewordenen Dickhornschafe am Straßenrand.



Info
Adresse:
13000 Highway 244
Building 31, Suite 1
Keystone, SD 57751
Phone: (605) 574-2523 Park Information.


Webseite: https://www.nps.gov/moru/index.htm


GPS Position (Parkplatz): 43°52’33.2″N 103°27’11.6″W
GPS Position (Mount Rushmore): 43°52’44.5″N 103°27’32.8″W


Öffnungszeiten:
Parkplatz und Memorial Gebiet: 5:00 Uhr – 11:00 Uhr.
Info Center und Lincoln Borglum Besucher Zentrum: 8:00 Uhr to 22:00 Uhr.
Sculptor’s Studio: 8:00 Uhr – 19:00 Uhr.
Carvers’ Marktplatz: 8:00 Uhr – 21:00 Uhr.
Geschenke-Geschäft: 8:00 Uhr – 22:30 Uhr.
Mount Rushmore illumination: 21:30 – 23:00 Uhr.


Eintrittspreise:
PKW, Motorrad und Wohnmobile: $10 pro Fahrzeug, $5 für Senioren (62 und älter)


Nach dem Besuch des imponierenden Mount Rushmore erreichten wir nach nur 25 Minuten (26 km) auf der US-385 das Crazy Horse Memorial.




Der Sioux Häuptling, Henry Standing Bear, hatte G. Borglum angeschrieben, neben den amerikanischen Präsidenten auch einen Indianer Häuptling darzustellen, hatte jedoch nie eine Antwort erhalten. Danach hatte Henry Standing Bear die Idee G. Borglum solle neben Mount Rushmore auch ein Indianer-Denkmal erstellen und war sehr frustiert, daß seine Idee nicht so positiv aufgenommen wurde.


1939 kam der polnische Bildhauer Korczak Ziolkowski in die Black Hills um am Mount Rushmore Memorial zu helfen. Im gleichen Jahr hatte K. Ziolkowski auf der Weltausstellung in New York einen Preis gewonnen und Henry Standing Bear las davon. Also lud er Ziolkowski ein und bat ihn, ein Indianer-Denkmal zu gestalten. Am 03. Juni 1948 wurde mit den Arbeiten begonnen.


Korczak Ziolkowski verstarb am 20. October 1982. Danach wurden die Arbeiten durch seine Frau Ruth fortgeführt, die im Mai 2014 verstarb. Das Projekt wird nun durch sieben seiner zehn Kinder fortgesetzt.


Vom Crazy Horse Memorial ist bis heute lediglich das Gesicht fertig gestellt. Trotzdem muß man das mal gesehen haben, denn es wird riesengroß, wenn es mal fertiggestellt ist (195 m lang und 172 m hoch). Es wird den Oglala-Lakota-Indianer Crazy Horse auf einem Pferd sitzend zeigen, den ausgestrecktem Arm nach Osten zeigend und alleine der Kopf des Pferdes auf dem Crazy Horse sitzt ist so groß, wie alle vier Präsidentenköpfe von Mount Rushmore zusammen.


Anders als Mount Rushmore, wird das Crazy Horse Memorial nicht mit staatlichen Geldern finanziert. Die Crazy Horse Foundation betreibt in der Nähe des Monuments ein Indianermuseum, mit dessen Einnahmen der Bau vorangetrieben wird. Man hat zwar schon 10 Millionen Tonnen Granit aus dem Fels gesprengt, doch trotzdem sind weitere 100 Jahre bis zur Fertigstellung veranschlagt.


Obwohl der Bau des Memorials vom Sioux Häuptling, Henry Standing Bear,initiiert wurde, stehen viele Indianer dem Projekt eher kritisch gegenüber. Zu einem beklagen sie, daß durch das Memorial ihre heiligen Black Hills entweiht werden, zum anderen, dass Crazy Horse selbst sich zu Lebzeiten nie hat fotografieren lassen, weil er es einfach nicht wollte.


So weit war das Memorial 2012



… und so soll es bei Fertigstellung aussehen.



Info
Adresse:
Crazy Horse Memorial
12151 Avenue of the Chiefs
Crazy Horse, SD 57730-8900
Tel.: (605) 673-4681
Email: memorial@crazyhorse.org


Webseite: https://crazyhorsememorial.org/


GPS Position: 43°49’42.0″N 103°37’55.8″W


Öffnungszeiten: Das Crazy Horse Memorial ist 365 Tage im Jahr geöffnet
Willkommens-Zenter: 07:00 Uhr am – ca. 30 min. nach der Laser Show.
Bildungs-Zentrum: 09:00 Uhr – 20:00 Uhr
Bus zur Memorial Basis: 08:00 Uhr – 1 ½ Stunden vor der Laser Show
Geschenke-Geschäft: 07:00 Uhr – ca. 30 min. nach Laser Show


Eintrittspreise:
Pro PKW mit mehr als zwei Insassen: $28.00
Pro PKW mit bis zu 2 Insassen: $22.00
Pro Person: $11.00
Pro Person auf einem Motorrad: $5.00
Pro Fahrrad: $5.00
Kinder mit 6 Jahren oder jünger haben freien Eintritt


Die weitere Fahrt führte uns durch den Custer State Park, wo mir dieses Foto gelang und durch den Wind Cave National Park. Doch wir hatten noch viele Kilometer vor uns und es war nach den beiden Memorials spät geworden und so beschlossen wir, nichts mehr zu besichtigen und weiter zu fahren.



Als wir auf monotoner Strecke zwischen Crawford und Lusk unterwegs waren wurde die Luft immer gelber und es roch nach Feuer. Woher der Qualm kam, oder aus welcher Richtung das Feuer kam, konnte man nicht sehen.



Es machte uns aber ein wenig Angst. Nicht alleine wegen des Feuers, denn da stellt die Feuerwehr ja sehr schnell Schilder und Sperren auf, aber würden wir nach Torrington durchkommen, oder gar am nächsten Tag nach Denver?




Wir kamen an, doch ich glaube, Touristen hat Torrington noch nie gesehen. Der Ort schien eher industriell geprägt zu sein. Ich hatte das Motel 6 des Ortes als Unterkunft gewählt. Es war mir mal wieder gelungen, ein Motel zu finden, in dem man in der Nacht kein Auge zu bekommt – ähnlich wie auf unserer Reise 2009 durch den Westen, als wir in San Diego hinter dem Motel die Bahnlinie hatten und über dem Motel die Einflugschneise des Flughafens. Dieses Mal war es nicht ganz so schlimm, es war nur die Bahnlinie, doch die Güterzüge fuhren alle 30 Minuten. Das bedeutete, alle 30 Mnuten schlossen sich in der Nähe die Schranken, ließen die Zugführer ihre Fanfaren erklingen donnerten die kilometerlangen Güterzüge durch und öffneten sich die Schranken wieder.
Ganz kurz haben wir in der Nacht dann aber doch geschlafen, denn es war ein langer, anstrengender Tag.

rueckwaerts vorwaerts
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