USA Westen Rundreise, 25.08.2009, Fresno - Bakersfield

Heute stand nun ein Highlight auf dem Programm: Der Sequoia National Park. Wie es der Name schon sagt, ein Nationalpark. Also gilt auch hier der “America the Beautiful” Pass.


Von Fresno aus fährt man den Highway 180, oder E Kings Canyon Road genannt, bis zum Eingang “Big Stump” bei 36°42’58.7″N 118°57’50.2″W. Kurze Zeit später rechts abbiegen auf den Highway 198, den Generals Hwy. Wenn man nach links abbiegt, kommt man in den Kings Canyon, doch das war zeitlich für uns zu knapp.

Was macht diesen National Park aus? Es sind die Sequoias, oder auch Redwoods, oder auch Mamutbäume genannt.
Die Sequoias, oder Mammutbäume, gehören zu den Zypressen und können 95 Meter hoch werden. Die Basis eines Sequoias ist sehr ausladend und hier können sie einen Stammdurchmesser von 17 Metern (!) erreichen. Auf Brusthöhe können ältere Exemplare einen Durchmesser von bis zu 8 Metern erreichen. Wenn man so davor steht kommt einem der Baum schon ein wenig komisch vor. Das Verhältnis zwischen Stamm und Krone ist irgendwie merkwürdig. Bei so einem 95 Meter hohen Exemplar ist der Stamm bis in 50 Meter Höhe astfrei und im Vergleich zu diesem massigen Stamm wirkt die Krone dann recht klein. Das Alter der Bäume kann man nicht 100%ig genau bestimmen, es sollte aber so zwischen 2560 Jahre bis zu 3900 Jahren liegen.



Der gößte hier stehende Mammutbaum ist der “General Sherman”. Er ist der größte lebende Baum der Welt.
Der General Sherman ist 83,79 Meter hoch, hat einen Umfang von 31,27 Metern und ein Volumen von 1486,9 Kubikmetern.


In Versuchen hat man festgestellt, wie der Wachstumsverlauf eines Sequoia ist. In die Höhe wächst der Baum sehr, sehr langsam. Im Gegensatz dazu nimmt der Stammumfang aber extrem schnell zu.


Der Sequoia ist im Bestand stark gefährdet. Hauptursache sind Pilzerkrankungen und Blitzeinschlag, alleine schon durch die Höhe der Bäume. Waldbrände, die es hier in der Gegend immer wieder gibt, sehen die Ranger nicht ganz so kritisch wie man vermuten würde. Ältere Sequoias haben eine derart dicke Borke (20-30 cm), dass ihnen Waldbrände nicht so viel anhaben können, wie man vermuten würde. Jüngere Sequoias die diese dicke Borke noch nicht haben, können von Feuer natürlich durchaus bedroht werden.
Zuweilen legen die Ranger sogar kleinere, kontrollierte Feuer selbst. Die Sequoias haben Zapfen, die den Samen z.T. nur bei höheren Temperaturen freigeben und da hilft man zuweilen eben mit Feuer etwas nach. Wenn ich im TV immer höre, dass es im Sequoia Forest brennt, bin ich erst immer entsetzt, doch dann denke ich an die Ranger Worte, das Feuer durchaus dem Erhalt des Sequoia Waldes dienen und bin dann etwas beruhigter.



Das ist die Krone des General Grant Tree…



..und das die Basis.
Anders bekommt man den riesigen Baum kaum auf das Bild. Panorama Fotos gab es damals noch nicht und ein Weitwinkel Objektiv hatte ich nicht mit.
Der General Grant Tree ist ca. 1500 bis 1900 Jahre alt, hat einen Höhe von 81,72 Metern, einen Umfang von 32,77 Metern und ein Volumen von ca. 1319,8 Kubikmetern.







Einst begannen die Redwood-Wälder südlich von San Francisco und reichten bis nach Oregon – 8000 km2. Als man Anfang des 19. Jahrhunderts merkte, dass man mit diesem besonderen Holz sehr viel Geld machen konnte, boomte der Beruf des Holzfällers. Selbst noch 1997, am 10. Dezember, kletterte die 23-jährige Kalifornierin Julia Hill auf einen der Redwoods um gegen dessen Abholzung zu demonstrieren. Kaum zu glauben – nicht lange vor unserem Besuch. Julia Hill besetzte diesen Baum zwei Jahre. Um die Jahrtausendwende waren 97% (!) des Redwood Bestandes abgeholzt. Wann merken solche Holzfirmen endlich, dass man Geld nicht fressen kann!!
Die Natur hat mehrere 1000 Jahre gebraucht um diese Giganten zu schaffen und der Mensch macht es in wenigen Jahren zunichte.



Woher stammt der indianisch klingende Name “Sequoia”? Sequoyah war der Sohn einer Cherokee-Indianerin und eines britischen Einwanderers. Sequoyah entwickelte ein Schriftsystem für Cherokee. Damit nahm er unter den Indianern eine herausragende Stellung ein, denn von da an konnten Bücher und Zeitungen auf Cherokee veröffentlicht werden.



Nachdem wir uns die größten Giganten angeschaut hatten und auf den Pfaden zwischen den Bäumen herum gelaufen sind, sind wir weiter gefahren – der Sequoia NP ist ja noch größer.
Manchmal führt die Straße ganz dicht zwischen den Bäumen hindurch. Da muß man schon höllisch aufpassen.

© MaciejBledowski / Adobe Stock. Bild Nummer:217159601



Sequoia National Park
Homepage: https://www.nps.gov/seki/index.htm
Fläche: 3.504,4 km²
Höhe: 412 m bis über 4000 m
Attraktion des NP: Riesenmammutbäume (Höhe von mehr als 80 m, Durchmesser von über 11 m)
Gründung des Sequoia Nationalparks: 25. September 1890
Gründung des Kings Canyon Nationalparks: 4. März 1940
Besucher: um 1 000 000
Karten: https://www.nps.gov/seki/planyourvisit/maps.htm
GPS-Position: 36°42’58.7″N 118°57’50.3″W
Homepage: https://www.nps.gov/seki/index.htm
Adresse:
Sequoia & Kings Canyon Ntl Park
47050 Generals Highway
Three Rivers, CA 93271-9700
Tel.:1-559-565-3341
Unsere nächsten beiden Ziele im Sequoia NP waren der Tunnel Log und der Moro Rock (nicht zu verwechseln mit dem Morro Rock am Highway 1).
Der Tunnel Log ist ein riesiger Mammutbaum der 1937 aufgrund einer natürlichen Ursache umtürzte. Damals wollte man eine Nationalpark Attraktion schaffen und sägte ein 5,2 Meter mal 2,4 Meter großes Loch in den Baum, der über der Crescent Meadow Road lag. Dieser Mammutbaum hatte keinen Namen, hatte eine Höhe von 83,8 Meter und an der Basis einen Durchmesser 6,4 Meter. Das Alter des uumgestürzten Baumes wird auf ca. 2000 Jahre geschätzt. Für Wohnmobile gibt es eine Umgehungsstrasse.


Viele Besucher schlagen vor, mehr solche Attraktionen zu schaffen, bzw. wenn die Natur sich den Tunnel Log zurück geholt hat, einen neuen zu schaffen. Auf der Internetseite des Nationalparks ist aber sehr schön erklärt, weshalb das heute nicht mehr in Frage kommt. 1937 hat man solche Attraktionen geschaffen um den Nationalpark bekannt zu machen und um Förderung zum Erhalt zu bekommen. Mittlerweile hat man aber festgestellt, daß die Nationalparks die letzten Urlandschaften Amerikas darstellen und das es extrem wichtig ist, die Integrität der gesamten Umgebung zu schützen! Man möchte, so weit es eben möglich ist, der Natur ermöglichen, dass sie so wenig wie irgend möglich von Menschen gestört wird!

© amurca / Adobe Stock. Bild Nummer:40944009

Sequoia National Park - Tunnel Log
Unser nächstes Ziel sollte der Moro Rock sein. Der Moro Rock ist ein kuppelförmiger Granitmonolith inmitten des Parks, von dem man einen herausragenden Ausblick hat. Der Moro Rock ist ca. 2050m hoch.
Achtung: Um dem Park Erholung zu gönnen, ist er seit Juni 2012 für den allgemeinen Verkehr nur in der Woche geöffnet. Am Wochenende fährt ein Shuttle um die Besucher des Nationalparks zum Moro Rock zu bringen.
Da man 1930 Treppenstufen in den Granit geschlagen, Beton-Treppen gegossen und Geländer angebracht hat, kann man heute bis auf die Spitze wandern.





Die Treppenkonstruktion ist aber ganz schön abenteuerlich und wer unter panischer Höhenangst leidet sollte nicht auf die Spitze wandern.



Ist man erst einmal oben hat man einen grandiosen Ausblick auf den kompletten Sequoia NP.







In 2050m Höhe – Auf der Spitze des Moro Rock







Nachdem wir vom Moro Rock kamen, fuhren wir ohne weiteren Halt nach Bakersfield.
Hier hatte ich das folgende Motel 6 gebucht:
Motel 6 Bakersfield South
2727 White Ln
Motel 6 Bakersfield South

Wir kauften uns im nahe gelegenen Supermarkt etwas zu essen ein und überlegten, wo wir es uns gemütlich machen könnten. Die Wahl fiel auf den Poolbereich, denn nur dort standen Tische und Stühle. An der Mauer rings um den Poolbereich hing zwar ein Schild “keine Getränke und Lebensmittel im Poolbereich” aber um diese Uhrzeit war ja niemand mehr anwesend und wir würden ja alles wieder sauber hinterlassen.
Nach dem Abendbrot gingen wir noch eine kleine Runde durch Bakersfield Süd. Viele amerikanische Städte, oder Vororte von Städten haben den Charme eines Industriegebietes. So auch hier. Was aber interessant war, wir erreichten auf unserem kleinen Fußmarsch einen riesigen Parkplatz für die Trucks/Roadtrains zum Übernachten. Was ich so aber noch nicht gesehen habe – über alle Stellplätze führte eine Art Versorgungsbrücke und riesige Schläuche hingen von der Brücke herunter und führten durch die Seitenscheibe in die Fahrerkabinen der Trucks. Ich weiß nicht, wofür dieser große Schlauch gedacht ist. Sauerstoffversorgung vielleicht? Warmluft kann ja nicht sein, denn warm war es ja.
Nach diesem kleinen Ausflug in South Bakersfield gingen wir zu Bett.

rueckwaerts vorwaerts

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