Süd-Norwegen, 07.08.2013, Oslo - Rauland via Telemark

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit viel Obst haben wir unsere Koffer gepackt und haben die erste Etappe gestartet. Heute sollte es über Drammen, Kongsberg, Notodden und Rjukan nach Rauland gehen. Das ursprüngliche Ziel war Stavanger, aber das hätten wir nicht in einem Rutsch geschafft und so hatte ich Rauland als Zwischenziel ausgemacht. Da ich in dem ganzen Bereich im Internet kaum eine günstige Übernachtungsmöglichkeit gefunden hatte, habe ich mich in einer Musikakademie eingemietet, die in den Ferien Zimmer vergibt. Na, was das wohl werden würde? Man hätte direkt nach Rauland fahren können, doch nach Notodden und dann über die Telemark nach Rjukan sollte landschaftlich sehr schön sein und so sind wir diesen großen Bogen über Rjukan gefahren – und haben es nicht bereut !


Streckenlänge: 232 km
Fahrtzeit: 3h 50 min



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13_08_07_01Der Bråtavannet bei Kongsberg an der E134



13_08_07_02Stabkirche Heddal.
Die Stabkirche Heddal ist eine der größten Stabkirchen Norwegens. Nach einer Sage hat der Troll Finn die Kirche in drei Tagen gebaut. Die Kirche ist 20 Meter lang und 26 Meter hoch. Eine Runen-Inschrift läßt darauf schließen, daß die Kirche 1242 geweiht wurde.



13_08_07_03Ein typischer norwegischer, grasbedeckter Speicher.Solch eine Dachbegrünung sieht man in Norwegen sehr häufig. Tradiotionell wird die Abdichtung mit Birkenrinde erreicht



13_08_07_04Südlich von Rjukan, in der Telemark, liegt der 1883 Meter hohe Gaustatoppen.



13_08_07_05Auf der Fahrt nach Rjukan passiert man den Berg zwar seitlich, man hat aber das Gefühl, daß die Straße Fv651 sehr hoch liegt und es nicht mehr sehr viele Meter bis zum Gipfel sind.



13_08_07_06Wenn man den Gaustatoppen passiert hat, schaut man in ein tiefes Tal mit dem Ort Rjukan.



13_08_07_07Wenn man auf dem vorherigen Bild sieht wie tief Rjukan im Tal liegt, kann man sich jetzt vorstellen, in wie vielen Spitzkehren die in den Fels gehauene Straße einen jetzt bergab führte.



13_08_07_08Da das Tal sehr schmal und tief ist, erreicht die Sonne den Ort Rjukan nur für sehr kurze Zeit im Jahr. Da die meisten Bewohner des Dorfes im Wasserkraftwerk Vemork arbeiteten, spendierte der Kraftwerksbetreiber 1928 den Rjukanern eine Seilbahn, die Krossobanen, damit sie auf einen der Hänge kamen um dort dann die Sonne zu genießen. Die Krossobanen ist die älteste Seilbahn Europas und wurde, man kann auf dem Bild noch das Wort Leipzig erkennen, von der Fa. Adolf Bleichert & Co. aus Leipzig-Gohlis gebaut.



13_08_07_09An einem der Hänge liegt das zuvor erwähnte Wasserkraftwerk Vemork der Fa. Norsk Hydro. Das Kraftwerk war bei seiner Fertigstellung das größte Wasserkraftwerk der Welt. Bauzeit war von 1907-1911. Das Wassergefälle beträgt 104 Meter. Irgendwo habe ich gelesen, daß das Kraftwerk sich heute im Berg befindet.



Das Kraftwerk hat auch Berühmtheit erlangt, weil hier früher eine Schwerwasserfabrik angeschlossen war, die in den 70ern abgerissen wurde. Diese Schwerwasserfabrik war während des 2. Welkriegs Schauplatz der Operation “Gunnerside”, mit der norwegische Widerstandskämpfer und die Engländer verhindern wollten, daß die Nationalsozialisten an schweres Wasser kommen,das man zum Bau der Atombombe benötigte.


Wir kamen noch durch sehr schöne Landschaft, und erreichten die Musikakademie Rauland.


Raulandsakademiet
Adresse: Akademiet 2, N-3864 Rauland
Homepage: https://visitrauland.com/raulandsakademiet/en/
GPS-Koordinaten:


13_08_07_10Kein Pförtner oder Hausmeister weit und breit. Als wir dann endlich eine offene Tür gefunden hatten, fanden wir drinnen an der Scheibe vom Pförtnerhäuschen einen Zettel, wen wir anrufen müßten. Haben wir dann auch gemacht. Eine nette Dame kam, die uns einen Zimmerschlüssel brachte und uns das Zimmer zeigte.



13_08_07_11Das Zimmer kann man wie folgt beschreiben: Vier weiß gestrichene Betonwände, zwei schmale Betten, ein Tisch und zwei Stühle. Es war schon ganz schön karg, wir waren aber froh in dieser Einöde eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden zu haben.



Es stand uns auf dem Flur auch eine Küche zur Verfügung, aber wir hatten nichts zu essen. Also sind wir noch einmal in den Ort, wenn man das so nennen kann. Der einzige Supermarkt hatte gerade geschlossen und ein weiteres Geschäft gab es nicht. Auch ein Restaurant oder Imbiss konnten wir nicht ausfindig machen. Wir haben dann noch Reste von Süßigkeiten verzehrt und Wein hatten wir auch noch, sind aber extrem hungrig zu Bett gegangen.

rueckwaerts vorwaerts
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