19.06.2022 ses Illetes – Palma – Santa Ponça

Es war Sonntag der 19.06. und unsere erste Etappe der Mallorca Rundreise stand bevor. Aber erst ging es wieder zum Frühstück.
Bild unten: Blick von der Frühstücks-Terrasse auf das Meer.

Nachdem wir tags zuvor etwas umgeplant hatten, stand nun heute Palma auf dem Programm. Von dort wollten wir dann weiter nach Santa Ponça. In der Planung der Route hatten wir den Hausberg Palmas eigentlich nicht mit drin, doch unterwegs entschlossen wir uns, die Serra de Na Burguesa mitzunehmen. Vielleich bot sich ja eine schöne Ausicht auf Palma. Unsere Route sah letztendlich wie folgt aus:

Strecke: ses Illetes (1) – Palma (2) – Serra de Na Burguesa (3) – Santa Ponça (4)
Entfernung: 33 km
Fahrtzeit: 60 min

Nachdem wir gut gefrühstückt hatten, packten wir unsere Koffer, bezahlten an der Rezeption und deponierten dort unsere Koffer.
Wir holten unseren Leihwagen vom entfernten Parkplatz, fuhren wieder zum Hotel, luden die Koffer ein und nun konnte unsere Rundreise beginnen. Erste Station Palma.

Info Palma
Gründung: 123 v. Chr.
Einwohner: ca. 416.000
Fläche: 3.603,7155 km²
Webseite: www.palma.cat

Die Geschiche Palmas’ ist wechselhaft. Nachfolgend einige Eckdaten. Wer mehr über Palma erfahren möchte findet sehr viele Informationen bei Wikipedia: Palma bei Wikipedia

Die Geschichte der Stadt Palma reicht zurück bis 5000 v. Chr. als die Menschen der Talayot-Kultur die Insel bevölkerten.
123 v. Chr. eroberte dann der römische Feldherr Quintus Caecilius Metellus mit seiner Flotte die Insel. Besagter Feldherr gründete den Ort Palmaria Palmensis – das heutige Palma.
4. Jahrhundert: Mit dem Untergang des römischen Reichs, Niedergang der Stadt Palma.
903: Eroberung durch die Araber (arabisch-islamische Kultur)
1229: Eroberung durch die Aragonier
1276: Gründung des Königreiches Mallorca
1343: Aussterben der Herrscherlinie.
1349: Mallorca wird aragonische Provinz und wird bis zur Autonomie 1983 vom Festland aus regiert.
1983: Autonomie Mallorcas’

Wir hatten uns, weil sie sehr zentral liegt, die Tiefgarage am Plaça d’Espanya als Parkgelegenheit und Startpunkt für unseren Stadtrundgang ausgesucht. Die Tiefgarage haben wir relativ schnell erreicht und sie war total leer. An einem Wochentag ist hier sicherlich wesentlich mehr los.

Plaça d’Espanya ( 39°34’32.0″N 2°39’12.7″E )
Auf dem Platz steht ein Reiterdenkmal von König Jaume I. König Jaume I wurde 1208 geboren und gehörte zum Königshaus Aragon.
Mit 5 Jahren wurde er zur Vollwaise und wurde von katalonischen Templern erzogen. Mit 5 Jahren bestieg er den Thron

Vom Plaça d’Espanya sind wir dann über die Plaça de la Porta Pintada in die Fußgängerzone Carrer de Sant Miquel geschlendert.

In der ersten Seitenstraße zur Linken (Passatge Particular de Santa Catalina de Sena) steht mitten auf der Straße ein Baum (schaut zumindest so aus)

Hier, auf der Carrer de Sant Miquel, reiht sich Geschäft an Geschäft. Auf dem Bild unten schaut das vielleicht nicht so aus, aber kann durchaus sehr exklusiv einkaufen und es waren wirklich tolle Geschäfte und Boutiquen dabei.

Immer wieder liegen kleinere, schön bepflanzte Plätze an der Fußgängerzone.

Hier der Plaça de la Mare de Déu de la Salut

Die Gassen die von der Fußgängerzone abgehen sind z.T. sehr schmal

Wenn man weiter der Fußgängerzone folgt, überquert man den historischen Platz Plaça Major (Bild folgt später) und kommt zum Plaça de Cort (de: Platz der Richter)

Ich war erstaunt. Vor Ort hatten wir auf eine Plakette an dem Gebäude geschaut und lasen, daß es sich um die Bibliothek handelt. Jetzt, wo ich diese Seiten erstelle und einiges nachschlage, muß ich feststellen, daß es sich um das historische Rathaus von 1649 handelt. Die genaue Bezeichnung lautet: Ajuntament de Palma. Fertiggestellt wurde es aber erst im 18. Jahrhundert.

Ursprünglich stand hier das mittelalterliche Hospital Sant Andreu.


Das Besondere an dem Gebäude ist der große, sieben Fenster überspannende Balkon, in der ersten Etage und die Uhr, die aus dem Jahre 1863 stammt. Sie hat den Namen Es Figuera.
Im Gebäude, im Erdgeschoss, befindet sich das gotische Portal des alten Krankenhauses. Sehenswert ist auch die Treppe in den ersten Stock.

Neben dem Rathaus, also der Verwaltung von Palma, befindet sich in dem Gebäude auch die Bibliothek und das historische Archiv Mallorca’s. Ah ja, deshal also die Plakette an dem Gebäude.
Das Rathaus Ajuntament de Palma steht bereits seit 1931 unter Denkmalschutz.

An der Plaça de Cort steht auch dieser 600 Jahre alte Olivenbaum. Der Olivenbaum wuchs ursprünglich auf einem Landgut bei Pollensa und wurde 1989 umgepflanzt. Dieser Olivenbaum gilt als ein Symbol des Friedens.

Geht man, vor dem Rathaus stehend links weiter über die Carrer de la Cadena, gelangt man zum Plaça de Santa Eulàlia…..

mit einer der ätesten Kirchen der Stadt, der Santa Eulàlia.

Der christlichen Eroberer Mallorcas, König Jaume I errichtete an dieser Stelle eine Kapelle, die dann bis ins Jahr 1414 immer weiter ausgebaut wurde. Der Stil der Kirche ist Hochgotik.

Vor der Kirche stehend sind wir nun zurück zum Rathaus und haben nun die Straße rechts vom Rathaus genommen, die Carrer del Palau Reial, die zum Jardi de la Seu führt.

Ich habe mir gedacht, daß man das übersetzen kann und habe den google Übersetzer bemüht, der als Ergebnis brachte “Garten der Seu”. Aber auch “Seu” muß doch für etwas stehen. Es hat etwas gedauert, das heraus zu bekommen. Es ist katalanisch und bedeutet soviel wie Bischofssitz.

Jardi de la Seu
Nach obiger Erklärung also der Bischofsgarten

Geht man die Straße weiter kommt man zum Wahrzeichen und der touristischen Hauptattraktion von Palma: Die Kathedrale La Seu (de: der Bischofssitz)
Der Grundstein dieses gotischen Meisterwerks erfolgte bereits 1230 durch König Jaume I. Vollendet wurder Bau aber erst im 16./17. Jahrhuindert. Im Jahre 1904 erhielt die Kathedrale durch den Architekten Antoni Gaudi ihr heutiges Aussehen.

Die Kathedrale hat eine Fläche von sage und schreibe 6600 m² und eine Höhe von 44 Metern. Der Innenraum ist dreischiffig und 109 Meter lang und 39 Meter breit. Das Hauptschiff ist mit mit einer Breite von 19,4 Metern breiter als der Kölner Dom mit 12,6 Metern

Die Kathedrale ist derart groß, daß man die Front aus der Nähe nicht einmal mit einem Weitwinkel-Objektiv fotografieren kann.

Das mächtige Eingangsportal der Kathedrale

Über dem Eingang sieht man eines der 61 Buntglasfenster, eine große Rosette von 11 Metern Durchmesser. Die vielen Buntglasfenster sorger für unterschiedlichste Stimmungen im Laufe eines Tages – je nachdem wie das Licht fällt. Die Mallorquiner nennen das magische Lichtspiel auch ‘milagro de la luz’, was so viel bedeutet wie “Wunder des Lichts”.

Leider gibt es keine Baupäne mehr, doch man nimmt an, daß die folgende, sonnenbedingte Projektion an der Westfassade gewollt war. Jedes Jahr am 11. November und am 2. Februar projiziert die Sonne eine 8 an dieWestfassade. Der Acht kommt im christlichen Glauben eine besondere Bedeutung zu. Wer zur besagten Zeit in Palma ist, kann Zeuge dieser Projektion werden.
Da mußte ich auch erst einmal nachschlagen: Wieso hat die 8 im christlichen Glauben eine besondere Bedeutung?
Die 8 ist Symbol der Auferstehung und des Neuanfangs.
Acht Menschen wurden durch die Arche gerettet (1 Petr 3,20).
Am Achten Tag, oder dem dem ersten Tag der neuen Woche (am Tag nach dem Sabbat), ist Jesus von den Toten auferstanden (Mt 28,1).
Wenn es also ein Symbol für die Auferstehung und den Neuanfang gibt, ist es die 8!
Aus diesem Grund versammelten sich die ersten Christen an diesem “achten” Tag, dem Sonntag (Apg 20,7).
Auch die Bergpredigt enthält 8 Seligpreisungen für den gläubigen Christen (Mt 5,1-8).

Zur Zeit, vielleicht eine Corona Maßnahme (?) muß man, soweit ich das verstanden habe, einen Besuch in der Kathedrale online anmelden. Irgendwie klappt das auf der Internetseite aber nicht mit der englischen Sprache. Die Seite springt immer zurück ins spanische. Aber versuchen Sie es selbst:
https://catedraldemallorca.org/en/.

Zusammenfassung Kathedrale La Seu
Fläche: 6.600 Quadratmetern
Höhe: 44 Meter.
Gewölbe: getragen von 14 Säulen
Gesamtlänge: 100 Metern
Grundsteinlegung: 1230, durch König Jaume I.
Fertigstellung: 16. oder 17. Jahrhundert
Buntglasfenster: 61

Die Kathedrale steht leicht erhöht. Schaut man von hier gen Süden, sieht man den Lago Espejo de Cristal (de: Kristallspiegelsee) und gleich dahinter in der Bucht den Hafen von Palma

Geht man an der Kathedrale die Treppen runter zum Passeig dalt Murada und hält sich rechts kommt man zum S’Hort del Rei an der vielbefahrenen, mehrspurigen Av. d’Antoni Maura.

S’Hort del Rei

S’Hort del Rei ist ein kleiner Garten im maurischen Stil, der ursprünglich ein Teil des Königspalasts war.

Ansicht der Kathedrale von Südwesten

Bild unten: Ansicht der Kathedrale von Süden. Im Vordergrund der Kristallspiegelsee

Östlich der Kathedrale gingen wir nun durch viele sehr schmale Gassen und kamen an der Carrer de la Bosseria raus. Als wir so nach links schauten, sahen wir in einiger Entfernung dieses reich verzierte Gebäude.

Can Forteza Rey (Gebäude im modernismo oder auch spanischen Jugendstil)

Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz von José Forteza-Rey und ist ein echter Blickfang.
Mit dem Bau des Hauses wurde 1907 begonnen. Josep Forteza-Rey war Juwelier und Goldschmied der Kathedrale und hatte fünf Baugrundstücke zwischen dem heutigen Carrer de ses Monges und der Plaça del Marqués del Palmer gekauft. Sein Sohn, Lluís Forteza-Rey, ebenfalls Juwelier war für die Architrektur verantwortlich.

Mit finanzieller Unterstützung seiner Mutter, hatte José Forteza-Rey das Gebäude in den 1980er Jahren von seinen Onkeln gekauft und macht es sich seitdem zur Aufgabe, das Familienerbe zu bewahren. Als erstes wurde das Haus von außen saniert. Von Anfang 2021 bis Febr. 2022 wurde die Fassade des Gebäudes restauriert. Die Originalfarben der Fensterläden wurde wiederhergestellt, sowie die Vergoldung des Schmiedeeisens und viele andere Details.

Vor einiger Zeit hat sich José Forteza-Rey dazu entschlossen, das Gebäude, in dem sich heute Büros befinden auch innen komplett zu sanieren, größtenteil in den Ursprungszustand zu versetzen und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Seine Tochter, Neus Forteza-Rey Llaneras, möchte die erste Etage sogar mit Möbeln aus der spanischen Jugendstilzeit so herrichten, dass die Menschen einen Einblick davon bekommen, wie die Menschen damals gelebt haben.
Kaufangebote hat José Forteza-Rey bisher immer abgelehnt.

Von hier aus gingen wir zum Plaça Major, den ich ja schon zuvor erwähnt hatte. Wir näherten uns von der Carrer Capellers, also von der Stirnseite her.
Kurz davor befindet sich dieses super mit Blumen geschmückte Restaurant “Brunchit”

Kurze Zeit später standen wir auf besagtem Platz.

Plaça Major

Die Plaza Mayor ist ein großer, rechteckiger Platz und gehörte ursprünglich zu dem ehemaligen Kloster San Felipe Nerí. Das Kloster war bis 1823 der Sitz der katholischen Inquisition.
Im Erdgeschoß, in den Kollonaden, befinden sich heute viele Geschäfte und Restaurants, in den anderen Etagen Wohnungen und Büros.

Wir mußten ohnehin mal auf’s Örtchen. Also haben wir uns hingesetzt und ein Eis bestellt. Das tat gut und machte müde Urlauber wieder munter.

Auf einigen kleinen Plätzen wachsen sogar Orangenbäume.
Auf dem Bild: der Platz Carrer d’Estade

So, unser Palma Besuch ging langsam dem Ende entgegen. Wir waren viel gelaufen und etwas KO und mußten ja auch noch bis Santa Ponça. Wir gingen wieder zum Plaça d’Espanya, bezahlten die Parkgebühr und fuhren über die MA-1041auf die MA-20. An der Straße sahen wir Schilder, die auf die Aussichtsplattform Na Burguesa (Vistas Palma) verwiesen und im Reiseführer hatte meine Partnerin auch darüber gelesen. Also beschlossen wir dieses Highlight auch noch mitzunehmen. Irgenwann kamen wir an eine 180° Kurve, die nicht so richtig einsehbar war. Es sah so aus, als würde die Straße hier an einem bewachten Parkplatz enden. Ich stieg aus und fragte den Parkplatzwächter auf Englisch nach Na Burguesa (Vistas Palma). Ich hatte das Gefühl, er hat mich nicht verstanden, ahnte aber, was oder wohin wir wollten und zeigt zur Seite. Wir sollten der Straße folgen, die ich nicht als solche wahrgenommen hatte. Wir fuhren höher und höher und die Straße war in keinem besonders guten Zustand. Noch bevor wir den Aussichtspunkt ( 39°33’58.4″N 2°35’40.9″E ) erreichten, beschlossen wir anzuhalten und die Aussicht auf Palma zu genießen.

Bild oben: etwas links oben sieht man einen bewaldeten Hügel und wenn man genau hin schaut eine Burg.
Es ist das Castell de Bellver (‚Burg von Bellver‘). Die Festung, die 112,6 Meter über dem Meeresspiegel liegt, ist in Europa einmalig, denn sie ist kreisrund.
Die Besichtigung der Festung haben wir uns für einen weiteren Mallorca Urlaub aufgehoben.

Anschließend fuhren wir den Berg wieder hinab, auf die MA-20 und nach kurzer Zeit auf die MA-1.

An der Abfahrt zur zur MA-1013 nach Santa Ponça stand diese Windmühle, die Molí de Galatzó ( 39°31’16.7″N 2°29’40.4″E )

Schon nach wenigen Metern hatten wir unser Hotel erreicht.

Santa Ponsa Pins
Avenida Rey Jaime I 115
07013 Santa Ponça
Homepage: https://www.santaponsapins.com/es

Das Hotel war zwar sauber und das Frühstücksbuffet sollte sich auch als nicht so schlecht herausstellen, aber so richtig riß uns das Hotel nicht vom Hocker. Aber wir blieben ja nur für eine Nacht.

Wir räumten den Wagen aus und bezogen unser Zimmer. Der Portier meinte noch, wenn uns das Zimmer zu laut wäre, könnten wir ein anderes haben. Von dieser Option machten wir dann auch Gebrauch.

Etwas später beschlossen wir, noch zum Strand zu gehen, der 500m entfernt war. Mehr oder weniger ist es ein kleiner Sandstrand einer großen Bucht.

Zum Abendessen hatten wir uns erst ein Fischrestaurant in der Via Puig des Teix (Paralellstraße zu der des Hotels) ausgesucht. Das war zwar super bewertet, machte uns von draußen aber keinen so vertrauenserweckenden Eindruck und so haben wir einen Bogen gemacht, sind wieder die Straße an der unser Hotel lag in Richtung Strand, denn dort lag der gut bewertete Italiener “Antica Roma”.

Antica Roma
Avinguda del Rei Jaume I, 111, 07183 Santa Ponça
Homepage: https://www.facebook.com/groups/277141449001007/?mibextid=HsNCOg
GPS-Poisition: 39°31’00.2″N 2°29’06.9″E

Das Essen war sehr gut und ich kann diesen Italiener empfehlen.

rueckwaertsvorwaerts

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