Heute sollte es nun weiter gehen, zu unserem eigentlichen Ziel, der Côte d’Azur. Wenn man sich die Straßen in Google Maps mal anschaut, stellt man fest, daß man, wenn man die E25, die E80 und die A8 nehmen würde, in 2,75 Stunden in Juan-les-Pins wäre. Aber auf Schnelligkeit kam es uns ja nicht an. Also habe ich ChatGPT befragt, welches eine empfehlenswerte Route von Genua nach Juan-les-Pins ist. Die Antwort bei einer so unklaren Fragestellung war klar. Soll es die schnellste Route sein, soll es eine landschaftlich schöne Route sein, oder soll es eine Mischung sein. Ich habe um die Ausarbeitung einer gemischten Route gebeten. Folgendes hat mir ChatGPT empfohlen:
1. Genua → Finalborgo (ca. 1h15)
- Anfahrt: Über die A10 Richtung Savona.
- Highlight: Finalborgo, eines der schönsten mittelalterlichen Dörfer Italiens, perfekt für einen ersten Espresso-Stopp.
- Tipp: Kleiner Spaziergang durch die Altstadtgassen.
2. Finalborgo → Alassio (ca. 40 Min.)
- Strecke: Weiter die A10 bis Albenga, dann runter zur Küste.
- Highlight: Alassio, charmanter Küstenort mit langem Sandstrand und der berühmten „Muretto di Alassio“ (bunte Kachelwand).
- Tipp: Hier Mittagessen am Strand – Fisch oder Pasta mit Meeresfrüchten.
3. Alassio → Sanremo (ca. 1h15)
- Strecke: Ab hier lohnt es sich, die SS1 (Via Aurelia) zu nehmen → schöne Fahrt entlang der Riviera di Ponente.
- Highlight: Sanremo – Belle-Époque-Architektur, Casino, Blumenstadt.
- Tipp: Kurzer Bummel durch die Altstadt „La Pigna“.
4. Sanremo → Menton (ca. 50 Min.)
- Strecke: Entweder Küstenstraße oder kurz auf die Autobahn.
- Highlight: Menton, die „Perle Frankreichs“, direkt an der Grenze. Wunderschöne Altstadt mit bunten Häusern.
- Tipp: Zitronensorbet probieren (Menton ist berühmt für seine Zitronen).
5. Menton → Grande/Moyenne Corniche → Èze (ca. 40 Min.)
- Strecke: Eine der berühmten Corniches nehmen (die Moyenne Corniche ist am angenehmsten).
- Highlight: Èze Village – ein mittelalterliches Adlernest hoch über dem Meer.
- Tipp: Aussicht vom Jardin Exotique – einer der schönsten Blicke der Côte d’Azur.
6. Èze → Antibes (ca. 1h)
- Strecke: Über die Moyenne Corniche weiter nach Nizza, dann Küstenstraße bis Antibes.
- Highlight: In Nizza kurz die Promenade des Anglais entlangfahren.
- Ankunft in Antibes: Malerischer Hafen, Altstadt mit Picasso-Museum.
⏱️ Gesamtdauer
Mit Pausen & Stopps: gut ein Tagestrip (8–9 Std.)
Reine Fahrzeit: ca. 5–6 Stunden
So wollten wir es dann versuchen umzusetzen.
Wir haben morgens noch gefrühstückt, haben dann unsere Koffer gepackt, Wuschel abgegeben und den Wagen aus der Tiefgarage gefahren. Als wir ihn vor dem Haus parken wollten, kam sofort jemand un d redete wild gestikulierend auf uns ein. Wie die Italiener so sind (ist aber nicht negativ gemeint). Wir gaben dem guten Mann zu verstehen, daß wir lediglich zum Be- und Entladen parken und dass wir in weniger als 15 Minuten wieder weg sind. Das war für ihn OK.
Die erste Etappe nach ChatGPT sah wie folgt aus:

Wir haben den Wagen beladen, was jedes Mal ein ziemlicher Akt ist und los ging es – zuerst wieder in Richtung Kreisverkehr und dort dann auf das Viadukt, die Sopraelevata Aldo Moro (SS1). Wir fuhren wieder am Hafen vorbei. in dem wieder eines der riesigen Kreuzfahrtschiffe lag. Es ging weiter auf der A10/E25 bis Feglino. Hier fuhren wir von der Autobahn ab und parkten schon wenige Zeit später auf einem Parkplatz außerhalb der Stadtmauern von Finalborgo. Gleich vorweg: sehr guter Tipp von ChatGPT und sehr zu empfehlen!
Finalborgo ist der mittelalterliche Ortskern von Finale Ligure (Ligurien) – ein komplett von Mauern umschlossener „Borgo“ (historischer Ortskern), der sich wie eine kleine Zeitkapsel ein paar Minuten landeinwärts vom Meer anfühlt.

Was die Altstadt besonders macht
- Stadtmauern & Tore: Finalborgo ist von spätmittelalterlichen Mauern umgeben; zu den bekanntesten Zugängen zählen Porta Testa, Porta Reale und Porta Romana.
Porta Testa ist dabei eines der ikonischen Fotomotive (mit Uhr/Ausmalung) und markiert den westlichen Zugang. - Gassen, Arkaden, Plätze: Enge, gepflasterte Gassen führen auf zentrale Plätze wie die Piazza Garibaldi, wo heute Cafés und Trattorien das „Wohnzimmer“-Gefühl des Borgo ausmachen.
- Basilika/Stiftskirche San Biagio: Ein Hauptbau der Altstadt ist San Biagio (barocke Kirche auf älteren Vorgängerbauten). Die frühe Erwähnung einer Kirche am Ort wird u. a. ins 13. Jh. datiert; der heutige barocke Bau entstand später.
- Palazzo del Tribunale: Ein markanter Palast, der historisch als Ort der Rechtsprechung der Markgrafen Del Carretto gilt – ein schönes Beispiel „Machtarchitektur“ im Borgo.
- Kloster Santa Caterina & Archäologisches Museum: Am Rand/oberhalb des historischen Zentrums liegt der Komplex Santa Caterina, in dem das Museo Archeologico del Finale untergebracht ist (mit Kreuzgängen und Funden zur Regionalgeschichte).
Kleine Idee für einen entspannten Rundgang (1–2 Stunden)
- Durch Porta Testa hinein, einmal um die Piazza dort herum
- Durch die Gassen zur Piazza Garibaldi (Kaffee/Gelato-Pause)
- Weiter Richtung San Biagio & Palazzo del Tribunale

Einen Plan hatten wir nicht, denn wir wußten ja nicht was uns erwartet, aber die obigen Punkte haben wir fast auch alle gesehen.
Hier sind wir gerade durch die Porta Testa gekommen und gehen über die Via Giovanni Nicotera in Richtung Piazza Giuseppe Garibaldi.


An der Piazzetta Meloria kann man durch die Stadtmauer gehen. Es gibt zwar keinen Übergang über den “Stadtgraben”aber man kann sehr schön sehen, wie der Ort früher mal, vermute ich jetzt einfach mal, von Wasser umgeben war, um sich vor Feinden zu schützen. Offensichtlich war das aber auch nie sehr tief.



Irgendwann kamen wir auf den kleinen Platz “Piazza San Biagio” mit einer kleinen, unscheinbaren Kirche, der Collegiata di San Biagio. Wir haben überlegt ob wir herein gehen sollten. Gut, das wir es gemacht haben. Von außen irgendwie unscheinbar, aber von innen wow. Wir haben gedacht, wir sehen nicht recht. Wahnsinn!
Grundsätzlich verabscheue ich ja das viele Gold in vielen katholischen Basilika/Kirchen, aber sehenswert ist das schon!


Die Basilica Collegiata di San Biagio ist die große Pfarr- und Stiftskirche mitten in Finalborgo (Piazza San Biagio) – und eine der eindrucksvollsten Barockkirchen im westlichen Ligurien.
Kurze Geschichte
- Erste urkundliche Erwähnung einer Kirche San Biagio: 1261.
- 1372–1375: Bau einer gotischen Kirche innerhalb der Stadtmauern von Finalborgo.
- Ende 16. Jh.: Schäden (Konflikte/Invasionen); anschließend entschließt man sich zu einem größeren Neubau.
- 1633–1650/1659: Errichtung der heutigen barocken Kirche nach Entwurf des Architekten Andrea Storace (die Ausrichtung wurde dabei um ca. 90° gedreht).
- April 1949: Papst Pius XII. erhebt San Biagio zur Basilica minor.
Architektur – worauf du achten solltest
- Außen wirkt sie eher „streng“: Die Fassade blieb unvollendet und ist bewusst schlicht/roh belassen.
- Innen dagegen „Wow“: reiches Barock/Rokoko mit viel weißem Marmor und vergoldeten Details – genau dieser Kontrast ist Teil des Reizes.
Highlights im Inneren (die man leicht übersieht)
- Die berühmte Marmorkanzel (1765) von Pasquale Bocciardo: sehr fantasievoll gestaltet (u. a. mit biblischen Symbolen).
- Der Hochaltar (1799) von Girolamo Bocciardo – mit einem verblüffenden Detail: ein „besticktes Altartuch“, das in Wirklichkeit aus Marmor gehauen ist.
- Spätere Fresken (u. a. Kuppel/Chor 1878; weitere Decken 1911).
- Spannend für Kunstfans: großformatige Kopien nach Raffael und Rubens (Auftragsarbeiten an Pier Lorenzo Spoleti).
Praktischer Tipp für den Besuch
Wenn du „sicher offen“ sein willst: Viele Kirchen sind außerhalb von Gottesdiensten zeitweise geschlossen. Die Messzeiten werden u. a. so geführt: werktags/sa oft 18:00, sonntags 10:30 & 18:00 (kann feiertags abweichen).
Wir beschlossen nun zum Auto zu gehen, denn wir hatten ja noch einige Kilometer vor uns.
Wir kamen wieder über den Platz Piazza Giuseppe Garibaldi…….

…… und vom Innern des “Borgo” sah die Porta Testa so aus.

Einwohner:
Bevölkerungsdichte:
Mit dem Auto fuhren wir noch zum nächstgelegenen Supermarkt und dann ging es weiter Richtung Alassio.
Die zweite Etappe führte uns von Finalborgo nach Alassio. Folgende Strecke hatte die KI vorgeschlagen:


In Alassio befindet sich die berühmte “Muretto di Alassio”. Die Muretto di Alassio ist eine bunte Kachelwand.


Einwohner:
Bevölkerungsdichte:
