Wir hatten vereinbart gegen 10:00 Uhr im Kaltental abzufahren.
Ursprünglich hatte ich geplant über Italien zu fahren (Allgäu-Bozen-Trento-Brescia) doch da steht dann immer die Frage nach der Großbaustelle am Brenner im Raum (Die Sanierung der Luegbrücke). Das wollten wir uns nicht antun und so sind wir dann über die Schweiz gefahren.



Fazit: unbedingt zu empfehlen! Wunderschöne Strecke mit vielen schönen Aussichten.
Gegen 16:00 Uhr erreichten wir Genua.
Wir kamen von Westen nach Genua rein und fuhren auf dem Viadukt Sopraelevata Aldo Moro der SS1 am Hafen vorbei.
Hier lag das imponierende Kreuzfahrtschiff “MSC World Europa” (Bruttoraumzahl 215.863 GT, Länge 333,3m, Passagierkapazität 6.762m). Das wahrscheinlich größte Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer. Leider habe ich das gar nicht so schnell fotografieren können und von dem Viadukt kamen wir nicht runter. Wir nahmen uns das für später vor.
Wir hatten über Airbnb eine Ferienwohnung nicht weit vom Hafen und neben dem Umbau des Sportpalastes gemietet.
Nach der langen Fahrt wollten wir nicht schon wieder weiter fahren, und wenn man schon einmal in Genua ist, wieso nicht auch Genua anschauen. So haben wir zwei Übernachtungen gebucht.
Geht es Dir auch so: Genua, habe ich schon von gehört! Aber in welchem Zusammenhang? Vielleicht im Zusammenhang mit Christoph Kolumbus, der in Genua geboren und aufgewachsen ist.
Genua ist in 9 Verwaltungsbezirke unterteilt. Die Ferienwohnung befand sich im Verwaltungsbezirk “II Centro Ovest”. Das Haus funkelnagelneu und eine super Wohnung, wenngleich die ganze Umgebung einer Baustelle gleicht. Hier wird der Sportpalast und noch vieles mehr renoviert, oder gleich ganz neu gebaut.
Bild unten: In den beiden länglichen Häusern, wo der Kran davor steht, sollte sich unsere Ferienwohnung befinden.

Seitens der Vermieterin hatte man uns in einer Email mitgeteilt, dass das Haus einen Empfang hat, wo man sich die Schlüssel abholen kann und das es auch eine Tiefgarage gibt.
Wir haben den Wagen erst einmal temporär am Haus geparkt, die Schlüssel geholt und wollten das Gepäck in die Wohnung bringen. Mit dem großen Schlüsselbund (in einem Fellbeutel. Spitzname: Wuschel) mit zig Schlüsseln bekamen wir die Tür nicht auf, zumal sie zwei Schlösser zu haben schien. Wieder runter zum Portier, der kaum ein Wort Englisch sprach (Deutsch erst recht nicht), uns aber gestenreich und nett beschrieb, was wir machen müßten und welcher Schlüssel. Die Tür bekamen wir trotzdem nicht auf. Nachdem wir drei mal bei ihm unten am Empfang waren, kam er mit und zeigte uns, wie einfach es ist. Waren wir denn derart von der Rolle? Lieber nicht weiter drüber nachdenken.

Zwischen den beiden Häusern.
Ganz hinten ist die Hafenausfahrt und wie wir so mit unserem Gepäck zwischen den beiden Häusern durchlaufen, läuft hinten die MSC World Europa aus (nicht im Bild). Schade, das war’s dann mit fotografieren dieses riesigen Schiffes.
Als nächstes wollten wir den Wagen in die Tiefgarage bringen. Nur finden! Man hat hier so etwas wie ein künstliches Hafenbecken geschaffen und an der einen Seite lag die Tiefgarage. Vom Höhenniveau her, quasi unter Wasser, nur durch eine Betonwand getrennt und alles noch nicht fertig – und die Tiefgarage als solches nicht zu erkennen. Was bedeutet, wir haben sie nicht gefunden. Der Portier musste mehrfach mit heraus kommen und uns gestenreich zeigen, wo wir runter fahren mussten. “Orange House.”Doch was tun, wenn mehrere Häuser orange sind? Irgendwann haben wir sie dann gefunden. Das war aber eine schwere Geburt! Wenn man uns eine kleine Skizze in die Hand gedrückt hätte, hätten wir sie sofort gefunden
Wohnungsschlüssel und Tiefgarage haben uns zwei Urlaubsstunden gekostet! Das war irgendwie nicht unser Tag.
Wieder in der Wohnung haben wir unsere Nespresso ausgepackt und erst einmal auf dem riesigen Balkon einen Nespresso Roma getrunken. Genau das richtige um erst einmal herunterzukommen.
Wir haben uns dann überlegt, wie man den Tag beenden könnte und beschlossen, erst einmal die Umgegend kennenlernen. Wir gingen runter zum Sportpalast und zu dem was sich Strand nennt und waren entsetzt. Wo waren wir hingeraten? Der Strand, wenn man ihn denn jemals als solchen bezeichnen konnte, eine riesige Baustelle und war wahrscheinlich auch nie wirklich attraktiv. Es sah verwahrlost aus und es schien so, als würden dort Obdachlose kampieren. Na denn weiter in die Innenstadt. Doch es wurde nicht besser. Alles machte irgendwie einen verwahrlosten Eindruck auf uns. Und das sollte das bekannte Genua sein? Kaum zu glauben.

Arco della Vittoria
Der Triumphbogen wurde zum Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges errichtet. Eingeweiht wurde er am 31. Mai 1931.
Auf dem Foto schaut das ja nicht schlecht aus, aber wenn man davor steht, macht der Triumphbogen einen ungepflegten Eindruck.
Da Sonntag war, konnten wir nichts einkaufen, aber wo essen? Wir schlenderten durch die Stadt und kamen schließlich am Platz “Piazza Colombo” raus, wo wir beschlossen, in der Pizzeria “L’Osteria della Piazza”einzukehren
Ich sag immer: Mit Pizza kann man nichts verkehrt machen. Ist sie schlecht belegt, ist meistens viel Käse und Ketchup drauf, was auch nicht schlecht schmeckt und zumindest satt macht.

Osteria della Piazza (Tripadvisor: 3,5 v. 4)
Piazza Colombo 30r/32r, 16121, Genua, Italien
Email: info@fratellimanzella.it
Homepage: https://menuristorante.wixsite.com/osteriadellapiazza
Die Pizza war jetzt nicht schlecht, ich habe aber auch schon bessere gegessen. Die Bedienung ließ sich unendlich Zeit und war unaufmerksam. Sie wollten uns einfach nicht sehen.
Was uns ebenfalls störte, war der extreme Lärm auf dem Platz. In Massen drehten immer die selben lauten Roller den ganzen Abend ihre Runden, um gesehen zu werden. Der Platz ist schon sehr romantisch hergerichtet mit den Lichtern, aber wie soll romantische Stimmung aufkommen, wenn sich schon die iPhone Health App meldet, wegen zu hoher Dezibel Zahlen?

Fontana del Genio Marino auf dem Piazza Colombo, einer der großen, belebten Plätze der Stadt
Nachdem wir bezahlt hatten, gingen wir fast den selben Weg wieder zurück. Gegenüber dem Siegestor war ein schöner Park angelegt worden.

Giardini Melvin Jones
Der Park ist vermutlich nach dem Gründer des Lions Clubs International Kelvin Jones benannt. Nach ihm sind in Italien viele Parks genannt, da die Italiener viel Sympathie für seine Philanthropische Arbeit hegen.
Wir kamen auf unserem Rückweg durch eine Straße, die besseres erahnen ließ, die Via Cesarea.
Wir gingen mit Gemischen Gefühlen zu Bett. Jetzt hatten wir hier extra einen Genua-Tag eingelegt und dann so eine fürchterliche Stadt.
Zusätzlich zu diesen Gedanken, kam die Klimaautomatik im Schlafzimmer, die dauerhaft mit 120 db lief (etwas übertrieben, aber es war sehr laut). Ich habe auf der Herstellerseite geschaut und erfahren, daß es eine smarte Klimaanlage ist, die sich per App steuern läßt. Also App heruntergeladen, aber man braucht dann einen Account, um sich in eine Klimaanlage einloggen zu können. Den Account hatte ich natürlich nicht. Wir haben noch alles mögliche versucht, wie Fenster zu öffnen, aber die Krawall-Anlage ließ sich nicht stoppen.
Ich habe die Vermieterin angeschrieben, aber die hatte Null Ahnung, was für eine Klimaanlage da in ihrer Wohnung läuft.
So kam es, daß man Partnerin kaum geschlafen hat.

