Weswegen hatten wir uns eigentlich für Domaso entschieden? Die sehenswerten Orte am Comer See liegen doch eigentlich sehr viel weiter im Süden. Doch wo kann man übernachten wenn man Ballagio, Como oder Lecco besuchen möchte? Zum Beispiel in Menaggio oder Varenna, aber die Preise dort haben uns doch ziemlich schockiert. Klar, die Preise werden durch Angebot und Nachfrage geregelt. Nachfrage groß – Angebot klein = Preis hoch. In der Nacht habe ich die Augen zu und schlafe und dafür z.T. 300 € oder mehr pro Übernachtung ? Nein, das wollten wir nicht mitmachen – deshalb Domaso. Domaso selbst ist jetzt nicht soooo sehenswert, aber es herrschte ein vernünftiges Preisniveau.
Für diesen Dienstag hatten wir eine Schifffahrt nach Bellagio geplant. Am Abend zuvor hatten wir uns mit den Abfahrten ab Domaso vertraut gemacht. Abfahrt sollte um 09:47 sein. Außerdem hieß es, man solle 20 Minuten vor Abfahrt am Schiffsanleger sein. Als wir an diesem Morgen am Anleger ankamen, wurde uns die Frage gestellt, ob normales Schiff oder Rapido.
Es gibt nämlich ein normales Schiff, das fast 1 Std. 10 Minuten für die Fahrt benötigt und einen Servizio Rapido der nur etwas mehr als 45 Minuten benötigt. Um möglichst schnell und noch vor den Touristenströmen in Bellagio zu sein, haben wir Servizio Rapido gewählt.
Diese zwei unterschiedlichen Schiffe, mit Abfahrtszeiten kurz hintereinander, haben uns bei der Erkundung der Abfahrtszeiten wahrscheinlich durcheinander gebracht.
Interessant: Ich wollte gerne die Abfahrtzeiten als Service hier veröffentlichen und wollte den originalen Zeitplan von ChatGPT übersichtlicher gestalten lassen. ChatGPT hatte aber Fehler in den Abfahrtszeiten. Begründung von ChatGPT: Ich habe noch nie einen so un-chronologischen Fahrplan gesehen.
Wir waren also nicht die Einzigen, die mit dem Plan so ihre Probleme hatten, weshalb ich es lieber lasse.
Gegen 10:00 Uhr kam Servizio Rapido und um 10:04 ging es los.


Gegen 10:50 Uhr kamen wir in Ballagio an.
Wir haben uns kurz im Ort umgesehen.
Schaut man an der Küste entlang Richtung Como sieht man einen kleinen maurischen Pavillon. Da wollten wir jetzt hin.
nachfolgend Bilder aus Bellagio.



An der “Lungolago Europa” erreichten wir eine wunderschön gestaltete Uferpromenade. Da hat sich die Gemeinde ja richtig ins Zeug gelegt. Die Beete und vor allem die Oleanderbäume sind schon ein Hingucker.

Wir erreichten einen Parkeingang. Auf einem Schild konnten wir lesen, das es sich um die Villa Melzi und deren Park handelte.
Melzi, wer war das denn? Nie von gehört.
Erst einmal ChatGPT fragen.
lizenzfreie Antwort: Francesco Melzi d’Eril (1753–1816) war ein bedeutender italienischer Politiker und Staatsmann aus einer alten Mailänder Adelsfamilie. Geprägt von den Ideen der Aufklärung setzte er sich für politische und gesellschaftliche Reformen ein, stand den radikalen Entwicklungen der Französischen Revolution jedoch kritisch gegenüber.
Seine politische Karriere war eng mit Napoleon Bonaparte verbunden. Als 1802 die Italienische Republik gegründet wurde, übernahm Napoleon das Amt des Präsidenten und ernannte Melzi d’Eril zum Vizepräsidenten. Da Napoleon die meiste Zeit in Frankreich verbrachte, führte Melzi einen großen Teil der Regierungsgeschäfte. Er bemühte sich um eine moderne Verwaltung, geordnete Staatsfinanzen und eine stärkere politische Eigenständigkeit Italiens gegenüber Frankreich.
Nachdem Napoleon 1805 die Italienische Republik in das Königreich Italien umgewandelt und sich selbst zum König gekrönt hatte, verlor Melzi zunächst einen Teil seines politischen Einflusses. Er blieb jedoch ein wichtiger Würdenträger und wurde 1807 von Napoleon zum Herzog von Lodi ernannt.
Melzi d’Eril war dabei keineswegs nur ein Gefolgsmann Napoleons. Sein politisches Ziel war ein moderner und möglichst eigenständiger italienischer Staat. Seine Vorstellungen werden deshalb teilweise als Vorläufer jener Einigungsbestrebungen betrachtet, die später im Risorgimento zur Entstehung des italienischen Nationalstaates führten.
Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft zog er sich zunehmend aus der Politik zurück. Er starb 1816 und wurde in der Familienkapelle auf dem Gelände der Villa Melzi beigesetzt.
ChatGPT, was weißt Du über Villa und die Giardini di Villa Melzi,
Villa Melzi d’Eril
Bekannt ist das Anwesen vor allem für seine weitläufigen Gartenanlagen, die Giardini di Villa Melzi, die zu den schönsten historischen Gärten am Comer See zählen.
Die Villa wurde zwischen 1808 und 1810 als Sommerresidenz für Francesco Melzi d’Eril errichtet. Melzi d’Eril war ein bedeutender italienischer Politiker und enger Weggefährte Napoleons. Unter Napoleon wurde er Vizepräsident der Italienischen Republik. Mit dem Bau der Villa beauftragte er den Architekten Giocondo Albertolli, der das Gebäude im klassizistischen Stil entwarf.
Die Gärten der Villa Melzi
Für Besucher ist vor allem der unmittelbar am See gelegene Landschaftsgarten interessant. Verschlungene Wege führen zwischen alten Bäumen, exotischen Pflanzen, Rhododendren und Azaleen hindurch. Immer wieder öffnen sich schöne Ausblicke über den Comer See auf die umliegenden Berge und das gegenüberliegende Ufer.
Zu den auffälligsten Bereichen gehört der japanisch anmutende Garten mit einem kleinen Teich, Ahornbäumen und farbenprächtigen Pflanzen. Besonders im Frühjahr, wenn Azaleen und Rhododendren blühen, zeigt sich die Anlage von ihrer schönsten Seite.
Entlang der Wege finden sich außerdem zahlreiche Skulpturen und Kunstwerke. Sehenswert ist auch ein kleiner maurischer Kiosk direkt am See. Seine Lage am Wasser macht ihn zusammen mit der umliegenden Vegetation zu einem der reizvollsten Plätze der Gartenanlage.
Kapelle und Orangerie
Zum Anwesen gehört die klassizistische Familienkapelle der Familie Melzi, in der sich auch das Grabmal von Francesco Melzi d’Eril befindet. In der ehemaligen Orangerie ist heute ein kleines Museum untergebracht. Dort werden Erinnerungsstücke und Kunstwerke gezeigt, die mit der Geschichte der Familie Melzi und der napoleonischen Epoche verbunden sind.
Die eigentliche Villa befindet sich bis heute in Privatbesitz und kann nicht von innen besichtigt werden. Der Garten, die Kapelle und die Orangerie sind dagegen während der Öffnungssaison für Besucher zugänglich.
Gerade die Kombination aus gepflegtem Landschaftsgarten, historischen Bauwerken und der Lage direkt am Comer See macht die Giardini di Villa Melzi zu einem der sehenswertesten Orte in Bellagio. Wer etwas Zeit mitbringt, findet hier außerdem eine angenehme Abwechslung zu den oft belebten Gassen im Zentrum des Ortes.
täglich: 10:00–19:00 Uhr
letzter Einlass: 18:30 Uhr
keine Reservierung erforderlich
Eintrittspreise
Erwachsene / Einzelticket: 10,00 €
Ticket für zwei oder mehr Tage: 14,00 €
Gruppen ab 15 Personen: 8,00 € pro Person
Schulklassen: 6,50 € pro Person
Saisonkarte: 50,00 €
Kinder bis einschließlich 11 Jahre: kostenlos
Im Eintritt sind Garten, Kapelle und Museum enthalten. Die eigentliche Villa ist privat und nicht zu besichtigen.
Homepage: https://www.giardinidivillamelzi.it/en/home2/


Hier im Garten der Villa Melzi erreichten wir auch den maurische Pavillion
Nach einigen Fotos sind wir weiter gegangen in Richtung Villa


Bild unten: Hinter der Villa Melzi, was aussieht wie Arkaden, ganz links ist die Orangerie.
Die Orangerie beherbergt heute ein historische Museum und zeigt Ausstellungsstücke zur Baugeschichte des Anwesens, Erinnerungsstücke an Napoleon sowie archäologische Funde und Kunstwerke
Aufteilung: Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Ebenen und beleuchtet die Entstehung des Parks und der Villa
Napoleonische Epoche: Dokumente und persönliche Objekte zur Verbindung von Francesco Melzi d’Eril und Napoleon Bonaparte.
Kunst und Geschichte: Gemälde, historische Artefakte und Fundstücke.



Blick auf die Villa Melzi

Blick auf die Villa Trivulzio

Hinter der Villa Melzi

Bild unten: Geht man hinter der Villa Melzi Richtung Ausgang kommt man zum japanischen Garten mit einem japanischer Teich mit Seerosen, umgeben von japanischen Ahornbäumen und Zedern, Azaleen- und Rhododendrenblüten.

Nach dem Garten der Villa Melzi sind wir zurück nach Ballagio Zentrum.

Eigentlich konnten wir auch zurück nach Domaso fahren und so schauten wir im Hafen auf den Plan. Es standen einige um uns herum und ich glaube, die kapierten den Plan auch nicht. Aber irgendwie hatten wir dann doch 15:12 als nächste Abfahrtszeit ausfindig gemacht. Es war kurz vor 14:00 Uhr. Das sollte doch passen.
Also sind wir an den Schalter und wollten ein Ticket kaufen. Antwort: Sold out. Mist, was jetzt? Wir fragten wann wir denn frühestens fahren könnten. Antwort Um 17:30 Uhr , aber nicht mit Rapido, sondern dem normalen, langsamen Service. Noch einmal Mist! Aber es blieb uns nichts anderes übrig. Morgens waren wir ja für Urlauber recht früh unterwegs und es war wenig Betrieb, aber jetzt gegen 15:00 Uhr wollte der ganze Touristenstrom wieder nach Hause und die Schlangen vor dem Anleger waren sehr lang. Also Ticket gekauft, aber was sollten wir in der Zwischenzeit machen?

Erst einmal haben wir es uns im Cafe gegenüber, bei einem Gläschen Aperol Spritz gut gehen lassen
In der Nähe der mit Blumen geschmückten Promenade, gab es doch auch so eine kleine Straßen-Bimmelbahn. Um die Zeit tot zu schlagen, haben wir die dann auch noch mitgemacht. Eine schöne Rundfahrt durch den Ort.

Es ging z.B. vorbei an einer der berühmtesten Villen Ballagios: Villa Giulia
Die neoklassizistische Villa wurde Ende des 18. Jahrhunderts im Auftrag von Graf Pietro Venini errichtet und 1806 fertiggestellt. Er benannte sie nach seiner Frau Giulia. Bemerkenswert ist ihre Lage auf dem Höhenrücken der Halbinsel: Das weitläufige Grundstück erstreckt sich zu beiden Seiten, sodass die Villa sowohl auf den Comer Arm als auch auf den Lecco-Arm des Sees blickt. Dafür ließ Venini das Gelände aufwendig einebnen und einen rund 800 Meter langen Zufahrtsweg von Loppia anlegen.
Später gehörte die Villa unter anderem König Leopold I. von Belgien.
Zeitweise wurde sie sogar als Luxushotel unter dem Namen „Château du Roi des Belges“ betrieben. Heute befindet sich Villa Giulia in Privatbesitz und ist normalerweise nicht öffentlich zugänglich

Bild unten: An der Promenade steht auch dieser riesige Komplex mit vielen Türmchen und Zinnen. Das hat mich natürlich sofort interessiert und so habe ich ChatGPT gefragt.
Es war wohl einer der spannendsten Lost Places Italiens gewesen: Das Hotel Grande Bretagne
Interessant: Das Grande Bretagne war nicht einfach eines von vielen Hotels am Comer See. Es gehörte zu den Pionieren des europäischen Luxustourismus: Gasbeleuchtung, später elektrisches Licht, ein hydraulischer Aufzug (was damals nicht üblich war), mehr als 150 Zimmer, die Villa Serbelloni als zeitweilige Dependance und später sogar ein eigenes Casino machten das Haus zu einem der außergewöhnlichsten Grandhotels Bellagios.

Das ehemalige Hotel Grande Bretagne – ein Grandhotel erwacht zu neuem Leben

Das Hotel Grande Bretagne war eines der traditionsreichsten Grandhotels am Comer See. Seine Geschichte reicht bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Um 1850 eröffnet, gehörte es zu den ersten großen Luxushotels Bellagios – zu einer Zeit, als der Comer See zunehmend zum Treffpunkt wohlhabender Reisender und des europäischen Adels wurde.
Das Grande Bretagne erlebte glanzvolle Zeiten. In den 1930er-Jahren befand sich hier mit dem „Folies du Lac“ sogar ein Casino. Später wurde das Gebäude unter anderem als internationale Hotelfachschule genutzt. Irgendwann verlor das einst so prächtige Haus jedoch seine Bedeutung. Es wurde 1972 geschlossen, die Hotelfachschule 1992, und stand das Gebäude über viele Jahrzehnte weitgehend leer. Direkt am Ufer des Comer Sees erinnerte der riesige Komplex lange Zeit an die große Epoche der Grandhotels.
Doch inzwischen beginnt ein neues Kapitel.
Das historische Gebäude wird aufwendig restauriert und soll als The Ritz-Carlton, Bellagio wiedereröffnet werden. Damit kehrt nach vielen Jahrzehnten wieder ein Luxushotel in das alte Grande Bretagne zurück. Besonders schön finde ich, dass das historische Gebäude nicht einfach einem modernen Neubau weichen soll. Vielmehr möchte man seinen ursprünglichen Charakter bewahren und mit einem zeitgemäßen Hotel verbinden.
Geplant sind insgesamt 105 Zimmer und Suiten, mehrere Restaurants, ein großer Spa-Bereich mit Innenpool, ein Außenpool sowie weitläufige Gartenanlagen. Selbst einen eigenen Bootsanleger soll das Hotel erhalten – am Comer See natürlich eine besonders elegante Art der Anreise.
Das gesamte Anwesen umfasst rund 16.500 Quadratmeter und wird damit eines der bedeutendsten neuen Hotelprojekte am Comer See. Nach den ursprünglichen Planungen sollte das Ritz-Carlton 2026 eröffnen. Da sich solche umfangreichen Restaurierungen historischer Gebäude jedoch durchaus verzögern können, bleibt der genaue Eröffnungstermin abzuwarten.
Ich finde die Entwicklung ausgesprochen spannend. Normalerweise verschwinden solche verlassenen Grandhotels irgendwann oder werden durch moderne Apartmentanlagen ersetzt. Hier bekommt dagegen ein Gebäude, das seit mehr als 170 Jahren zur Geschichte Bellagios gehört, tatsächlich eine zweite Chance. Klasse!!
Wenn man heute an der Baustelle vorbeikommt, sieht man deshalb nicht einfach nur ein neues Luxushotel entstehen. Man sieht ein kleines Stück der großen Hotelgeschichte des Comer Sees wieder zum Leben erwachen.
Und vielleicht wird in einigen Jahren kaum noch vorstellbar sein, dass dieses prächtige Haus einmal jahrzehntelang leer stand.
Wir setzten uns noch ein wenig an die Promenade. Es war aber schwierig ein schattiges Plätzchen zu finden.
Als Zeit wurde brachen wir auf und schlenderten zum Anleger. Hier mußten wir noch ein wenig warten bis unser Schiff kam.


Blick auf Menaggio

Blick vom Schiff aus auf Bellano

Der Palazzo Gallio in Gravedona

Um 19:15 Uhr erreichten wir dann den Anleger in Domaso.
Wir gingen noch kurz ins Hotel und machten uns frisch und überlegten, ob wir wieder in “unsere” Pizzeria gehen sollten, oder mal etwas anderes zu probieren. Wir stellten jedoch fest, dass viele Restaurants geschlossen waren. Ruhetag?
Wir rechneten nicht damit, dass unsere Pizzeria auf hatte, aber sie hatte geöffnet – also war es klar wo wir zu Abend essen.