Australien – typische Fehler vermeiden

Typische Fehler bei einer Australien-Reise vermeiden

Australien begeistert mit endlosen Küstenstraßen, beeindruckenden Nationalparks, moderner Großstadtatmosphäre und einzigartiger Natur. Gleichzeitig unterschätzen viele Reisende die Größe des Landes und die besonderen Bedingungen vor Ort. Wer typische Fehler vermeidet, reist entspannter, sicherer und oft auch günstiger durch Australien.

Entfernungen unterschätzen

Australien wirkt auf Karten oft kleiner, als es tatsächlich ist. Die Distanzen zwischen Städten, Tankstellen und Sehenswürdigkeiten sind enorm. Viele Reisende planen zu viele Orte in zu kurzer Zeit ein und verbringen am Ende mehr Zeit im Auto als beim Erkunden.

Zwischen Sydney und Cairns liegen beispielsweise über 2.400 Kilometer. Selbst vermeintlich „kurze“ Strecken können mehrere Stunden dauern. Im Outback kommen lange, gerade Straßen hinzu, auf denen Konzentration und Aufmerksamkeit besonders wichtig sind.

Für eine entspannte Reise sollte man genügend Zeit für Fahrten, Pausen und spontane Stopps einplanen.

Zu viel in kurzer Zeit planen

Australien ist kein klassisches Reiseziel für hektisches Sightseeing. Viele Urlauber möchten in zwei oder drei Wochen gleichzeitig Sydney, Melbourne, das Outback, das Great Barrier Reef und die Westküste erleben. Dadurch entsteht oft Stress statt Urlaubsgefühl.

Sinnvoller ist es, sich auf einzelne Regionen zu konzentrieren. Besonders beliebt sind:

  • Ostküste von Sydney bis Cairns
  • Südaustralien mit Great Ocean Road
  • Tasmanien
  • Westaustralien rund um Perth
  • Das Red Centre mit Uluru und Alice Springs

Weniger Ziele bedeuten oft mehr Erholung und intensivere Erlebnisse.

Sommer im Outback unterschätzen

Das australische Outback kann im Sommer extrem heiß werden. Temperaturen von über 40 Grad Celsius sind keine Seltenheit. Besonders zwischen November und März können Wanderungen oder längere Fahrten gefährlich werden.

Viele Reisende unterschätzen außerdem die trockene Luft und die starke Sonneneinstrahlung. Selbst kurze Aufenthalte in der Mittagshitze können zu Kreislaufproblemen oder Dehydrierung führen.

Für Reisen ins Outback gelten daher einige wichtige Regeln:

  • möglichst früh morgens aktiv sein
  • ausreichend Wasser mitführen
  • Sonnenschutz tragen
  • körperliche Belastung in der Mittagshitze vermeiden
  • Wetterwarnungen beachten

Die angenehmste Reisezeit für das Red Centre liegt meist zwischen Mai und September.

Kein Sonnenschutz

Die UV-Strahlung in Australien gehört zu den stärksten weltweit. Selbst an bewölkten Tagen kann man innerhalb kurzer Zeit einen starken Sonnenbrand bekommen.

Viele Urlauber unterschätzen die Sonne besonders am Strand, beim Schnorcheln oder auf Wanderungen. Empfehlenswert sind:

  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
  • Sonnenhut oder Cap
  • Sonnenbrille mit UV-Schutz
  • leichte, lange Kleidung
  • regelmäßiges Nachcremen

Vor allem Kinder und empfindliche Haut sollten besonders geschützt werden.

Nachtfahrten vermeiden

Lange Fahrten nach Sonnenuntergang können in Australien riskant sein. Besonders außerhalb der Städte befinden sich häufig Tiere auf der Straße, darunter:

  • Kängurus
  • Rinder
  • Emus
  • Wombats

Kollisionen mit Wildtieren verursachen jedes Jahr zahlreiche Unfälle. Viele Mietwagenfirmen empfehlen deshalb ausdrücklich, Nachtfahrten im Outback zu vermeiden.

Wer lange Strecken fährt, sollte möglichst tagsüber unterwegs sein und regelmäßige Pausen einlegen.

Zu wenig Wasser mitnehmen

Gerade in abgelegenen Regionen Australiens ist Wasser lebenswichtig. Viele Reisende nehmen zu wenig Trinkwasser mit oder verlassen sich auf spontane Einkaufsmöglichkeiten.

Im Outback oder auf langen Straßenabschnitten können Tankstellen und Geschäfte hunderte Kilometer voneinander entfernt liegen.

Als grobe Orientierung gilt:

  • immer mehrere Liter Wasser pro Person dabeihaben
  • zusätzliche Reserve im Fahrzeug lagern
  • bei Wanderungen deutlich mehr Wasser einplanen

Besonders bei Hitze steigt der Flüssigkeitsbedarf stark an.

Krokodilwarnungen ignorieren

Im Norden Australiens leben Salzwasser- und Süßwasserkrokodile. Besonders in Teilen von Queensland, dem Northern Territory und Westaustralien sollte man Warnschilder unbedingt ernst nehmen.

Viele Unfälle passieren, weil Reisende:

  • an verbotenen Stellen baden
  • zu nah ans Wasser gehen
  • Warnhinweise ignorieren
  • bei Dämmerung oder nachts ans Ufer gehen

Wenn Warnschilder vorhanden sind, sollte man niemals ins Wasser gehen – auch wenn der Ort harmlos wirkt.
Bitte unbedingt beachten: Die Krokodil-Warnschilder können sich auch weit entfernt vom Strand, am Parkplatz befinden.
Uns ist es bei den Whitsunday Islands folgendes passiert. Wir haben den Leihwagen auf einem Parkplatz geparkt und sind in einem Park wandern gegangen. Am Ende der Tour gelangten wir an einen tollen Strand. Meine Partnerin und Sohn wollten sofort baden . Ich blieb draußen und habe vorsichtshalber nach Schildern geschaut. Keine Schilder!. Nach einiger Zeit sah ich etwas näher kommen, das wie ein Stück Treibholz aussah. Ich war mir nicht ganz schlüssig, habe die beiden aber aus dem Wasser geholt. Auf einmal war das Stück Treibholz nicht mehr zu sehen. Aber es standen doch gar keine Schilder am Strand.
Wir sind dann sehr schnell wieder zurück zum Parkplatz gewandert und dort sahen wir die Krokodil-Warnschilder für alle Strände und Buchten des Parks.

Kein mobiles Netz einplanen

Außerhalb der Städte kann die Netzabdeckung in Australien schnell sehr schlecht werden oder komplett verschwinden. Besonders im Outback gibt es oft über viele Kilometer keinen Empfang.

Viele Reisende verlassen sich ausschließlich auf Online-Navigation oder mobiles Internet und geraten dadurch in Schwierigkeiten.

Praktisch sind daher:

  • Offline-Karten
  • heruntergeladene Routen
  • gedruckte Karten als Reserve
  • Powerbanks
  • Notfallkontakte

Wer abgelegene Regionen bereist, sollte seine Route möglichst vorher mitteilen.

Wildcamping-Regeln missachten

Wildcamping ist in Australien nicht überall erlaubt. Besonders an Stränden, in Städten oder Nationalparks drohen bei Verstößen hohe Geldstrafen.

Viele Regionen erlauben ausschließlich das Übernachten auf ausgewiesenen Campingplätzen oder sogenannten Caravan Parks.

Vor dem Übernachten sollte man daher immer prüfen:

  • ob Camping erlaubt ist
  • welche Regeln gelten
  • ob Reservierungen nötig sind
  • ob Feuer erlaubt sind

Apps und lokale Touristeninformationen helfen bei der Suche nach legalen Übernachtungsplätzen.

Fazit

Australien ist ein faszinierendes Reiseland, verlangt aber eine gute Planung und realistische Erwartungen. Wer Entfernungen ernst nimmt, Wetterbedingungen respektiert und sich gut vorbereitet, erlebt das Land deutlich entspannter und sicherer.

Mit ausreichend Zeit, guter Vorbereitung und gesundem Respekt vor Natur und Klima wird eine Australien-Reise zu einem unvergesslichen Abenteuer.


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