Am heutigen Tag wurde im Faltblatt der Pustertaler Radweg beschrieben. Den könnten wir sicherlich nicht in voller Länge fahren, auf Grund der Kapazität unserer Akkus, aber interessant klang das.

Nach einem opulenten Frühstück haben wir uns dann auf den Weg gemacht. Aber wo startet denn der Radweg in Mühlbach?
Das war sehr schlecht beschildert. Anfangs waren wir sicherlich noch auf dem Pustertaler Radweg unterwegs, wenn auch in Richtung Franzensfeste (https://www.pustertal.org/de/freizeit-aktiv/rad-mountainbike/radwege/pusterbike-franzensfeste-bruneck/). Doch unterwegs kamen wir an eine riesige Baustelle der neuen Pustertalbahn-Strecke und sind auf einem anderen Radweg gelandet. Es ging jetzt Richtung Brixen.
An der “alten Pustertaler Str. kamen wir dann am Kloster Neustift vorbei.



Noch ein paar Fakten zum Kloster Neustift:
Das Kloster Neustift liegt nur wenige Kilometer nördlich von Brixen bei Vahrn und gehört zu den interessantesten Klosteranlagen Südtirols, weil man dort Romanik, Gotik, Barock, Kunst, Bildung und Weinbau auf engem Raum findet.
Gründung: Das Augustiner-Chorherrenstift wurde 1142 vom seligen Hartmann, Bischof von Brixen, gegründet. Es ist damit fast 900 Jahre alt. Die Augustiner Chorherren leben und wirken dort bis heute; derzeit gehören 17 Chorherren zur Gemeinschaft.
Ein Kloster mit vielen Baustilen: Ein Brand zerstörte 1190 die ursprüngliche Anlage. Beim Wiederaufbau entstand die romanische Grundstruktur, von der insbesondere der mächtige Kirchturm und die sogenannte Engelsburg erhalten geblieben sind. Im 15. Jahrhundert folgte eine große gotische Blütezeit.
Die Stiftskirche: Von außen wirkt sie noch deutlich mittelalterlich. Innen überrascht sie dagegen mit einem ausgesprochen prächtigen süddeutschen Spätbarock. Um 1740 wurde der Innenraum grundlegend umgestaltet. Besonders sehenswert sind die Fresken des Augsburger Malers Matthäus Günther und die Stuckarbeiten von Anton Gigl.
Kunstschätze: Im 15. Jahrhundert war Neustift ein bedeutendes Kunst- und Kulturzentrum. Künstler wie Michael Pacher, Friedrich Pacher, Leonhard von Brixen und Marx Reichlich arbeiteten für das Stift. Im Skriptorium entstanden außerdem aufwendig illuminierte Handschriften.
Die Bibliothek: Besonders beeindruckend ist der zwischen 1770 und 1775 entstandene barocke Bibliothekssaal mit seinen vergoldeten Rokoko-Stuckaturen. Er gilt als einer der schönsten historischen Bibliothekssäle im süddeutschen Raum.
Bildung seit dem Mittelalter: Bereits 1160 sind in Neustift ein Schulmeister und Schüler nachgewiesen. Bildung gehört also seit mehr als 850 Jahren zu den Aufgaben des Klosters. Auch heute betreibt das Stift unter anderem ein Schüler- und ein Bildungshaus.
Der Wein: Fast genauso alt wie das Kloster ist seine Weintradition. Die Kellerei besteht seit der Gründung 1142 und zählt damit zu den ältesten noch aktiven Kellereien der Welt. Heute ist sie insbesondere für ihre Eisacktaler Weißweine bekannt.
Eine bewegte Geschichte: 1525 wurde Neustift während des Tiroler Bauernaufstandes unter Michael Gaismair geplündert. 1807 hob das Königreich Bayern das Kloster auf und ließ zahlreiche Bücher und Kunstwerke abtransportieren. Bereits 1816 wurde das Stift wiedererrichtet
Wir fuhren dann weiter nach Brixen, wo wir durch die Stadt bummelten und einkauften

In der Via Torre Bianca (de: Weissenturmgasse)
Auf Grund der räumlichen Nähe, könnte man vermuten, das es ein Turm des Brixener Doms ist, doch dem ist nicht so.
Es ist der Glockenturm der unmittelbar daneben gelegenen Pfarrkirche St. Michael.
Der Turm ist etwa 71–72 Meter hoch und damit sogar höher als die beiden Türme des Brixner Doms. Der untere Teil stammt wohl aus der Zeit um 1300. Nach dem großen Brixner Stadtbrand von 1444 wurde er erneuert bzw. erhöht und erhielt 1459 seine charakteristische spätgotische Gestalt mit dem sehr hohen Spitzhelm und den vier auffälligen Erkern.
Besonders interessant ist der Name. „Weißer Turm“ bezieht sich auf das helle bzw. weiß erscheinende gemauerte Turmdach. Eine historische Beschreibung nennt 1591 als das Jahr, in dem der Turm seine weiße Farbgebung erhielt. Zuvor wurde er offenbar auch als „Schwarzer Turm“ bezeichnet.
Nicht nur Kirchturm, sondern auch Stadtturm
Der Weiße Turm war nicht nur Glockenturm, sondern hatte auch eine ganz praktische Funktion für die Stadt. Turm- und Feuerwächter hielten von dort oben Ausschau nach Bränden und anderen Gefahren.
Die vier kleinen Erker weit oben am Turm gehörten zur Unterkunft bzw. zum Beobachtungsbereich der Turmwache. Diese Einrichtung bestand erstaunlich lange – bis in die 1930er-Jahre.
Damit hatte der Turm auch eine gewisse symbolische Bedeutung: Während der unmittelbar benachbarte Dom für die geistliche und fürstbischöfliche Macht Brixens stand, war St. Michael traditionell die Kirche der Brixner Bürgerschaft. Der Weiße Turm war entsprechend auch ein Stadt- und Bürgerturm.
Heute kann man hinein
Im Turm befindet sich heute das Museum im Weißen Turm. Dort wird unter anderem die Geschichte des Turms, der Glocken, der Turmuhren sowie der Feuer- und Turmwächter gezeigt. Der Aufstieg umfasst ungefähr 200 Stufen.
Eine schöne Besonderheit ist das Glockenspiel mit 43 Glocken, das täglich um 11 Uhr erklingt.
Bild unten: Piazza del Duomo, der Domplatz in Brixen


Kreuzung Kleinelauben – Erhardgasse


Wir sind dann weiter gefahren und erreichten nach kurzer Zeit den Ort Klausen, über dem auf einem Berg eine Burg thront.

nachfolgend ein paar Eindrücke aus Klausen.





Leider war unsere Strecke keine Rundfahrt. Wir mussten also wieder die selbe Strecke über Brixen zurück.
Die Strecke war aber nicht schlecht und führte immer entlang der Isarco (de: Eisack)


Hier sind wir schon wieder am Ortseingang von Brixen

Wir waren jetzt nicht ko von dem bisschen Fahrradfahren, aber wir kamen auf die Idee, eine kleine Abkühlung täte unseren Füßen ganz gut und so haben wir gehalten um unsere Füße in den Eisack zu halten. Das tat extrem gut und wir haben längere Zeit gesessen und unsere Füße gekühlt
Nach dem Abendessen haben wir überlegt, was wir am kommenden Tag unternehmen könnten. Mir fiel ein, das wir bei einer anderen Südtirol Tour einen Dolomiten Blick erwandert hatten, von dem man die Dolomiten aber nicht sehen konnte. Nun machte ich den Vorschlag, wir könnten doch zu den Dolomiten. Wir haben dann geschaut wie weit die Dolomiten entfernt sind …… wir hätten wohl mit dem Auto fahren müssen…….. obwohl, mit dem e-bike wäre das seitens der Entfernung machbar. Bis Toblach, Dürrensee sind es nur 66km. Ich habe dann ChatGPT befragt und als Antwort kam ich die Frage, ob ich ein ausdauernder, guter Fahrradfahrer sei, denn auf den 66km müsse man einen Höhenunterschied von 1400m überwinden. Oh ha. Ich habe dann gemeint, das käme für uns dann wohl eher nicht in Frage.
ChatGPT: Darf ich Dir einen Vorschlag machen? Fahrt doch mit dem Zug von Mühlbach bis Toblach und von dort mit dem e-bike weiter auf dem sehr schönen Dolomiten-Radweg. Der Zug nimmt begrenzt Fahrräder mit, man braucht pro Bike jedoch eine Fahrrad-Tageskarte zu 7,50€! Wenn ihr das so macht, bleiben Euch die schlimmsten Steigungen erspart und trotzdem fahrt ihr den schönen Dolomiten-Radweg, der zu den schönsten Radwegen Europas gehört.
Tolle Idee, so wollten wir es machen. Ich habe dann noch nach den Abfahrtszeiten der Pustertalbahn geschaut.
Wir würden sehr früh aufstehen müssen, frühstücken und müßten dann um 08:59 Uhr ab Bahnhof Mühlbach fahren.
Buchen kann man die Fahrrad-Tageskarten sehr bequem über die Südtirol mobil App:

Für den Inhaber eines Südtirol Guest Passes, ist das Bahn-Ticket frei. Der Guest-Pass wird von Hotels und Pensionen ausgegeben.