21.06.26 Allgäu – Mühlbach (Südtirol)

Noch auf der Rückfahrt von Mailand ins Allgäu, am 17.06.26, habe ich in der Nacht alle lebensnotwendigen Geräte wie Rasierapparat, elektr. Zahnbürste, usw. bei Amazon bestellt.
In den den Tagen vom 18.06 – 20.06. haben wir den Wagen aufgeräumt und bei Carglass das seitliche Dreieckfenster reparieren lassen und viele weitere Sachen bestellt, die mir gestohlen wurden.
Die Hausrat-Versicherungen mußten auch noch informiert werden. Dazu habe ich eine umfangreiche Excel Liste erstellt und an die HUK24 geschickt und meinen Schaden gemeldet.
Ich kann es gleich vorweg nehmen: Für meinen 2500€ – 3000€ Schaden, habe ich satte 478,91€ Euro zurückerstattet bekommen. Das nur der Zeitwert berechnet wird und elektr. Geräte ausgenommen sind wußte ich, doch allein der Koffer hat mich 250€ gekostet und ein Paar Ecco Schuhe 100€, drei neue Jeanshosen ….. da bin ich schon über 478€.
Eine Aufschlüsselung, welchen Posten sie mit wieviel Euro ersetzen, habe ich nie erhalten. Ein Bekannter der im Versicherungswesen arbeitet meinte, dafür sei die HUK bekannt, ich sollte die Aufschlüsselung einfordern und ggf. Widerspruch einlegen. Ich habe dann in einer email in netten Worten um die Aufschlüsselung gebeten. Ich habe dann mehr als zwei Wochen nichts gehört. Keine email, kein Anruf, einfach nichts. Ich habe dann einen Widerspruch per Einschreiben geschickt mit einer Frist von zwei Wochen sich zu äußern. Gegen Ende dieser Frist hat sich die HUK24 gemeldet, und hat sich entschuldigt, denn Ihnen sei ein Fehler unterlaufen. Sie haben dann auch noch einmal ordentlich was draufgelegt. Da haben sie ja gerade noch einmal die Kurve gekriegt, auch wenn ich auf die Aufschlüsselung bis heute warte.

Aber eigentlich will ich ja darüber berichten, wie unser Urlaub weiter ging.
Eigentlich sollte das ja unser Jahresurlaub sein und so haben wir überlegt, was wir mit dem Resturlaub machen könnten. Würden wir zu Hause bleiben, würden wir nur wieder im Garten arbeiten.
Schnell kristallisierte sich wieder Südtirol heraus, denn wir wollten für die verbliebenen Tage nicht so weit fahren, doch wo in Südtirol? Uns fiel ein, dass wir die Dolomiten noch nicht gesehen haben, obwohl wir schon beim Dolomiten-Blick waren 🙂 .
Und so suchten wir uns die Molaris Lodge in Mühlbach heraus, die mit einem vielfältigen Angebot an sportiven Aktivitäten rund um den Ort Mühlbach warb und von den Dolomiten nicht allzuweit entfernt war.
Unser weiterer Urlaub sollte wie folgt ausschauen:


Am Morgen des 21. Juni starteten wir gegen 07:00 Uhr abermals zu einer Urlaubsreise.

t© Peter Krzymek GPS: 47°22′15.61″N 10°52′43.62″E Höhe: 1065.1 m

Das Bild kommt Dir bekannt vor? Hier waren wir vor 6 Tagen schon einmal. Der Parkplatz bei Biberwier an der Fernpassstraße E532

Bild unten: Bei Oberlängenfeld

© Peter Krzymek GPS: 47°4′4.56″N 10°58′7.98″E Höhe: 1159.5 m
© Peter Krzymek GPS: 47°3′47.10″N 10°58′0.30″E Höhe: 1168.8 m

Irgendwo müssen wir uns wohl verfahren haben. Wir wollten auf jeden Fall nicht über Innsbruck und den Brenner und sind dadurch irgendwie auf der 186 Richtung Ötztal und Sölden gelandet. Wenn man dann nach Mühlbach will, muß man über das Timmeljoch, durch St. Leonhard in Passeier und dann über den Jaufenpass. Wie auf den folgenden Bildern zu sehen, landschaftlich wunderschön, aber eine Gurkerei ohne Ende.

© Peter Krzymek GPS: 46°54′18.06″N 11°3′4.33″E Höhe: 2142 m
© Peter Krzymek GPS: 46°54′18.61″N 11°3′5.10″E Höhe: 2144.7 m
© Peter Krzymek GPS: 46°55′15.65″N 11°3′43.58″E Höhe: 2037.8 m
© Peter Krzymek GPS: 46°54′18.05″N 11°5′51.39″E Höhe: 2480.9 m

Bild unten: auf dem Timmeljoch haben sich dann die ganzen Biker getroffen

© Peter Krzymek GPS: 46°54′18.05″N 11°5′51.39″E Höhe: 2479.9 m

Wir hatten das Timmeljoch (2480m) erreicht und damit die Grenze zwischen Österreich und Italien.

© Peter Krzymek GPS: 46°54′18.36″N 11°5′49.56″E Höhe: 2480.2 m
© Peter Krzymek GPS: 46°54′17.84″N 11°5′49.21″E Höhe: 2460.2 m

Nach kurzem Aufenthalt ging es bergab nach St. Leonhard in Passeier

© Peter Krzymek GPS: 46°53′55.73″N 11°6′9.45″E Höhe: 2438.5 m
© Peter Krzymek GPS: 46°53′34.49″N 11°7′13.57″E Höhe: 2176.9 m
© Peter Krzymek GPS: 46°53′34.56″N 11°7′14.45″E Höhe: 2177.9 m

In St. Leonhard in Passeier sind wir dann auf die SS44 (Strada Statale N. 44) nach Sterzing und von dort nach Mühlbach.
Wir hatten dreiviertel Pension in folgendem Hotel gebucht:

Molaris Lodge (****)
Meransner Str., 14, 39037 Mühlbach, Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Italien
Homepage: www.molaris.it

Wir haben den Wagen in der Tiefgarage geparkt, unsere E-Bikes und den Fahrradträger abgebaut und sind dann auch schon zu unserer ersten Nachmittagsjause/Marende gegangen.
Anschließen haben wir noch einen kleinen Abendspaziergang durch den kleinen Ort gemacht.

© Peter Krzymek GPS: 46°47′45.44″N 11°39′59.86″E Höhe: 784.3 m

Direkt am Dorfplatz: Die Chiesa Parrocchiale di Sant’Elena, oder auf Deutsch: Pfarrkirche St. Helena in Mühlbach

Auf den ersten Blick wirkt sie vielleicht nicht so spektakulär wie manche der großen Barockkirchen Südtirols. Schaut man jedoch etwas genauer hin, entdeckt man ein Gebäude, an dem sich viele Jahrhunderte Geschichte ablesen lassen.

Bereits 1277 wird die Kirche erstmals urkundlich erwähnt, ihre Ursprünge reichen aber vermutlich noch weiter zurück. Bei archäologischen Untersuchungen wurden Reste eines vorromanischen Vorgängerbaus gefunden. Teile des heutigen Langhauses und des Kirchturms gehen noch auf die romanische Zeit zurück.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche immer wieder verändert und erweitert. Besonders im 16. Jahrhundert erhielt sie viele spätgotische Elemente. Aus dieser Zeit stammen unter anderem Spitzbogenfenster und Teile des Chorgewölbes. Eine Besonderheit ist der Altarraum, der sich praktisch innerhalb des mächtigen Kirchturms befindet. Seine heutige Gestalt erhielt der Turm im Jahr 1595.

Bemerkenswert ist auch die alte mechanische Turmuhr aus dem Jahr 1545. Wenn man bedenkt, wie lange dieses technische Stück Geschichte bereits über Mühlbach die Zeit angezeigt hat, bekommt der alte Turm noch einmal einen ganz anderen Reiz.

An und in der Kirche haben sich außerdem mittelalterliche Fresken erhalten. An der Westfassade sind noch Darstellungen des heiligen Christophorus sowie der Apostel Petrus und Paulus zu erkennen, die um 1420 entstanden. Im Inneren finden sich weitere Freskenreste aus der Zeit um 1500.

Das heutige Erscheinungsbild ist allerdings keineswegs ausschließlich mittelalterlich. Zwischen 1973 und 1977 wurde die Kirche deutlich erweitert. Dadurch treffen hier alte Mauern, gotische Elemente und moderne Kirchenarchitektur unmittelbar aufeinander. Gerade dieser Kontrast macht St. Helena interessant.

Auch ein Blick rund um die Kirche lohnt sich. An der Westfassade befinden sich historische Grabsteine, und unmittelbar neben der Pfarrkirche steht die Floriankapelle. Sie diente früher als Beinhaus und beherbergt heute ein kleines Kirchenmuseum.

Wer durch Mühlbach spaziert, sollte deshalb nicht einfach an St. Helena vorbeigehen. Die Kirche erzählt auf vergleichsweise kleinem Raum einen erstaunlich großen Teil der Geschichte des Ortes – vom frühen Mittelalter über Gotik und Neuzeit bis in das 20. Jahrhundert.

© Peter Krzymek GPS: 46°47′46.51″N 11°40′0.29″E Höhe: 775.3 m

Die Südtiroler Wurzeln von Papst Benedikt XVI.

Eine interessante Verbindung Mühlbachs reicht bis in die jüngere Kirchengeschichte: Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, hatte über seine Mutter Maria geb. Peintner familiäre Wurzeln in Mühlbach. Die Familie Peintner ist über mehrere Generationen im Ort nachweisbar und gehörte damit auch zur Pfarrei St. Helena.

Die Verbindung zu Mühlbach war den Brüdern Joseph und Georg Ratzinger durchaus bewusst. Joseph Ratzinger beschäftigte sich mit der Herkunft seiner Familie und besuchte den Ort auch persönlich. Gemeinsam suchten die Brüder nach Spuren und Gräbern ihrer Südtiroler Vorfahren.

Damit besitzt die kleine Pfarrkirche St. Helena zumindest indirekt eine bemerkenswerte Verbindung zum späteren Papst. Die Vorfahren seiner Familie gehörten zur Mühlbacher Bevölkerung und ihre Geschichte findet sich in den alten Kirchenbüchern der Pfarrei wieder. Für mich ist das eines jener kleinen historischen Details, durch die eine Kirche, an der man sonst vielleicht achtlos vorbeigegangen wäre, plötzlich eine ganz besondere Geschichte bekommt – auch wenn ich zwar gläubig, aber mit unseren Staatskirchen nichts am Hut habe.


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