2017 – Wissenswertes zu Namibia

Allgemeine Informationen

Namibia liegt im Südwesten Afrikas und gehört mit seiner beeindruckenden Natur zu den faszinierendsten Reisezielen des Kontinents. Das Land grenzt an Angola, Sambia, Botswana, Südafrika und den Atlantischen Ozean. Die außergewöhnliche Landschaft reicht von den höchsten Sanddünen der Welt über zerklüftete Gebirge bis hin zu riesigen Savannen und Salzpfannen.

Hauptstadt

Die Hauptstadt Namibias ist Windhoek. Sie liegt nahezu im geografischen Zentrum des Landes auf rund 1.700 Metern Höhe. Windhoek ist das wirtschaftliche und politische Zentrum Namibias und verbindet moderne Infrastruktur mit kolonialer Architektur und afrikanischer Kultur.

Fläche

Mit einer Fläche von rund 824.300 Quadratkilometern ist Namibia mehr als doppelt so groß wie Deutschland.

Einwohner

Namibia zählt rund 3 Millionen Einwohner und gehört damit zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Erde.

Bevölkerungsdichte

Im Durchschnitt leben lediglich etwa 3 bis 4 Menschen pro Quadratkilometer. Zum Vergleich: In Deutschland sind es über 230 Einwohner pro Quadratkilometer. Gerade diese enorme Weite macht den besonderen Reiz des Landes aus.

Zeitzone

Namibia liegt in der Zeitzone UTC +2. Während der deutschen Sommerzeit besteht kein Zeitunterschied. Im Winter ist Namibia Deutschland eine Stunde voraus.

Währung

Bezahlt wird mit dem Namibia-Dollar (NAD). Er ist im Verhältnis 1 : 1 an den südafrikanischen Rand (ZAR) gekoppelt. Beide Währungen werden in Namibia akzeptiert, während der Namibia-Dollar außerhalb des Landes kaum verwendet wird.

Sprachen

Die Amtssprache ist Englisch.

Daneben werden zahlreiche weitere Sprachen gesprochen, darunter:

  • Afrikaans
  • Oshiwambo
  • Khoekhoegowab (Nama/Damara)
  • Otjiherero
  • Kavango-Sprachen
  • Lozi
  • Deutsch

Gerade in touristischen Regionen kommt man mit Englisch problemlos zurecht. Überraschend viele Menschen sprechen zudem Deutsch oder zumindest einige deutsche Wörter.

Religion

Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist christlich. Daneben werden traditionelle afrikanische Glaubensrichtungen gepflegt, die teilweise mit dem Christentum verbunden sind.

Verwaltung

Namibia ist in 14 Regionen gegliedert, die wiederum in zahlreiche Wahlkreise unterteilt sind.

Zu den bekanntesten Regionen gehören:

  • Khomas (Windhoek)
  • Erongo (Swakopmund)
  • Hardap
  • Kunene
  • Otjozondjupa
  • Oshana
  • Omusati
  • Zambezi (ehemals Caprivi)

Die wichtigsten Volksgruppen

Namibia ist ein Vielvölkerstaat. Zu den größten Bevölkerungsgruppen zählen:

Ovambo
Mit fast der Hälfte der Bevölkerung stellen sie die größte Volksgruppe. Sie leben überwiegend im Norden des Landes.

Herero
Bekannt für ihre farbenfrohen viktorianisch anmutenden Trachten, die bis heute bei festlichen Anlässen getragen werden.

Nama
Traditionell im Süden Namibias beheimatet und eng mit der Kultur der Khoisan verbunden.

Damara
Eine der ältesten Bevölkerungsgruppen des Landes mit eigener Sprache und Kultur.

Himba
Sie leben überwiegend im abgelegenen Kaokoland. Ihre traditionelle Lebensweise und die mit rotem Ocker eingeriebene Haut machen sie weltweit bekannt.

San (Buschleute)
Sie gelten als die ältesten bekannten Bewohner des südlichen Afrikas und verfügen über ein beeindruckendes Wissen über die Natur und das Überleben in der Wüste.

Kavango, Caprivianer, Tswana sowie zahlreiche kleinere Volksgruppen ergänzen die kulturelle Vielfalt des Landes.

Die deutsche Kolonialzeit

Zwischen 1884 und 1915 war Namibia als Deutsch-Südwestafrika deutsche Kolonie. Noch heute erinnern zahlreiche Gebäude, Straßennamen und Ortsbezeichnungen an diese Zeit.

Besonders in Städten wie Windhoek, Swakopmund, Lüderitz oder Keetmanshoop finden sich viele Bauwerke im wilhelminischen Stil.

Ein dunkles Kapitel dieser Geschichte bildet der Krieg gegen die Herero und Nama zwischen 1904 und 1908. Dabei wurden Zehntausende Menschen getötet. Historiker bezeichnen diese Ereignisse heute als den ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts. Deutschland hat seine historische Verantwortung hierfür anerkannt.

Infrastruktur

Namibia verfügt über ein vergleichsweise gut ausgebautes Straßennetz. Die wichtigsten Fernstraßen sind asphaltiert, viele Nebenstrecken bestehen jedoch aus Schotterpisten. Bahnverkehr spielt für Touristen nur eine untergeordnete Rolle.

Klima

Namibia gehört zu den trockensten Ländern Afrikas. Große Teile erhalten weniger als 250 Millimeter Niederschlag pro Jahr. Die Luftfeuchtigkeit ist meist niedrig, wodurch selbst hohe Temperaturen oft angenehmer empfunden werden als in tropischen Regionen.

Tierwelt

Namibia zählt zu den artenreichsten Ländern Afrikas. Neben den berühmten “Big Five” leben hier Giraffen, Geparden, Oryx-Antilopen, Springböcke, Zebras, Erdmännchen, Flusspferde, Krokodile sowie über 650 Vogelarten.

Nationalparks

Etwa 17 Prozent der Landesfläche stehen unter Naturschutz. Zu den bekanntesten Schutzgebieten gehören:

  • Etosha-Nationalpark
  • Namib-Naukluft-Nationalpark
  • Skeleton Coast National Park
  • Bwabwata National Park
  • Waterberg-Plateau-Nationalpark
  • Ai-Ais/Richtersveld-Transfrontier Park

Wirtschaft

Die wichtigsten Wirtschaftszweige sind:

  • Bergbau (Diamanten, Uran, Gold, Kupfer)
  • Tourismus
  • Landwirtschaft
  • Fischerei

Namibia zählt zu den weltweit größten Produzenten von Uran und hochwertigen Diamanten.

Gut zu wissen

  • Linksverkehr
  • Steckdosen meist Typ D und M
  • 220–240 Volt Netzspannung
  • Trinkgeld von etwa 10 % ist üblich
  • Leitungswasser ist in vielen Städten trinkbar, unterwegs empfiehlt sich jedoch Mineralwasser.
  • Kreditkarten werden in Hotels, Restaurants und Tankstellen meist akzeptiert.

Kuriose Fakten

Namibia war das erste Land weltweit, das den Naturschutz ausdrücklich in seiner Verfassung verankerte.

Die Namib gilt als die älteste Wüste der Erde und existiert seit schätzungsweise über 50 Millionen Jahren.

Namibia besitzt einen der dunkelsten Nachthimmel weltweit und ist deshalb ein Paradies für Sternenbeobachter.

Die berühmten roten Dünen von Sossusvlei gehören zu den höchsten Sanddünen der Welt und erreichen Höhen von über 300 Metern.

Der Fischfluss-Canyon ist nach dem Grand Canyon die zweitgrößte Schlucht der Erde.



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