17.06.2024 München – Lissabon – Sesimbra

Nun aber zu unserem Urlaub. Am 17.06. gegen 08:00 brachte uns der Sohn meiner Partnerin zum Bahnhof nach Buchloe. Von dort wollten wir mit der Regionalbahn nach München Pasing und von dort mit der S1 zum Flughafen fahren. Zusätzlich zur Zeit die man eher am Flughafen sein sollte, hatte meine Partnerin einen Puffer von einer Stunde eingebaut.
Ich weiß nicht, geht Dir das auch so, daß man immer Streß bekommt, wenn man zu einer festen Uhrzeit irgendwo, z.B. am Flughafen, sein muß? Ganz schlimm war es ja bei unserem Namibia Urlaub. Doch auch jetzt sollte es nicht super entspannt ablaufen. Die Fahrt von Buchloe nach München-Pasing verlief reibungslos. Für die Fahrt von München Pasing zum Flughafen hatte uns der DB Navigator eine Verbindung mit der S1 über Freising angegeben, doch als wir in Pasing am Bahnsteig standen, hieß es die S1 würde nur bis Freising verkehren und die Weiterfahrt sollte mit dem Bus erfolgen – und das mit den ganzen Koffern und Gepäck? Gewiß nicht. Es verkehrt ja auch noch die S8 zum Flughafen, doch die muß erst durch die ganze Innenstand in Richtung Ostbahnhof. Dazu kam, daß es in der Innenstadt einen Notarzt-Einsatz gab und alle S-Bahnen erhebliche Verspätung hatten. Welche Verbindung schneller sein würde, konnte uns keiner der DB-Helfer in Pasing sagen. Also haben wir unserem Puffer vertraut und haben die S8 genommen. Ja, die hatte erhebliche Verspätung und mußte im Innenstadt-Bereich immer mal wieder warten, aber wir kamen rechtzeitig am Flughafen München an.
Unser Flieger hob pünktlich um 11:30 Uhr ab.

Apropos “Flieger”. Noch eine Bemerkung anlässlich der aktuellen Boeing Probleme. Für uns Kunden ist Wettbewerb zwischen Boeing und Airbus gut, deswegen ist es schlecht, wenn es einem Wettbewerber nicht gut geht.
Als Dipl. Ing. habe ich selber aber, und nicht erst seit den aktuellen Problemen, kein Vertrauen zu Boeing. Schon bei unserem Australien Urlaub 2010 habe ich darauf geachtet, dass alle Flüge mit einem Airbus erfolgen. Man hat das nicht immer in der Hand, welches Flugzeug bereitgestellt wird, aber wenn es irgendwie geht, vermeide ich mit Boeing zu fliegen.

Dieses Mal war es ein Airbus A321

Courtesy of FlightAware


Ist das nicht schlimm, wenn man im Flugzeug nichts mehr angeboten bekommt (außer man kauft es), und man seine Stulle selber mitbringen muß? 🙂


Über den Wolken, muß die Freiheit wohl grenzenlos sein……
Irgendwo über der französisch-spanischen Grenze. Eventuell bei Vignemale (F).


Wir hatten es so geplant, Lissabon am Ende der Reise zu besuchen, doch jetzt nach dem Flug, erst einmal aus Lissabon heraus zu fahren und außerhalb zu schlafen.
Das ist auch eine Frage, wo und wann man den Leihwagen holt und zurückbringt. Unsere Überlegung war die, dass sich die Mietwagenverleiher alle am Flughafen befinden. Also ist es das Beste, gleich den Leihwagen am Flughafen zu buchen und mitzunehmen. Da man den Leihwagen bei einer Lissabon Besichtigung nicht benötigt, die Lissabon Besichtigung also nicht am Anfang der Reise.
Wenn man dann ca. drei Tage vor Abreise wieder in Lissabon für die Stadtbesichtigung ist, kann man sich schon ein Hotel in der Nähe des Flughafens buchen und bringt dann den Leihwagen schon mal zurück. Während der ca. drei Lissabon-Tage fährt man dann mit der Metro vom Hotel in die Innenstadt.Ich kann es schon vorwegnehmen: Das hat super funktioniert so.
Also sind wir gleich nach Ankunft zum Autoverleiher Guerin. Hier hatte meine Partnerin einen Leihwagen gebucht und wir waren angenehm überrascht. Es werden einem keine zusätzlichen Versicherungen aufgezwungen und obwohl wir zwei sehr große Koffer dabei hatten, und wir nur einen kleinen Nissan Juke gebucht hatten, hat uns niemand eine größere Kategorie aufschwatzen wollen. Das ist vorbildlich! So stelle ich mir einen Mietwagenverleih vor !
Alle Angaben des Fahrzeugmieters wurden per Automat abgefragt. Den zu bedienen war jedoch etwas komplexer, aber es kam sofort jemand und hat uns geholfen. Dann bekommt man ein Blatt mit einem QR Code und geht ins daneben gelegene Parkhaus. Der Mitarbeiter scannt den QR Code, daraufhin öffnet sich ein Schlüsselkasten mit dem Autoschlüssel. Nicht wie bei anderen Verleihern, wo der Mitarbeiter einem ein Auto zuweist und wenn man Pech hat und der Mitarbeiter einen schlechten Tag erwischt hat, eine alte Karre zugewiesen bekommt. Alles super fair und als Freund von (Ablauf-)Prozessen war ich begeistert. So dauerte es keine 15 Minuten und wir waren mit einem Nissan Juke auf Lissabons Straßen unterwegs.


Meine Partnerin hatte ein Hotel schon in Deutschland gebucht und folgende Strecke war noch zu fahren.

Strecke: Lissabon Airport – Sesimbra
Streckenlänge: 45 km
Fahrtzeit: 43 min



Wie auf der Karte zu sehen, mündet bei Lissabon der Fluß Tejo in den Atlantik. Der Tejo, der hier sehr breit ist, wird auf zwei sehr großen Brücken überquert. Da ist zum einen die berühmte Ponte 25 de Abril (de: Brücke des 25. April), dazu später am Ende der Reise mehr, und die Ponte Vasco da Gama (de:Vasco-da-Gama-Brücke). Letztere Brücke, mußten wir nun, wie in der Karte zu sehen, überqueren.

© radub85 / Adobe Stock. Bild Nummer: 187328512

Info Vasco-da-Gama-Brücke
Längste Spannweite: 420 m
Gesamtlänge: 17.185 m
Lichte Höhe: 45 m
Eröffnet: 29. März 1998
Höhe: 150 m
Baukosten: $ 900 Mio
Konstruktion: Schrägseilbrücke
Die Ponte Vasco da Gama ist die längste Brücke Europas

Wir fuhren weiter bis nach Sesimbra. Hier, weit außerhalb von Lissabon, sind die Hotels nicht so teuer und der kleine Ort ist recht nett.

Folgendes Hotel hatte meine Partnerin gebucht

Hotel: Oceanfront Sesimbra (*****)
Adresse: Rua Navegador Rodrigues Soromenho,
Sesimbra, Setúbal 2970-773 Portugal
bookings@sesimbraoceanfront.com
Homepage: https://www.sesimbraoceanfront.com/en


Fünf Sterne hat das Hotel! Wow! Bitte denkt jetzt aber nicht, bei mir sei der Wohlstand ausgebrochen. Der Hotelpreis war, trotz der fünf Sterne im mittleren Bereich und absolut erträglich und akzeptabel.
Immer wieder lese ich bei Hotelbewertungen portugiesischer Hotels, daß die Sterne-Angabe nicht der Wahrheit entspricht.
Ich habe nichts darüber gefunden, welcher Verband in Portugal die Hotelklassifizierung vornimmt, aber man findet im Internet, wie z.B. in Portugal ein 4-Sterne Hotel klassifiziert ist:
z.B. **** = Frühstücksbuffet oder Roomservice. Minibar. Sessel/Couch mit Beistelltisch.
Da sind die Ansprüche an ein 4-Sterne Hotel in Deutschland höher, denke ich. Auch wenn Portugal ein europäisches Land ist, man darf nicht dieselben Ansprüche stellen, wie an Deutsche Hotels mit der gleichen Anzahl an Sternen.

Wie oben erwähnt ist das Oceanfront in Sesimbra z.B. mit fünf Sternen klassifiziert. Man darf jetzt aber nicht so etwas wie den Bayrischen Hof München, oder das Hotel Adlon Kempinski Berlin erwarten. Davon ist das Oceanfront meilenweit entfernt. Aber diese Erfahrung haben wir schon in vielen Ländern gemacht:

Seitens der Ausstattung ist das Hotel sehr gut, doch was zur Abwertung führt, sind die unterschiedlichen Höhen-Niveaus des Hotels. Das Hotel besteht offensichtlich aus mindestens zwei Gebäuden, die in unterschiedlichen Höhenlagen an den Hang gebaut wurden.
Das bedeutet: Die Rezeption, seitens der Höhe also Straßenniveau, befindet sich im 6. Stock des Hauptgebäudes, unser Zimmer im Nebengebäude im 8. Stock. Um zum Fahrstuhl des Nebengebäudes zu gelangen, muß man zuerst im Hauptgebäude vom 6. Stock in den 5. fahren, dort 50 Meter über die gemeinsame Etage der Gebäude zum Nebengebäude laufen und dort den Fahrstuhl in die 8. Etage nehmen. Klingt einfach, ist es aber nicht, denn wo immer man sich befindet, ob man vom Strand kommt, vom Pool, vom Frühstück, oder aus der Bar, man ist jedes Mal am Überlegen in welchem Gebäude man sich gerade befindet und wie man in die 8. Etage des Nebengebäudes kommt, oder wie man vom Zimmer zu den anderen Locations kommt.


Bild unten: Blick von unserem Balkon. Der Himmel war leider sehr bedeckt und Strand- und Urlaubsfeeling kam nicht so richtig auf.

© P. Krzymek, GPS-Koordinaten: 38°26‘32.96″N 9°5‘46.62″W, Höhe: 19.8m

© P. Krzymek, GPS-Koordinaten: 38°26‘32.96″N 9°5‘46.62″W, Höhe: 19.8m

© P. Krzymek, GPS-Koordinaten: 38°26‘32.96″N 9°5‘46.62″W, Höhe: 19.8m

Die Hotels hier werden schon recht abenteuerlich an den Hang gebaut (siehe das Hotel am oberen Bildrand). Ich weiß nicht, ob ich Vertrauen in diese Bauweise habe. Eher nicht


Nachdem wir uns vom Balkon aus alles angeschaut und Fotos gemacht hatten, packten wir erst einmal unsere Nespresso Essenza Mini aus, haben uns auf den Balkon gesetzt und tranken jeder einen Espresso. Bitte nicht lachen, die Nespresso inkl. Kapseln haben wir tatsächlich immer mit. Das hat sich irgendwann zur Gewohnheit entwickelt, da man nicht überall auf der Welt den guten Espresso/Lungo bekommt, den wir gerne hätten. In den USA z.B., war Koffein früher verpönt und der Kaffee wurde oft immer wieder mit dem selben Kaffeesatz aufgebrüht und mit “All you can Drink” angeboten. Seit es Ketten wie Starbucks gibt, hat sich das Kaffee-Verhalten der Amerikaner zwar sehr stark geändert, aber wir hatten die Plörre damals so satt, dass wir uns bei der Planung eines Urlaubs entschieden hatten, unsere Nespresso und Kapseln im Koffer mit in den Urlaub zu nehmen. Aus einem Mal wurde dann Gewohnheit und heute ist sie immer mit dabei.
Es gibt, wage ich zu behaupten, nur wenige Nespresso-Maschinen auf der Welt, die in so vielen Ländern gewesen ist, wie die unsere 🙂
Mir ist bewußt, dass das dekadent klingt und umwelttechnisch ist das sicherlich auch eine Katastrophe, aber irgendwie auch amüsant, was Deutsche für guten Espresso/Lungo so tun.

Nachdem wir unseren Espresso getrunken hatten, sind wir runter zum Strand und sind an diesem entlang gewandert bis zum historischen Zentrum Sesimbra’s.

© P. Krzymek, GPS-Koordinaten: 38°26’30.49″N 9°5’44.52″W, Höhe: 6.8m

Das Hotel Oceanfront vom Strand aus gesehen


Direkt am Strand liegen die Überreste, bzw die restaurierte Festung Forte de Santiago.

Info Forte de Santiago, oder auch Festung des Heiligen Jakob von Sesimbra
An der Stelle, an der die heutige Festung liegt, hatte schon König Manuel I. ein Fort errichten lassen. König Manuel I. lebte von 1469–1521 und wurde auch “Der Glückliche” genannt.
Als dann während des Restaurationskrieges (1640–1668) die spanischen Marine immer wieder die Atlantikküste Portugals angriff, beschloss König Johann IV. die Verstärkung der portugiesischen Verteidigungsanlagen. Er beauftragte einen niederländischen Jesuiten-Militäringenieur, João de Cosmander, mit dem Bau einer neuen Festung genau an der Stelle, wo das Fort von Manuel I stand. Ich habe mich gefragt wozu eine Festung am Strand? Mit der Festung sollte der Fischereihafen von Sesimbra vor Piraterie und spanischen Angriffen geschützt werden.
1815 war die Festung ziemlich heruntergekommen und man hatte viele Ideen für das Bauwerk. Zum Beispiel wollte man ein Hotel davon machen.
Bewegung ins Spiel kam aber erst, nachdem das Fort 2011 an die Gemeinde übergeben wurde. Erst jetzt begannen umfangreiche Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten. Unterstützt wurde die Restaurierung auch vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). 2014 wurde die Festung der Öffentlichkeit übergeben und beherbergt heute zwei Museen, ein Restaurant, einen Souvenirladen und eine Touri-Info.

© blackboxguild / Adobe Stock. Extrahiert aus Datei Nummer: 469850018

Bild unten: auf der Festung mit Blickrichtung nach Osten zu unserem Hotel

© P. Krzymek, GPS-Koordinaten: 38°26’34.13″N 9°6’5.68″W, Höhe: 5.4m

Nun gingen wir zurück zu unserem Hotel, da wir ja auch noch zu Abend essen wollten. Ein einladendes Restaurant hatten wir nicht gefunden und so hatten wir uns entschlossen, im Hotel zu essen

© P. Krzymek

Das imposante Treppenhaus des Hotels


Bild unten: Der Hotelpool. Hinten, im Bild zum Meer hin, war der Pool-Überlauf.

© P. Krzymek

Der Pool mußte selbstverständlich inspiziert und ausprobiert werden. Auch wenn der Pool auf dem Bild super ausschaut, wenn sich überall die Mosaiken lösen, oder schon fehlen, ist der Pool in keinem besonders guten Zustand. Dem Schwimmen tat das aber keinen Abbruch und die Erfrischung tat gut.
Der Fotograf selber ist ja selten in einem Bild zu sehen, doch hier hat mich meine Partnerin abgelichtet, wie ich den schönen Pool nutze. Ach ja, kalt war’s übrigens auch.

© P. Krzymek

© P. Krzymek

Der Überlauf des Hotelpools. In den Nieschen des Überlaufs liegen etwas tiefer die Fenster des Restaurants, weshalb man sie im Bild nicht sieht


© P. Krzymek

Hier schaut man durch die Fenster des Restaurants, durch den Pool-Überlauf und man denkt, es würde draußen regnen.


Nach dem Abendessen haben wir noch einmal eine kleine Runde durch das Dorf gemacht, das uns sehr gut gefallen hat

© P. Krzymek, GPS-Koordinaten: 38“26’33.8″N 9°5’59.61″W, Höhe: 3.5m

© P. Krzymek

Der abendlich beleuchtete Hotel-Pool


Wir saßen so auf unserem Balkon, als ich meine Partnerin darauf aufmerksam machte, man könne im Schein der Straßenlaterne sehen, wie hoch die Luftfeuchtigkeit durch das Meer sei. Das war aber keine Luftfeuchtigkeit – es regnete! Das hatte sich ja schon den ganzen Abend angekündigt, da es immer dunkler geworden war. Dabei ist Portugal doch eigentlich recht sonnensicher und jetzt regnete es hier auch – so ein Sch…. .


rueckwaertsvorwaerts

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